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Ministerium für Energie­wende, Klimaschutz, Umwelt und Natur : Thema: Ministerien & Behörden

Tobias Goldschmidt

Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur

Startschuss für den Neubau eines rückwärtigen Klimadeichs in Behrensdorf

Küstenschutz-Staatssekretärin Katja Günther: „In Behrensdorf planen wir einen rückwärtigen Klimadeich, der dem Meer mehr Raum gibt. Diese Lösung ist viel effektiver, kosteneffizienter und vor allem nachhaltiger als eine Deichverstärkung an Ort und Stelle. Und sie schafft ökologisch wertvolle Salzwiesen.“

Letzte Aktualisierung: 24.07.2026

KIEL/BEHRENSDORF. Startschuss für einen Klimadeich, der zugleich dem Meer mehr Raum lässt und die dahinter liegenden Gemeinden besser schützt: Für dieses zukunftsträchtige Küstenschutzprojekt erhält heute (24.07) der Deichverband Kembs-Behrensdorf einen Förderbescheid. Dieser soll die Planung für den Bau des rückwärtigen Klimadeichs inklusive eines Spitzenschöpfwerks finanzieren. Staatssekretärin Katja Günther übergab den Förderbescheid an die Vertreter des Deichverbands. Damit beginnt der erste Neubau eines Landesschutzdeiches nach der Sturmflut 2023, finanziert mit Mitteln aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ des Bundes. Der Förderbescheid beläuft sich auf eine Höhe von 342.000 Euro.

Staatssekretärin Katja Günther: „In Behrensdorf planen wir einen rückwärtigen Klimadeich, der dem Meer mehr Raum gibt und die besiedelte Fläche im hinteren Bereich der Niederung schützt. Diese Lösung ist viel effektiver, kosteneffizienter und vor allem nachhaltiger als eine Deichverstärkung an Ort und Stelle. Und sie schafft ökologisch wertvolle Salzwiesen.“

Die Ostseesturmflut von Oktober 2023 hatte in Behrensdorf erneut gezeigt, dass der Regionaldeich des Deichverbandes unmittelbar an der Küstenlinie an seine Belastungsgrenzen stößt. Zwar hielt der Deich den Wassermassen stand, auch weil die Sturmwellen auf dem vorgelagerten Strandwall brachen, bevor sie auf den Deich trafen. Auch vor dem Hintergrund des verstärkt steigenden Meeresspiegels scheint ein Deichbruch allerdings nur eine Frage der Zeit.

Fast 70 Menschen wären dann akut gefährdet, weshalb eine nachhaltige Verbesserung des Sturmflutschutzes dringend erforderlich ist. Ein Klimadeich gewährleistet auch dann noch den Schutz, wenn der mittlere Meeresspiegel um einen Meter höher steht als heute. Zusätzlich schützt die Lage weiter landeinwärts, mit der neues Deichvorland entsteht. Hier wird den Sturmwellen ihre zerstörerische Kraft weitgehend genommen, bevor sie den Deich erreichen.

Das Land übernimmt für den Verband den Bau und die Finanzierung des Klimadeiches. Wenn der Deich fertiggestellt ist, übernimmt das Land den Deich und die Zuständigkeit für den Küstenhochwasserschutz für die Ortslage Behrensdorf. Staatssekretärin Günther dazu: „Mit dem Bau und der späteren Übernahme des Klimadeiches stehen wir zu unserer Zusage nach der Oktoberflut 2023, mehr Verantwortung für den Sturmflutschutz der Menschen an der Ostseeküste zu übernehmen.“

Auch die Natur profitiert

Zwischen neuem und altem Deich liegt das Naturschutzgebiet “Kleiner Binnensee und angrenzende Salzwiesen“, das auch ein nach europäischem Recht geschütztes Natura 2000-Gebiet ist. „Dieses Gebiet kann sich nach dem Bau des landeinwärts liegenden Klimadeiches wieder natürlich entwickeln und wird damit ökologisch aufgewertet. Wir machen hier also Küstenschutz und Naturschutz gleichzeitig, das ist eine klassische Win-Win-Situation“, sagte Staatssekretärin Günther.

Der Landesschutzdeich soll außerdem ein sogenanntes Spitzenschöpfwerk bekommen. Dies wird zusätzlich die Entwässerung des Hinterlandes verbessern, auch weil durch den Klimawandel Starkregenereignisse häufiger vorkommen.

„Das Sondervermögen des Bundes liefert das Geld, damit der Deich nun zügig gebaut werden kann. Mindestens genauso wichtig ist aber, dass wir es in Behrensdorf mit einer großen Offenheit und Bereitschaft der Menschen vor Ort zu tun haben. Ohne diese Unterstützung könnten wir diese innovative Lösung nicht umsetzen“, sagte Günther.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Clara van Biezen, Carolin Wahnbaeck, Jonas Hippel | Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7044 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@mekun.landsh.de | Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.mekun.schleswig-holstein.de und auf Instagram unter @mekun_SH

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