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Grundsteuerreform

© M. Staudt / grafikfoto.de

Ab 2025 wird die Grundsteuer neu berechnet. Dafür werden ab 2022 alle Grundstücke in Deutschland neu bewertet. Aktuelle Informationen finden Sie hier.

Wer Eigentümer:in eines Grundstück ist, zahlt Grundsteuer. Je nach Wert des Grundstücks fallen höhere oder niedrigere Abgaben an. Bisher wird die Grundsteuer anhand von sogenannten Einheitswerten berechnet. Diese Werte beruhen in den alten Bundesländern auf den Wertverhältnissen aus dem Jahr 1964, in den neuen Ländern auf denen aus dem Jahr 1935.

Die tatsächliche Wertentwicklung eines Grundstücks spiegeln sie nicht wider. Deshalb erklärte das Bundesverfassungsgericht die bisherige Berechnungsmethode für verfassungswidrig und forderte eine gesetzliche Neuregelung bis Ende 2019.

Bundesweit neue Berechnung

Unterschied Grundsteuer und Grunderwerbsteuer

Info Grunderwerbsteuer fällt nur einmal beim Erwerb eines Grundstücks an.

Info Grundsteuer fällt jährlich an. Die Einnahmen aus der Grundsteuer fließen ausschließlich den Städten und Gemeinden zu.

Durch das Grundsteuerreformgesetz wurde die geforderte Neuregelung geschaffen. Im Dezember 2019 trat es als sogenanntes Bundesmodell in Kraft. Zugleich wurde den Ländern die Möglichkeit eingeräumt, eigene abweichende Regelungen über die Grundsteuer zu treffen (sogenannte Länderöffnungsklausel). Schleswig-Holstein hat davon keinen Gebrauch gemacht, sondern setzt das wertorientierte Bundesmodell um.

Bundesweit muss nun der gesamte Grundbesitz durch die Finanzämter neu bewertet und die neuen Grundsteuermessbeträge müssen festgesetzt werden. Auch in Schleswig-Holstein haben bereits die Vorbereitungen für die Reform begonnen.

Anpassung bleibt aufkommensneutral

Der Hebesatz soll durch die Kommunen so angepasst werden, dass die Grundsteuerreform insgesamt aufkommensneutral ist. Das bedeutet, die Kommunen werden nach der Reform nicht mehr Steuern einnehmen als zuvor. Für die einzelnen Steuerpflichtigen kann sich die Höhe der Grundsteuer jedoch ändern.

Neue Grundsteuer ab 2025

Zum ersten Mal wird die auf den neuen Grundsteuerwerten basierende Grundsteuer ab dem 1. Januar 2025 zu zahlen sein. Bis dahin gelten die bisherigen Einheitswerte und Grundsteuermessbeträge weiter.

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Was ist die Grundsteuer?

Die Grundsteuer ist eine Objektsteuer und knüpft an den vorhandenen Grundbesitz an. Sie ist von den Eigentümer:innen von Grundbesitz (Grundstücke und Betriebe der Land- und Forstwirtschaft) zu zahlen.

A wie Agrar

Die Grundsteuer für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft wird auch als "Grundsteuer A" (Merkhilfe: agrarische oder landwirtschaftliche Nutzung) bezeichnet. Die Grundsteuer für Grundstücke nennt man auch "Grundsteuer B".

Jeweils zum Jahresanfang

Städte und Gemeinden setzen die Grundsteuer in der Regel zum Jahresanfang fest. Die auf den neuen Grundsteuerwerten basierende Grundsteuer wird erstmalig ab dem 1. Januar 2025 zu zahlen sein.

Wie wird die Grundsteuer berechnet?

Die Grundsteuer wird in drei Stufen berechnet: Zuerst wird der Grundsteuerwert durch das Finanzamt ermittelt. Mit dem ermittelten Wert errechnet das Finanzamt den Grundsteuermessbetrag. Diesen Betrag benötigt die Kommune, um die Grundsteuer zu errechnen. Dieses Verfahren bleibt auch bei der neuen Grundsteuer erhalten.

Zu jedem Schritt wird ein eigener Bescheid erstellt. Alle Eigentümer:innen erhalten deshalb drei Bescheide.

Rechenweg:

Grundsteuerwert x Steuermesszahl x Hebesatz = Grundsteuer

Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie eine Erläuterung zur Berechnung der Steuermesszahl und des Hebesatzes.

Grundsteuerwertbescheid - Grundlage der Berechnung

Auf Grundlage der Daten, die die Eigentümer:innen übermitteln, berechnet das Finanzamt den Grundsteuerwert. Der Grundsteuerwert wird durch den Grundsteuerwertbescheid festgestellt. Dies ist der erste der drei Bescheide.

Der Bescheid enthält keine Zahlungsaufforderung. Er dient nur als Grundlage für die weiteren Berechnungsschritte.

Grundsteuermessbescheid - Berechnung mit Steuermesszahl

Der neu ermittelte Grundsteuerwert wird mit der gesetzlich festgeschriebenen Steuermesszahl multipliziert.

  • Für die Grundsteuer A wird mit der Steuermesszahl 0,55 v. T. multipliziert (Grundsteuerwert / 1.000 x 0,55 = Grundsteuermessbetrag).
  • Für die Grundsteuer B wird mit der Steuermesszahl 0,31 v. T. bzw. 0,34 v. T. multipliziert (Grundsteuerwert / 1.000 x 0,31 = Grundsteuermessbetrag). Handelt es sich um Wohnbebauung, ist die Messzahl 0,31 v. T., 0,34 v. T. gilt für sonstige z. B. unbebaute Grundstücke und Geschäftsgrundstücke.

Der Grundsteuermessbetrag wird jeweils der Eigentümer:in des Grundstücks bzw. der Inhaber:in des Betriebs der Land- und Forstwirtschaft und der Kommune, in welcher das Grundstück oder der Betrieb der Land- und Forstwirtschaft liegt, mit dem Grundsteuermessbescheid bekannt gegeben. Dies ist der zweite Bescheid.

Auch dieser Bescheid enthält keine Zahlungsaufforderung. Er ist die Grundlage für die Festsetzung der Grundsteuer durch die Kommune.

Grundsteuerbescheid - Berechnung der Kommune

Die Kommune erhebt die Grundsteuer für alle Grundstücke und Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, die in ihrem Gemeindegebiet liegen. Dazu wird der Grundsteuermessbetrag mit dem sogenannten Hebesatz der Kommune multipliziert, um die Höhe der Grundsteuer zu ermitteln und den Grundsteuerbescheid zu erlassen. Dies ist der dritte und letzte Bescheid.

Der Hebesatz soll durch die Kommunen so angepasst werden, dass die Grundsteuerreform insgesamt aufkommensneutral ist. Das bedeutet, die Kommunen werden nach der Reform nicht mehr Steuern einnehmen als zuvor. Für die einzelnen Steuerpflichtigen kann sich die Höhe der Grundsteuer jedoch ändern.

Die auf den neuen Grundsteuerwerten basierende Grundsteuer wird erstmalig ab dem 1. Januar 2025 zu zahlen sein.

Video: Was ist die Grundsteuer?

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