Erfahrungen haben gezeigt, dass der Umgang mit (potentiell) traumatisierten Kindern und Jugendlichen an der Schnittstelle von stationärer Jugendhilfe und stationärer Psychiatrie nicht befriedigend geregelt ist. Immer wieder werden „schwierige“ Kinder und Jugendliche von den sie betreuenden Einrichtungen in den Kinder- und Jugendpsychiatrien (KJP) „abgegeben“, weil die Betreuungskräfte mit diesen Kindern und Jugendlichen nicht mehr zurechtkommen und psychiatrischen Behandlungsbedarf sehen. Von den KJPen wird jedoch häufig keine stationär behandlungsbedürftige psychiatrische Erkrankung diagnostiziert, so dass die Kinder und Jugendlichen nach kurzem Aufenthalt wieder an die Einrichtungen „zurückgegeben“ werden.
Um diesem „Drehtüreffekt“ zu begegnen, hat das zuständige Ministerium/Landesjugendamt gemeinsam mit den vier stationären KJPen in Schleswig-Holstein (Schleswig, Lübeck, Kiel und Elmshorn) das Projekt CONSILIUM gestartet. Es verfolgt folgende Ziele:
- Stabilisierung von (potentiell) traumatisierten Kindern und Jugendlichen durch niedrigschwellige Maßnahmen in den Einrichtungen selbst
- Vermeidung unnötiger Einweisungen in die stationäre KJP
- Verbesserung der Zusammenarbeit von KJP und Jugendhilfe
Förderung
Das Land fördert das Projekt auf Basis einer Förderrichtlinie, die vom 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2029 gilt. Förderung erhalten die KJPen für folgende Maßnahmen:
- Schulung und Beratung von Betreuungskräften in Jugendhilfeeinrichtungen
- bedarfsorientierte Konsiltermine in Jugendhilfeeinrichtungen
- Etablierung von Netzwerken zwischen stationärer Jugendhilfe und KJP für Austausch und Absprache, allgemein und bezogen auf Einzelfälle
Ansprechstellen
Interessierte Einrichtungsträger und Betreuungskräfte können sich zur Vereinbarung von Beratungs- und Konsilterminen direkt an die regional zuständigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner wenden.
Termine und Themen der Online-Fortbildungsreihe
Für die Schulung und Beratung von Betreuungskräften werden monatliche Online-Fortbildungen angeboten, in denen fundiertes Wissen über die Grundlagen und Hintergründe einzelner Krankheitsbilder und Themen vermittelt wird. Nähere Informationen zu diesen Online-Fortbildungen im Jahr 2026 erhalten Sie hier:
Termine 2026 für die Online-Fortbildungsreihe Modul II „Symposium zwischen den Meeren – Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie in einem Boot“
an jedem 2. Mittwoch im Monat (10 – 12 Uhr)
Anmeldung zum Newsletter zur Fortbildungsreihe auf der Website: www.consilium-sh.de
Über den Newsletter werden monatlich die Links zur Teilnahme an den Online-Fortbildungen versandt.
| Datum | Titel |
|---|
| 14.01.2026 | Krisenintervention – Wünsche und Wirklichkeiten aus zwei Blickwinkeln |
| 11.02.2026 | Stigmatisierung und Scham (die Psychiatrie, die psychiatrische Diagnose), Fragen oder lieber schweigen? |
| 11.03.2026 | Kinder- und jugendpsychiatrische/ psychotherapeutische Diagnostik und Psychotherapie stationär, ambulant (PIA und Niedergelassene) |
| 08.04.2026 | ADHS – Was ist das eigentlich genau und warum können Medikamente helfen |
| 13.05.2026 | Selbstverletzung – was versteht man darunter, was kann man tun, was soll man tun |
| 10.06.2026 | Verantwortungsgemeinschaft stationäre Jugendhilfe, Klinik und Schule |
| 08.07.2026 | Sommerferien - Pause |
| 12.08.2026 | Sommerferien - Pause |
| 09.09.2026 | Hinweise auf und Umgang mit Fetalen Alkoholspektrumstörungen - FASD |
| 14.10.2026 | Umgang mit Medien |
| 11.11.2026 | Chancen und Risiken der (begrenzten) Optionen medikamentöser Therapie in kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlungen |
| 09.12.2026 | Elternarbeit und Familientherapie |