"Die am 8. Mai bekannt gewordene antisemitische Plakatierung in Kiel zeigt für mich eine neue Dramatik gesellschaftlicher Entgleisung. Es ist ein Versuch, Menschen, die sich gegen Antisemitismus engagieren, öffentlich zu diffamieren. Dies ist ein Angriff auf demokratisches Engagement und ein friedliches Miteinander.
Der Vorfall zeigt, dass auch Menschen, die sich gegen Antisemitismus engagieren, Zielscheibe antisemitisch motivierter Einschüchterung werden können. Die dort abgebildeten Personen zeichnen sich durch ein besonderes Engagement im Kampf gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben aus.
Die Veröffentlichung von Namen, Fotos und Privatadressen haben eine neue Qualität – erst recht, wenn dies mit einem offenen Aufruf zur Gewalt verbunden wird.
Ich begrüße, dass sich so viele Menschen und Institutionen solidarisch zeigen. Dabei darf es aber nicht bleiben. Dieser Vorfall zeigt uns erneut, dass wir wachsamer und aktiver denn je sein müssen.
Ich bin den Behörden in Schleswig-Holstein für ihre Arbeit ausgesprochen dankbar und habe großes Vertrauen in die Ermittlungsarbeit. Ich selbst habe am 8. Mai umgehend Kontakt zu den Behörden und zu Einzelpersonen aus meinem Netzwerk aufgenommen und Strafanzeige erstattet."