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Ministerium für Energie­wende, Klimaschutz, Umwelt und Natur : Thema: Ministerien & Behörden

Tobias Goldschmidt

Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur

Für mehr Artenvielfalt auf unseren Äckern: Modellprojekt erprobt neue Fördermaßnahmen für den Erhalt von selten gewordenen Ackerwildkräutern zusammen mit Landwirtschaftsbetrieben

Umweltstaatssekretärin Katja Günther: „Früher waren Äcker bunte Flächen mit einer Vielfalt blühender Pflanzen. Heute zählen Ackerwildkräuter zu den am stärksten gefährdeten Artengruppen. Das Modellprojekt zeigt Auswege – zusammen mit der Landwirtschaft.“

Letzte Aktualisierung: 06.07.2026

GUDOW. Wie man selten gewordene Ackerwildkräuter auf landwirtschaftlich genutzten Flächen besser erhalten und fördern kann, erprobt derzeit das neue Modellprojekt „Gemeinschaftlicher Ackerwildkrautschutz“, das das MEKUN im Rahmen der Landes-Biodiversitätsstrategie „Kurs Natur 2030“ fördert. Heute (Montag) informierte sich Naturschutz-Staatssekretärin Katja Günther bei einem Feldgespräch auf dem Hof der Familie Ahlers bei Gudow über das innovative Projekt, das vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) gemeinsam mit den Lokalen Aktionen landesweit umgesetzt wird. Das dreijährige Vorhaben hat zum Ziel, zusammen mit landwirtschaftlichen Betrieben auf freiwilliger Basis neue und praxistaugliche Ansätze für den Erhalt ackerwildkrautreicher Ackerflächen zu erproben.

Naturschutz-Staatssekretärin Katja Günther:Früher waren Äcker bunte Flächen mit einer Vielfalt blühender Pflanzen. Doch heute, nach Jahrzehnten intensiver Bewirtschaftung, zählen Ackerwildkräuter bundesweit zu den am stärksten gefährdeten Artengruppen. Dies hat auch negative Auswirkungen auf die Tierwelt, weil Ackerwildpflanzen die Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten bilden und diese wiederum für Feldvögel und weitere Tierarten der Feldflur überlebenswichtig sind. Das Modellprojekt wird hier wichtige Erkenntnisse liefern: Gefährdete Ackerwildkräuter profitieren von einer ehemals weit verbreiteten extensiven Nutzung von Ackerflächen. Diese Art der Bewirtschaftung hilft, die ursprünglich hohe und besondere Artenvielfalt unserer Äcker zu erhalten. Das Modellprojekt leistet mit der Erprobung und Evaluierung entsprechender neuer Fördermaßnahmen für ackerwildkrautreiche Äcker daher einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung unsere Landes-Biodiversitätsstrategie.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Austausch mit den teilnehmenden Landwirten. Gemeinsam wurden Erfahrungen aus der Praxis diskutiert und Möglichkeiten erörtert, wie sich landwirtschaftliche Produktion und die Biodiversitätsziele künftig noch besser miteinander verbinden lassen. Das Modellprojekt setzt hierbei auf eine enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Im Fokus stehen Maßnahmen, die sich in die betriebliche Praxis einfügen und gleichzeitig günstige Bedingungen für konkurrenzschwache und seltene Ackerwildkräuter schaffen. Dazu zählen beispielsweise nicht gedüngte Getreidebestände mit doppelten Reihenabständen, in denen zusätzlich auf eine Beikrautbekämpfung verzichtet wird.

Welche Ackerwildkrautarten eine besonders zentrale Funktion für das Ökosystem haben und welche Maßnahmen diesen Arten besonders zugute kommen, stellten Projektleiter Matthias Böldt vom Deutschen Verband für Landschaftspflege und Pflanzenexperte Dr. Sven Wehke vor. Zu den Arten, die von der angepassten Bewirtschaftung profitieren und heute vielerorts verschwunden sind, zählen beispielsweise der „Lämmersalat“ und das „Kahle Ferkelkraut“, zwei charakteristische Arten für nährstoffarme Ackerstandorte, die auf den Projektflächen noch vorkommen und über die Projektmaßnahmen exemplarisch gefördert werden.

Modellprojekt: Das ökologische Ergebnis zählt

Um einen tatsächlichen ökologischen Nutzen zu erzielen, setzt eine Fördermaßnahme des neuen Projekts den Nachweis charakteristischer Pflanzenarten auf den Flächen voraus – und nicht wie bei klassischen Fördermaßnahmen, dass bestimmte Vertragsauflagen eingehalten werden. Dieser neue Ansatz rückt damit das ökologische Ergebnis stärker in den Mittelpunkt und erleichtert den teilnehmenden Betrieben gleichzeitig die praktische Umsetzung.

Für die Erprobung der Kennartenmaßnahme hat der DVL in diesem Jahr erstmals landesweit zu einem Ackerwildkrautwettbewerb aufgerufen, an dem bereits 23 Betriebe teilnehmen. „Der Schutz und die Förderung der biologischen Vielfalt auf unseren Betriebsflächen sind uns schon immer wichtig. Die Teilnahme an dem Ackerwildkrautprojekt ist demzufolge für uns logische Konsequenz“, sagt Landwirt Henrik Ahlers, der auch mit einer Hoffläche an dem Wettbewerb teilnimmt, dessen Ergebnisse nach Abschluss der noch laufenden Ackerkartierungen durch den DVL ausgewertet und mitgeteilt werden.

Hintergrund

Die Erkenntnisse, die im Rahmen des Modellprojekts „Gemeinschaftlicher Ackerwildkrautschutz“ gewonnen werden, sollen in die Weiterentwicklung zukünftiger Förderangebote des Landes einfließen. Damit leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Landesbiodiversitätsstrategie und zeigt, wie durch kooperativen Naturschutz mit der Landwirtschaft gemeinsam Lösungen gefunden werden können, um die Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern.

Weitere Informationen:
Modellprojekt inklusive einer Darstellung der Maßnahmen

Fachkontakt für Rückfragen:

Matthias Böldt, Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V.
Tel: 0431 / 6599 8546 / Mobil: 0159 / 0127 0476
Email: .boeldt@dvl.org


Verantwortlich für diesen Pressetext:
Clara van Biezen, Carolin Wahnbaeck, Jonas Hippel, | Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7044 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@mekun.landsh.de | Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.mekun.schleswig-holstein.de
und
Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL)Matthias Böldt, Dr. Helge Neumann | Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V. - Koordinierungsstelle Landesarbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein | Barkauer Straße 48, 24145 Kiel | Telefon 0431 6599 8546 | E-Mail: info-sh@dvl.org | www.schleswig-holstein.dvl.org

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