Institut für
Qualitätsentwicklung an
Schulen Schleswig-Holstein: Thema: Ministerien & Behörden
Wirksam lernen
Höhere Motivation, nachhaltiges Verstehen und orientiert an der Lebenswelt: Der Landesfachtag Technik, Textillehre und Verbraucherbildung stellte handlungsorientierten Unterricht in Theorie und Praxis in den Fokus.
„Zentrale Frage ist: Wie kann Unterricht wirksam werden? Die Heterogenität wird immer stärker in Schulklassen. Lehrkräfte müssen sich also fragen: Was ist leistbar, und was ist effizient? Was passt zu den Ausgangsbedingungen?“, stellte Dr. Julia Menger in ihrem einführenden Vortrag beim Fachtag Technik, Textillehre und Verbraucherbildung am 12. März in Kiel fest. Zu dem ausgebuchten Termin kamen rund 130 Lehrkräfte nach Kiel, um sich mit der Methode Handlungsorientierung zu beschäftigen und ihre Kompetenzen zu vertiefen. Der Zugang gilt als zentrales Prinzip des lernwirksamen Unterrichts und trägt so maßgeblich dazu bei, fachliche methodische und überfachliche Kompetenzen nachhaltig zu fördern.
Zielorientierung als Kernmerkmal
In ihrem Vortrag arbeitete Dr. Julia Menger, die an der Europa-Universität Flensburg lehrt, Schlüsselstellen des handlungsorientierten Unterrichts und seine didaktischen Elemente heraus. Kernmerkmal sei neben der partizipativen Arbeit auch die Zielorientierung, die sich in ein schlüssiges Unterrichtskonzept füge. Schritt für Schritt stellte sie eine methodische Herangehensweise vor, die an die Erfahrungen der Lehrkräfte anknüpfte, und verdeutlichte die Chancen, die handlungsorientierter Unterricht biete. „Die Wirksamkeit dieser Methoden ist bewiesen. Handlungsorientierter Unterricht trägt zur Motivation bei und erleichtert den Zugang zur Kompetenzförderung – weil er sich um den Kern der partizipativen Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern dreht“, betonte Dr. Menger.
Die Teilnehmerinnen Ele Sturm und Miriam Hinrichsen (v. l.) erprobten eine einfache und zugleich motivierende Technik des Strickgraffiti-Workshops: das Gabelstricken.
Gemeinsam lernen
In Technik, Textillehre und Verbraucherbildung liegt der Fokus auf der aktiven Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand. Durch partizipative Strukturen und die Handlungsorientierung bereiten die Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler besonders auf das Leben vor – sie vermitteln Alltagskompetenzen und Problemlösungen. Weil sich die Kernelemente des partizipativen, selbstwirksamen Lernens fächerübergreifend integrieren lassen, war der Landesfachtag auf Vernetzung und Austausch ausgerichtet.
Das innovative Konzept bietet sich auch mit Blick auf kooperierendes Lernen in den Schulen an, betonte Dr. Gesa Ramm, Direktorin des IQSH: „Gerade bei Lernwirksamkeit wissen wir: Es geht darum, die Schülerinnen und Schüler zu Gestaltern ihres eigenen Lernens zu machen. Selbstgesteuertes Lernen macht sie resilient und stärkt sie.“ Mit innovativen Fachtagen wie diesem unterstütze das Institut deshalb Lehrkräfte dabei, als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ihren Schulen zu wirken und Lerngemeinschaften zu bilden.
Damit Lehrkräfte den theoretischen Input nutzen konnten, bot das Organisationsteam, die Landesfachberaterinnen Britta Christophersen, Silke Phieler und der Landesfachberater Johannes Walz, eine Fülle praktischer Beispiele mit Lernzielen für technische, soziale und gestalterische Aspekte. Eine Vielzahl an Workshops eröffnete den Teilnehmenden die Möglichkeit, handlungsorientierte Unterrichtskonzepte aus Technik, Textillehre und Verbraucherbildung kennenzulernen und Unterrichtsinhalte selbst exemplarisch zu erproben. Das überaus positive Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende des Landesfachtages betonte die Wirksamkeit und Bedeutung der handlungsorientierten Unterrichtsfächer für eine ganzheitliche Bildung.
Anregender, kollegialer Austausch – auch in den Pausen des Landesfachtages
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