Seit Dezember 2016 habe es 590 Meldungen von Grippeerkrankten gegeben und damit deutlich mehr als vergangenes Jahr. Die tatsächliche Zahl sei jedoch mindestens zehnmal so hoch, sagte Fickenscher. Die meisten Menschen blieben bei einer Grippe zuhause und gingen nicht zum Arzt. Der Leiter des Kieler Instituts für Infektionsmedizin sprach von einer „ausgeprägten Grippe-Epidemie“, von der alle Altersgruppen betroffen seien.
Impfung zum potentiellen Höhepunkt einer Grippe-Welle ist nicht zu spät
Im Winter kursieren verschiedene Typen des Influenza-Virus. Diese vielfältigen und wandelbaren Influenza-Typen sind auch der Grund, weshalb eine Impfung nicht pauschal gegen Grippe schützen kann und jedes Jahr eine neue Impfung erfolgen sollte. Gegen den aktuell vorherrschenden Influenzavirus-Typ A(H3N2) schütze eine Impfung nur teilweise, sagte Fickenscher. Dennoch sei eine Impfung zu empfehlen. Der Erreger zeichne sich durch besonders ausgeprägte Grippe-Symptome aus, erklärte der Experte. Die Symptome setzten nach der Ansteckung sehr plötzlich ein und Betroffene fühlten sich bis zu einer Woche vollkommen erschlagen.
Die ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfung insbesondere für bestimmte Personengruppen, die ein besonderes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben:
Alle Personen ab 60 Jahre
unabhängig vom Lebensalter alle Personen (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) mit Grunderkrankungen wie Erkrankungen der Atmungsorgane, Herz- Kreislauferkrankungen, Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus, Immundefekten, chronischen neurologischen Krankheiten und HIV-Infektion.
Schwangere ab dem 2. Trimenon (4. Schwangerschaftsmonat)
Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
Alle diejenigen, die Kontakte mit vielen Menschen haben (z.B. in Einrichtungen mit hohem Publikumsverkehr)
Alle diejenigen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können
Medizinisches Personal und Personal in Alten- und Pflegeheimen, da dieses Personal einerseits selbst exponiert wird und geschützt werden muss und andererseits als Überträger für die Patienten in Frage kommt.
Weil eine Grippe-Infektion nicht nur bei älteren und chronisch kranken Menschen gefährlich verlaufen kann, sondern auch bei jungen und gesunden Menschen, wird in Schleswig-Holstein die Influenza-Impfung sogar ohne Einschränkung für alle Altersgruppen öffentlich empfohlen.
Quellen:
RKI
, dpa, Öffentliche Empfehlung von Schutzimpfungen in Schleswig-Holstein
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