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Thema : Zuwanderungs- und Integrationsstatistik

Bevölkerung

Letzte Aktualisierung: 22.10.2019

Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund 2011-2021 in Schleswig-Holstein und Deutschland

Kommentar

Letzte Aktualisierung: 31.07.2014

Kommentar

Von allen westdeutschen Bundesländern hat Schleswig-Holstein den geringsten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Der Hintergrund ist, dass in den 1950er und 1960er Jahren industriebedingt weniger ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Schleswig-Holstein gekommen sind.

Die Aufnahme von Geflüchteten insbesondere aus Syrien, dem Irak und Afghanistan führte seit 2015 zu einem Anstieg der in Schleswig-Holstein lebenden Menschen mit Migrationshintergrund.

Wie in ganz Deutschland sind die Personen mit Migrationshintergrund im Schnitt jünger als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Ein Grund ist, dass die Mehrheit der Personen, die in den letzten Jahren nach Deutschland geflohen sind, jünger als 30 Jahre alt war.

Der Anstieg des Anteils von Personen mit Migrationshintergrund mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit ist ab 2015 auf den Zuzug von Geflüchteten zurückzuführen, die die rechtlichen Voraussetzungen für eine Einbürgerung, insbesondere die Aufenthaltsdauer, 2019 noch nicht erfüllen.

Ergebnis

Letzte Aktualisierung: 10.10.2019

In Schleswig-Holstein ist die Bevölkerung im Beobachtungszeitraum von 2011 bis 2019 von rund 2,8 Millionen auf rund 2,85 Millionen und damit um 1,8 Prozent gestiegen. Während die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund um 61,0 Prozent von 305.000 auf 491.000 zunahm, gab es bei Bevölkerung ohne Migrationshintergrund einen Rückgang um 5,4 Prozent (von 2.495.00 auf 2.360.000). Infolge dieser gegensätzlichen Entwicklung erhöhte sich der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung von 10,9 Prozent auf 17,2 Prozent.

Deutschlandweit stieg die Gesamtbevölkerungszahl im gleichen Zeitraum um 2,0 Prozent (von 80,2 auf 81,8 Millionen). Dabei erhöhte sich die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund um 47,3 Prozent (von 14, 2 auf 20,9 Millionen), die der Menschen ohne Migrationshintergrund sank dagegen um 7,7 Prozent (von 66,1 auf 61,0 Millionen). Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund stieg binnen acht Jahren von 17,6 Prozent auf 25,5 Prozent.

Im Vergleich zum Bundesgebiet lebten in Schleswig-Holstein prozentual weniger Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund. Im Jahr 2011 lag der Anteil im nördlichsten Bundesland 6,7 Prozentpunkte unter dem in Gesamtdeutschland, im Jahr 2019 betrug der Abstand sogar 8,3 Prozentpunkte.

Altersstruktur

Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund weist in Schleswig-Holstein eine deutlich jüngere Altersstruktur auf als die Einwohnerschaft ohne Migrationshintergrund. Im Jahr 2019 waren 26,9 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund unter 18 Jahre alt, wogegen es bei den Personen ohne Migrationshintergrund nur 14,1 Prozent waren.

In Deutschland insgesamt verhielt es sich ähnlich: Knapp ein Viertel (24,0Prozent) der Bevölkerung mit Migrationshintergrund war unter 18 Jahre alt. Bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund lag dieser Wert lediglich bei 14,0 Prozent.

Staatsangehörigkeit

Von den im Jahr 2019 in Schleswig-Holstein lebenden Menschen mit Migrationshintergrund hatten 259.000 (52,7 Prozent) die deutsche Staatsbürgerschaft. 232.000 (47,3 Prozent) besaßen eine ausländische Staatsangehörigkeit, darunter 143.000 eine aus einem Nicht-EU-Land. Im Jahr 2011 verfügten von den Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund noch 61,3 Prozent über einen deutschen Pass und lediglich 38,7 Prozent waren Ausländerinnen und Ausländer.

Deutschlandweit waren im Jahr 2019 unter den Personen mit Migrationshintergrund die mit deutschen Pass etwas schwächer (51,5 Prozent), jene ohne deutsche Staatsangehörigkeit dagegen etwas stärker vertreten (48,5 Prozent) als in Schleswig-Holstein.

Geburtsort

Betrachtet man die Bevölkerung mit Migrationshintergrund bezüglich des Landes ihrer Geburt, so zeigt sich für Schleswig-Holstein, dass im Jahr 2019 gut ein Drittel (33,6 Prozent) von ihnen in Deutschland geboren wurde (165.000 Personen). Knapp zwei Drittel (66,4 Prozent, 326.000 Personen) waren im Ausland zur Welt gekommen (Personen mit eigener Migrationserfahrung). Im kurzfristigen Vergleich zu 2017 hatte sich damit der Anteil der im Bundesgebiet geborenen Bevölkerung mit Migrationshintergrund (der 2017 bei rund einem Viertel lag) deutlich erhöht. In mittelfristiger Betrachtung gab es nur wenige Änderungen, denn schon 2011 lag der Anteil der hierzulande Geborenen bei rund einem Drittel.

In Deutschland waren 2019 von den Menschen mit Migrationshintergrund 34,3 Prozent (7,2 Millionen) in Deutschland und 65,7 Prozent (13,7 Millionen Personen) im Ausland geboren. Das entsprach in Bezug auf das zahlenmäßige Verhältnis zwischen hier und im Ausland zur Welt gekommenen Personen etwa der Verteilung in Schleswig-Holstein.

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Definition

Bevölkerung ohne und mit Migrationshintergrund in Privathaushalten (differenziert nach Deutschen mit Migrationshintergrund, EU-Ausländer/innen, Nicht-EU-Ausländer/innen, in Deutschland geboren, im Ausland geboren) in den Altersgruppen 0 bis unter 3, 3 bis unter 6, 6 bis unter 18, 18 bis unter 25, 25 bis unter 65 Jahre und 65 Jahre und älter.

Empirische Relevanz

Die Daten zur Altersstruktur zeigen, dass die Bevölkerung mit Migrationshintergrund durchschnittlich jünger ist als die ohne Migrationshintergrund. Diese jüngere Altersstruktur muss berücksichtigt werden, wenn bestimmte Indikatoren wie die Positionierung am Arbeitsmarkt oder die Einkommensposition betrachtet werden.

Bewertung der Kennzahlen

Wichtige Kennzahl zur Beschreibung der demografischen Zusammensetzung der Bevölkerung.

Datenquelle

Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Mikrozensus.

Methodische Besonderheiten

Seit 2017 wird der Migrationsstatus in Gemeinschaftsunterkünften nicht mehr abgefragt, so dass sich die Ergebnisse seit 2017 auf die Bevölkerung in Privathaushalten beziehen. Darüber hinaus wird hier, abweichend von früheren Berichten, der Migrationshintergrund "im weiteren Sinn", das heißt, einschließlich der Elterninformationen außerhalb des Haushalts der bzw. des Befragten definiert. Zur Vergleichbarkeit wurden für den sechsten Bericht die Daten des Berichtsjahres 2017 rückwirkend ebenfalls nach dem Migrationshintergrund "im weiteren Sinn" berechnet.

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