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Thema : Abwasser

Regenwasseranlagen

Letzte Aktualisierung: 10.07.2026

In Schleswig-Holstein wird Niederschlagswasser, sofern es nicht vor Ort versickert werden kann, überwiegend einer Regenwasserkanalisation zugeführt und häufig zentral gesammelt eingeleitet. In Abhängigkeit der hydraulischen Leistungsfähigkeit des Einleitgewässers sowie der Beschaffenheit des angeschlossenen Einzugsgebietes, werden vor der Einleitung Regenrückhaltebecken bzw. Regenklärbecken angeordnet. Diese bewirken einen Abflussausgleich vor der Einleitung ins Gewässer (hydraulische Entlastung) sowie eine Minderung der stofflichen Belastungen, z.T. auch in Kombination. Der Bau und Betrieb von Regenbecken zur Reinigung und Rückhaltung von Regenwasser dient grundsätzlich dem Schutz der Gewässer und somit unmittelbar dem allgemeinen Schutz der Natur sowie von Habitaten.

Um einen ordnungsgemäßen Betrieb vorhandener Regenwasseranlagen dauerhaft sicherzustellen, werden nachfolgende Informationen zur Verfügung gestellt.

Leitfaden Regenbecken im Straßenbau

Die Straßenbauverwaltungen von Bund und Land betreiben zusammen rund 1.100 Rückhalteanlagen im Außerortsbereich, davon rund 600 Regenbecken.

Für den Betrieb dieser Regenbecken wurde in Zusammenarbeit mit der Autobahn GmbH, dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein, einigen Unteren Wasserbehörden und dem Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein ein Leitfaden erarbeitet. Dieser soll allen Akteuren (Straßenbau, Gewässer- und Naturschutz) eine Orientierung zur gemeinsamen Begleitung von erforderlichen Unter- und Erhaltungsmaßnahmen von Regenbecken geben. Er ersetzt den Info-Brief „Betrieb von Regenrückhaltebecken / Regenklärbecken im ländlichen Raum und die Entsorgung der Schlämme“ vom Mai 2012. 

Da es nur geringe abweichende Anforderungen für Regenbecken im kommunalen Bereich gibt, wie z.B., dass kommunale Regenbecken der Selbstüberwachungsverordnung (SüVO) unterliegen, kann der Leitfaden auch für den Betrieb kommunaler Regenbecken angewendet werden. Eine Ergänzung für die Kommunen zum Leitfaden ist geplant. Diese wird dann ebenfalls auf dieser Seite veröffentlicht.

Der Leitfaden ist nicht als technische Regel, sondern als Hilfestellung zu verstehen.

Regenbecken im Straßenbau; Betrieb von Anlagen zur Rückhaltung und Reinigung von Niederschlagswasser (PDF, 673KB, Datei ist barrierefrei)

Betriebsbuch für die Selbstüberwachung von Regenbecken gemäß SüVO 2024

Der Betrieb von Regenbecken unterliegt der SüVO. Ein Musterbetriebsbuch für öffentliche Regenwasserbehandlungs- und rückhalteanlagen finden Sie hier.

Technische Bestimmungen zum Bau und Betrieb von Anlagen zur Regenwasserbehandlung bei Trennkanalisation

Übergangsbestimmungen nach Außerkrafttreten

Leistungsfähigkeit von Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaftung im Trennsystem in Schleswig-Holstein (MaReT-SH)

Das Forschungsvorhaben MaReT-SH (Leistungsfähigkeit von Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaftung im Trennsystem in Schleswig-Holstein) wurde von der Technischen Hochschule Lübeck in Kooperation mit der Limbach Analytics GmbH im Auftrag des Landesamtes für Umwelt Schleswig-Holstein durchgeführt. Ziel war die Untersuchung der Stoffrückhaltefähigkeit von Regenklärbecken mit Dauerstau (RKBmD), die in Schleswig-Holstein weit verbreitet sind, jedoch in der bundesweiten Regelung DWA-A 102 nicht empfohlen werden. Ergänzend wurde ein Mulden-Rigolen-System als dezentrale Maßnahme untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass RKBmD einen erheblichen Rückhalt fein suspendierter Stoffe und daran gebundener Schadstoffe leisten können. Die Wirkungsgrade für AFS 63 (Abfiltrierbare Stoffe mit Korndurchmesser zwischen 0,45 µm und 63 µm) lagen zwischen 30 und 80 %, abhängig von der hydraulischen Belastung und dem spezifischen Dauerstauvolumen.

Eine Zusammenfassung kann unter dem Punkt „Forschung“ auf folgender Seite abgerufen werden:

Forschung | Technische Hochschule Lübeck

Der gesamte Abschlussbericht kann hier heruntergeladen werden:

Abschlussbericht MaReT-SH

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