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Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) : Thema: Ministerien & Behörden

Die „Missunde III“ hat übernommen

Letzte Aktualisierung: 13.05.2026

Kosel/Brodersby. Die „Missunde III“ hat am 29. April den Betrieb zwischen Kosel (Schwansen) und Brodersby (Angeln) auf. Die Solarfähre transportiert zunächst Radfahrer, Fußgänger und Fahrzeuge bis zu einem Maximalgewicht von jeweils 7,5 Tonnen über die Schlei.

Diese Testphase soll dazu dienen, dass das Fährpersonal und der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) weitere Erfahrungen mit der neu konzipierten Fähre im Dauerbetrieb sammeln, bevor sie dann auch Fahrzeuge mit einem Maximalgewicht von 25 Tonnen befördern wird.

Ursprünglich sollte die ausschließlich mit elektrischer Energie betriebene „Missunde III“ am 1. April die Nachfolge der Dieselfähre „Missunde II“ antreten. Doch bei Testfahrten hatten sich Probleme mit den Anlegekeilen an beiden Ufern ergeben, die mittlerweile behoben worden sind. Sie wurden mit zusätzlichen Gewichten und neuen Rollen stabilisiert.
Aktuell hat der LKN.SH, der Betreiber der Fährlinie, die zusätzlichen Lasten von jeweils zehn Tonnen provisorisch auf den Anlegekeilen angebracht. Für die endgültige Anpassung muss der Betrieb voraussichtlich im Juni noch einmal für zwei Tage eingeschränkt werden.
Wolf Paarmann, Pressesprecher des LKN.SH, geht davon aus, dass diese Arbeiten so durchgeführt werden können, dass der Pendlerverkehr davon nicht betroffen sein wird. „Wir werden dieses Zeitfenster mit unserem Pächter abstimmen.“

Zwei Tage vor dem Start der "Missunde III" hatte die Schiffsuntersuchungskommission (ZSUK) auch das vorläufige Fährzeugnis ausgestellt. Nach einer Überprüfung am 14. April hatten sich aus Sicht der Kommission noch einige Mängel ergeben. Der LKN.SH lieferte die geforderten Nachweise umgehend, so dass die ZSUK ein bis Ende August gültiges Zeugnis ausstellen konnte.
„Wir haben diese Wartezeit auf das Zeugnis zwar für weitere Testfahrten nutzen können“, sagt Wolf Paarmann. „Aber es wurde höchste Zeit, dass wir für die Pendler und Touristen den Fährbetrieb über die Schlei endlich wieder aufnehmen.“

Laut Entscheidung der ZSUK muss die „Missunde III“ im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin mit zwei Fährleuten betrieben werden. Der Pächter, der LKN.SH und das Wirtschaftsministerium sind über eine entsprechende Anpassung der Fährpreise in einem konstruktiven Austausch.

Um ein endgültiges Fährzeugnis zu erhalten, müssen unter anderem die Tauchmarken noch einmal neu vermessen werden. „Eine erneute Überprüfung ist bei der Inbetriebnahme eines Schiffes ein gängiges Verfahren“, sagt Wolf Paarmann. „Wir werden die Mängelliste bis Ende August endgültig abgearbeitet haben.“

Zur Chronologie: Die „Missunde III“ war zuvor bei der Kieler Werft German Naval Yards mit zusätzlichen Batteriekapazitäten und Querstrahlrudern umgerüstet und anschließend an die Schlei überführt worden. Die vier Ruder sollen das Schiff beim Anlegen stabilisieren. „Diesen Zweck haben sie erfüllt“, sagt Wolf Paarmann. "Das war schon bei den ersten Testfahrten zu sehen."

Die neue Fähre sollte schon vor zwei Jahren ihren Dienst antreten, doch sie konnte bereits bei etwas anspruchsvolleren Witterungsbedingungen kein verlässliches Anlegen gewährleisten. Nun nimmt sie den zweiten Anlauf.

