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Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung,
Wissenschaft, Forschung und Kultur
: Thema: Ministerien & Behörden

Dr. Dorit Stenke

Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur

Auftakt der 5. Kieler Dialog-Reihe: KI verändert die Kultur – aber wie?

Kulturministerin Stenke und Gäste diskutieren über Kreativität, Urheberrecht und Verantwortung

Letzte Aktualisierung: 22.05.2026

Großes Interesse, viele Nachfragen und ein lebendiger Austausch: Mit einer gut besuchten Auftaktveranstaltung im Kulturspeicher Schleswig-Holstein ist die 5. Kieler Dialog-Reihe gestartet. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Thema, das auch den Kulturbereich längst erreicht hat: Künstliche Intelligenz oder kurz KI.

Unter dem Titel KI in Kultur: Kreativität, Recht, Verantwortung“ diskutierten Kulturministerin Dr. Dorit Stenke, Vertreterinnen und Vertreter aus Kunst, Kulturinstitutionen, Film und Wissenschaft sowie zahlreiche Gäste darüber, wie KI künstlerisches Arbeiten verändert, welche Chancen sie für Museen, Sammlungen, Film und Kulturvermittlung bietet – und wo es klare Regeln braucht.

Die Beteiligten des Kieler Dialogs stehen im Kulturspeicher vor dem Publikum und diskutieren über KI und Kultur.
Künstlerische Praxis, Kulturdaten, Film, Forschung und Kulturpolitik: Beim 5. Kieler Dialog kamen verschiedene Perspektiven auf Künstliche Intelligenz im Kulturbereich zusammen. „Die Digitalisierung im Kulturbereich ist kein Selbstzweck“, betonte Kulturministerin Stenke. Entscheidend sei, wie Technologie Inhalte zugänglicher, anschaulicher und dialogorientierter vermitteln könne.

Zwischen Aufbruch und offenen Fragen

Schon der Auftakt machte deutlich: Künstliche Intelligenz ist im Kulturbereich kein Zukunftsthema mehr. Sie wird bereits genutzt, erprobt und diskutiert – in künstlerischen Prozessen ebenso wie in Kultureinrichtungen, Archiven, Sammlungen oder der Film- und Kreativwirtschaft.

Dabei ging es nicht nur um technische Möglichkeiten. Im Zentrum standen vor allem die Fragen, die sich aus dem Einsatz von KI ergeben: Was bedeutet KI für künstlerische Autorschaft? Wie verändert sich der Blick auf Originalität und Bildwahrheit? Wie können Kultureinrichtungen KI sinnvoll einsetzen, ohne Transparenz, Rechte und Verantwortung aus dem Blick zu verlieren?

Ministerin Stenke: Früher hieß es immer, die Künstliche Intelligenz kommt. Heute ist sie da – als wichtiges Gegenwarts- und Zukunftsthema, als Chance und als Herausforderung. Gerade im Kulturbereich, wo individuelle Kreativität und Schaffenskraft im Mittelpunkt stehen, brauchen wir einen verantwortungsvollen Umgang mit KI, der Urheberrechte, Datenschutz und ethische Fragen einbezieht.

Prof. Dr. Tobias Hochscherf spricht vor Publikum im Kulturspeicher Schleswig-Holstein über KI in Kultureinrichtungen.
Prof. Dr. Hochscherf gab Einblicke in Anwendungen, Experimentierräume und offene Fragen rund um den Einsatz von KI in Kultureinrichtungen.

Konkrete Einblicke aus Kunst, Wissenschaft und Praxis

Nach der Begrüßung durch Berit Johannsen von der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek ordnete Kulturministerin Stenke das Thema in einem Grußwort ein. Anschließend gab die Künstlerin Sabine von Bassewitz mit dem Beitrag „Generative KI in der künstlerischen Praxis“ einen anschaulichen Einblick in die Arbeit mit KI. In ihrer künstlerischen Praxis nutzt sie generative KI unter anderem, um Erfahrungen und Symptome sichtbar zu machen, die sich fotografisch nur schwer darstellen lassen.

Weitere Impulse kamen von Prof. Dr. Thorsten Koch und Prof. Dr. Tobias Hochscherf. Koch beleuchtete KI, Kultur und gesellschaftlichen Wandel auch im historischen Kontext, Hochscherf richtete den Blick auf Anwendungen, Experimentierräume und offene Fragen in Kultureinrichtungen in Schleswig-Holstein.

Ministerin Dr. Dorit Stenke, Sabine von Bassewitz, Nicola Jones und Lukas Städing hören einer Frage aus dem Publikum zu.
Beim Auftakt der 5. Kieler Dialog-Reihe im Kulturspeicher wurde deutlich: KI ist im Kulturbereich angekommen – und es gibt Fragen.

Verantwortung als Teil der Innovation

Im anschließenden Podiumsgespräch wurde deutlich, wie breit das Thema KI im Kulturbereich inzwischen ist. Sabine von Bassewitz sprach über ihre Wahrnehmung als Künstlerin und Urheberin sowie über ihre künstlerische Praxis zwischen kamera- und promptbasierten Arbeiten. Lukas Städing von digiCULT brachte die Perspektive von Museen, Sammlungen und Kulturdaten ein. Nicola Jones von der MOIN Filmförderung / Filmwerkstatt beleuchtete die Bedeutung von KI für Film, Bewegtbild und Kreativwirtschaft.

Ein wiederkehrender Gedanke des Abends: KI kann neue Zugänge schaffen, Prozesse unterstützen und kreative Ausdrucksformen erweitern. Zugleich braucht es Orientierung – etwa bei Urheberrecht, Kennzeichnung, Datengrundlagen und der Rolle des Menschen im kreativen Prozess. Denn letzterer bleibt dabei unersätzlich.

Sabine von Bassewitz, Nicola Jones und Lukas Städing beim Podiumsgespräch über KI in Kultur.
Im Podiumsgespräch diskutierten Sabine von Bassewitz, Nicola Jones und Lukas Städing über künstlerische Praxis, Film und Bewegtbild sowie den Umgang mit Kulturdaten. Ein zentrales Thema: KI kann kreative und kulturelle Arbeit erweitern – ersetzen kann sie das persönliche Erleben von Kunst und Kultur nicht.

Dialog wird fortgesetzt

Mit der 5. Kieler Dialog-Reihe schafft das Ministerium einen Raum für Austausch über Chancen, Grenzen und Verantwortung beim Einsatz Künstlicher Intelligenz. Der Auftakt im Kulturspeicher zeigte: Der Gesprächsbedarf ist groß – und der Kulturbereich in Schleswig-Holstein ist bereit und motiviert, diese Debatte aktiv mitzugestalten.

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