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Ministerium für Energie­wende, Klimaschutz, Umwelt und Natur : Thema: Ministerien & Behörden

Tobias Goldschmidt

Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur

Natürlicher Klimaschutz durch Seegraswiesen in der Ostsee

Umweltminister Tobias Goldschmidt: Natürlicher Klimaschutz ist eine Zweifach-Stärkung für unsere Natur, denn er stellt sich gleich zwei großen Krisen entgegen: Der Klimakrise und dem Artensterben. Die Seegraswiesen sind dafür ein anschauliches Beispiel vor unserer Haustür.“

Letzte Aktualisierung: 12.08.2025

KIEL. Im Rahmen seiner Klimaanpassungs-Tour besuchte Umweltminister Tobias Goldschmidt heute das GEOMAR und informierte sich bei Prof. Dr. Thorsten Reusch und seinem Team des ForschungsbereichMarine Ökologie über die Bedeutung von Seegraswiesen für Klimaschutz und Biodiversität. Natürlicher Klimaschutz ist eine Zweifach-Stärkung für unsere Natur, denn er stellt sich gleich zwei großen Krisen entgegen: Der Klimakrise und dem Artensterben. Wenn wir natürliche Lebensräume, wie Moore, Wälder oder die Seegraswiesen im Ozean, erhalten und wiederherstellen, können sie einerseits als Kohlenstoffspeicher dazu beitragen, den Klimawandel auszubremsen und gleichzeitig als Lebensraum biologische Vielfalt stärken. Die Seegraswiesen sind dafür ein anschauliches Beispiel vor unserer Haustür: Durch die Bindung von CO2 aus der Atmosphäre sind Seegraswiesen in der Ostsee ein mariner Kohlenstoffspeicher und können einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz leisten. Sie nehmen außerdem eine Schlüsselrolle für die Bewahrung und Wiederherstellung der marinen Biodiversität ein. Deshalb sind Projekte wie dieses so wichtig“, so der Minister. Am Ufer der Kieler Förde und auf einer gemeinsamen Schlauchboot-Tour informierte das Team des GEOMAR über das Projekt ZOBLUC, das im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums und des MEKUN gefördert wird.

ZOBLUC zielt darauf ab, die Speicherung von organischem Kohlenstoff in Seegraswiesen zu erfassen, zu modellieren und deren Zukunft unter veränderten Umweltbedingungen zu sichern. Durch Anzucht und Aussaat wird die Anpassungsfähigkeit von Seegras an zukünftige Klimabedingungen untersucht und verbessert. Projekte zur Renaturierung werden durch Citizen Science-Initiativen unterstützt. „Klimaschutz, Bewahrung der Biodiversität und aktive Einbindung derjenigen, die sich für Meeresschutz engagieren wollen, gehen bei diesem Projekt des GEOMAR Hand in Hand. Das ist ein Musterbeispiel für die Umsetzung unseres Aktionsplans Ostseeschutz!“ kommentierte Klimaschutzminister Goldschmidt. 

Zur langjährigen Zusammenarbeit mit dem GEOMAR unterstrich Minister Goldschmidt:Ein enger Austausch mit Wissenschaft und Forschung ist das Fundament, um die Herausforderungen wirksam anzugehen, vor denen wir beim natürlichen Klimaschutz und bei der Bewahrung der biologischen Vielfalt stehenEs ist gut, dass wir den hier ansässigen Instituten und Universitäten so viel Expertise in Schleswig-Holstein haben. Das GEOMAR ist gerade beim Meeresschutz immer wieder ein wichtiger Partner.  

Weitere Informationen: Seegraswiesen sind küstennahe marine Ökosysteme mit globaler Bedeutung. Sie gehören zu den wertvollsten Lebensräumen in den deutschen Küstengewässern. Seegraswiesen nehmen eine Schlüsselrolle als Lebensraum für die marine Biodiversität und als natürlicher Kohlenstoffspeicher ein. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Bindung von CO2 aus der Atmosphäre. Durch Fotosynthese binden Seegraswiesen CO2 als organische Kohlenstoffverbindungen und speichern es langfristig in den Pflanzen und insbesondere im Sediment als „Blauen Kohlenstoff" (blue carbon). Sie bieten Lebensräume für viele Meerestiere, darunter Fische, Krabben, Muscheln und weitere wirbellose Tiere. Der Schutz und die Wiederherstellung von Seegrasbeständen tragen wesentlich zur Erhaltung der marinen Biodiversität bei. Vor dem Hintergrund eines steigenden Meeresspiegels und zunehmender Häufigkeit und Intensität von Stürmen infolge des Klimawandels ist außerdem die stabilisierende Wirkung von Seegraswiesen für die Sedimente im Küstenbereich von Bedeutung. Um den Rückgang der Seegrasbestände besser zu verstehen und ihm entgegenzuwirken, sind umfassende Monitoring-Aktivitäten und gezielte Wiederansiedlungsmaßnahmen notwendig. Von großer Bedeutung für eine Bestandserweiterung ist die Verringerung von Nährstoffeinträgen in die Ostsee, wodurch das Wasser klarer würde und die Seegrasbestände wieder tiefer siedeln könnten.


Verantwortlich für diesen Pressetext: Clara van Biezen, Carolin Wahnbaeck, Jonas Hippel | Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7044 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@mekun.landsh.de | Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.mekun.schleswig-holstein.de

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