Der LKN.SH hatte die Schiffswerft Hermann Barthel GmbH mit den Umbauarbeiten beauftragt. Das renommierte Unternehmen mit Sitz in Derben (Sachsen-Anhalt) hat die „Missunde III“ gebaut und entschied sich auf Wunsch des LKN.SH und aus logistischen Gründen, für das Umrüsten auf einen regionalen Kooperationspartner zu setzen. Nach Verhandlungen mit mehreren schleswig-holsteinischen Werften entschied sich die Barthel GmbH für German Naval Yards Kiel. Hier wurde die "Missunde III" mit vier Querstrahlrudern nachgerüstet. Um ein Schiff bleiben zu können, das ausschließlich mit elektrischer Energie fährt, wurden zudem die Batteriekapazitäten an Bord entsprechend erhöht.

Die „Missunde III“ lag zuletzt im Hafen von Olpenitz und wurde von dort Anfang November 2025 nach Kiel geschleppt.

Anfang März 2026 wurden die Anleger an beiden Schleiufern für die „Missunde III“ angepasst und die "Missunde II" außer Dienst gestellt. Bis zum Start ihrer Nachfolgerin am 29. April fiel der Fährbetrieb zwischen Kosel und Brodersby aus.

Mitte Oktober 2025 wurden zwei Dalben auf der Nordseite (Brodersby) jeweils mehr als zehn Meter tief in den Grund der Schlei gerammt. Sie bieten der „Missunde III“ auch bei widrigen Witterungsbedingungen und Strömungsverhältnissen nun einen sicheren Liegeplatz.

MII oder MIII?: Die Landesregierung hatte in ihrer Kabinettssitzung am 28. Januar 2025 den Vorschlag des LKN.SH, trotz der Startschwierigkeiten weiter auf die „Missunde III“ zu setzen, gebilligt. Angesichts des hohen technischen Ausfallrisikos der alten Fähre und des Risikos von Änderungen gesetzlicher Grenzwerte – wie etwa bei der Abgasnorm – habe man den Weiterbetrieb der „Missunde II“ verworfen, so der damalige Verkehrs-Staatssekretär Tobias von Heide. „Zwar lägen die Gesamtkosten der Missunde II bis zum Jahr 2049 nach unserem Modell um 375.000 Euro unter denen der Missunde III, doch das wiegt das wirtschaftliche Gesamtrisiko nicht auf.“ Zudem entspreche es nicht dem klimapolitischen Ziel der Landesregierung, nach 2040 in der Schlei-Region noch eine Fähre mit Diesel zu betreiben. 
Die 3,9 Millionen Euro teure „Missunde III“ war im Januar 2024 nach einigen Bau- und Lieferverzögerungen von der Schiffswerft Hermann Barthel GmbH als Unikat an den LKN.SH ausgeliefert worden. Bei der Erprobung auf der Schlei hatte sich dann herausgestellt, dass die Seilfähre bei Windstärken über drei Beaufort verdriftet und nicht richtig auf die Anlegerampen trifft.

Zwischen Brodersby und Kosel werden pro Jahr rund 120.000 Fahrzeuge und rund 50.000 Fahrräder übergesetzt. Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, hatte das Land die im vergangenen Jahr bereits verkaufte „Missunde II“ vom dänischen Eigner wieder zurückgekauft. Sie liegt mittlerweile in Kappeln und soll erst verkauft werden, wenn die "Missunde III" auch im Dauerbetrieb verlässlich funktioniert.

Im Jahr 1471 startete der Fährbetrieb auf dieser Strecke. Mit der Inbetriebnahme der „Missunde III“ wird dafür erstmals und ausschließlich Strom als Energiequelle verwendet - an sonnigen Tagen sogar zu einem überwiegenden Teil aus den Solarzellen auf dem Dach des Schiffes.

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