HOHENLOCKSTEDT/KIEL. In Schleswig-Holstein gibt es ein neues Förderprogramm für Teichwirtinnen und Teichwirte. Umweltminister Tobias Goldschmidt präsentierte heute in der Fischerei Knutzen in Hohenlockstedt (Kreis Steinburg) die zentralen Ziele und Fördermöglichkeiten des neuen Programms. Das Teichprogramm zielt darauf ab, möglichst viele Teichwirtschaften in der Bewirtschaftung zu halten und damit gleichzeitig die Biologische Vielfalt im Land zu stärken.
„Bei Teichgebieten handelt es sich um vielfältige Lebensräume, die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause bieten. Diese Lebensräume gilt es langfristig zu erhalten. Teiche sind ein wichtiger Baustein zum Erhalt und zur Stärkung der Biodiversität in unserem Land, daher wollen wir die Teichwirtinnen und Teichwirte so gut es geht unterstützen“
, sagte Umweltminister Tobias Goldschmidt im Rahmen der Programmvorstellung.
Der Umfang der bewirtschafteten Teichflächen in Schleswig-Holstein ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Von ehemals mehreren tausend Hektar sind heute noch rund 400 Hektar übrig, die von wenigen Teichwirtinnen und Teichwirten bewirtschaftet werden. Unbewirtschaftete Teiche verlanden im Extremfall innerhalb weniger Jahre. Wirtschaftende Teichwirtinnen und Teichwirte sorgen dafür, dass die Verlandungsprozesse verlangsamt werden. Diese Gemeinwohlleistung soll zukünftig im Rahmen des Teichprogramms vergütet werden.
„Das neue Teichprogramm sorgt für eine echte Win-win-Situation mit positiven Auswirkungen für die schleswig-holsteinische Teichwirtschaft und den Natur- und Artenschutz. Mit dem neuen Programm setzen wir einen weiteren wichtigen Baustein unserer landeseigenen Biodiversitätsstrategie um“
, freute sich Minister Goldschmidt.
Das schleswig-holsteinische Umweltministerium stellt für das Programm jährlich einen Betrag in Höhe von 250.000 Euro zur Verfügung.
Weitere Informationen zum Teichprogramm:
Teiche stellen künstliche, durch den Menschen geschaffene Lebensräume dar, die in der Regel durch Regen gespeist werden. Die flachen Gewässer erwärmen sich im Frühjahr schnell, sodass Fische vergleichsweise schnell heranwachsen können. Auf der Gegenseite verlanden die Gewässer jedoch sehr schnell, sobald sie nicht mehr in geeigneter Form bewirtschaftet bzw. unterhalten werden. Die fischereiliche Bewirtschaftung mit bodenwühlenden Fischarten (insbesondere Karpfen) führt zu einer Trübung des Wassers. Hierdurch wird die Produktion von Phyto- und Zooplankton verringert und der Verlandungsprozess verlangsamt sich deutlich.
Betriebe können, bei entsprechender Fläche, pro Jahr einen Betrag von zunächst 15.000 Euro erhalten.
Die Förderrichtlinie richtet sich an Teichwirtschaftsbetriebe, die:
- bereit sind, ihre Teiche extensiv zu bewirtschaften
- mit einem Mindestbesatz von mindestens 40 Kilogramm pro Hektar mit bodenwühlenden Fischarten dafür Sorge tragen, dass ihre Teiche nachhaltig bewirtschaftet und langfristig erhalten werden
- bereit sind, sich für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren an dem Programm zu beteiligen
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