Mit der Green-IT-Strategie verfolgt das Land Schleswig-Holstein das Ziel, die IT-Nutzung in der Landesverwaltung zu optimieren und den Ressourcenverbrauch digitaler Technologien zu reduzieren.
Um diesem Ziel näher zu kommen, hat das Land erstmals einen Preis in Höhe von 25.000 Euro für ein Projekt im Green-Coding vergeben. Der Begriff bezeichnet Software-Produkte, die von Anfang an so programmiert sind, dass sie möglichst wenig Energie verbrauchen.
Diesjähriger Gewinner
Gewonnen hat das Projekt "Green Ecolution" des Flensburger Unternehmens PROGEEK. Hinter der Software steckt eine einfache Idee: Bodenfeuchtesensoren an Stadtbäumen messen, wie viel Wasser im Boden steckt und senden die Werte dann an eine digitale Karte. Dort zeigt ein Ampelsystem an, welche Bäume gegossen werden müssen und welche gerade gut versorgt sind.
Aus diesen Daten plant die Software dann eine passende Route für die städtischen Gießfahrzeuge und berechnet auch Tankvolumen sowie Nachfüllstellen. Hierdurch fahren die Teams nur die Flächen an, die wirklich Wasser brauchen – in einer sinnvollen Reihenfolge und ohne Leerfahrten. Wer gezielt bewässert, spart deshalb nicht nur Wasser, sondern auch Kraftstoff, CO₂ und Arbeitszeit.
Stadtgrün erhalten
Die Software unterstützt Kommunen dabei, ihr Stadtgrün auch in immer trockeneren Sommern zu erhalten. Das ist wichtig, denn die Bäume kühlen das Stadtklima und schützen so vor der Sommerhitze. Seit Mai 2026 arbeitet das Team mit der Stadt Flensburg zusammen. Dort sind seitdem an zwölf Standorten Sensoren im Einsatz – bestellt sind 150 weitere Bodensensoren.
Die Software erleichtere die Arbeit deutlich, sagte Sönke Clausen vom Technischen Betriebszentrum Flensburg. Das Gießen habe im Sommer so viel Zeit eingenommen, dass andere Arbeiten dadurch liegen geblieben seien. "Die können wir jetzt endlich angehen", berichtet er.
Effiziente Programmiersprache
Bei der Entwicklung der Software hat das Unternehmen auf Sparsamkeit geachtet: Sie ist so gebaut, dass sie möglichst wenig Rechenleistung und Speicherplatz braucht. Die Geräte verbringen die meiste Zeit im Energiesparmodus – ihre Batterien halten somit jahrelang. Die Lösung betreibt das Unternehmen außerdem in einem deutschen Rechenzentrum, das mit Wasserkühlung statt klassischer Klimaanlage arbeitet. Dabei fließt Wasser in einem geschlossenen Kreislauf direkt an den Prozessoren der Server entlang und nimmt deren Wärme auf.
Offener Quellcode
Weiterhin ist der Quellcode der Software offen: Andere Kommunen können die Lösung dadurch nutzen, statt eigene Systeme neu zu entwickeln. "Weil der Code offen ist, können andere Städte direkt auf dem aufbauen, was wir in Flensburg erprobt haben", sagte Cedrik Hoffmann von PROGEEK. "Wichtig bleibt uns dabei, dass die Software selbst so sparsam wie möglich läuft." Das Team wolle die Software nun an andere Kommunen bringen – das Interesse sei schon da. "Die Städte müssen ihre Bäume durch Klimawandel und immer trockenere Sommer bringen und wir helfen dabei mit Sensoren im Boden und einer Software, die zeigt, wo Wasser gerade wirklich nötig ist."
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