Lübeck, 02.04.2026 – Wie kann Zusammenarbeit zwischen Handwerk, Medizin und Forschung dazu beitragen, das Thema Hören besser zu verstehen und die Versorgung weiterzuentwickeln? Darüber informierte sich die Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holsteins, Dr. Dorit Stenke bei einem Besuch des HörHanse e.V. in Lübeck. Bei Gesprächen mit Beteiligten und Einblicken in aktuelle Anwendungen und Forschung rund um das Hören erhielt sie Einblicke in die verschiedenen Perspektiven der im Verein verbundenen Akteure.
„Am Standort Lübeck kommen Ausbildung, Forschung und praktische Versorgung in außergewöhnlicher Weise zusammen – von der Berufsschule über Meisterqualifikation bis zu Studium und wissenschaftlicher Forschung. Die HörHanse verbindet diese Strukturen und stärkt den Austausch zwischen den Beteiligten. Ganz Schleswig-Holstein kann davon profitieren“
, sagte Ministerin Dr. Stenke beim Besuch der HörHanse. Damit griff sie ein Thema auf, das auch gesellschaftlich an Bedeutung gewinnt: Mit einer älter werdenden Bevölkerung steigt der Bedarf an professioneller Hörversorgung, zugleich entwickeln sich Technologien und wissenschaftliche Erkenntnisse rund um das menschliche Gehör stetig weiter. Auch der Wissenschaftsrat begrüßt „angesichts des hohen Stellenwerts der Hörakustikausbildung in Lübeck das neugegründete Bündnis HörHanse und ermutigt […], dieses Alleinstellungsmerkmal sichtbarer zu machen und gemeinsam mit einschlägigen Unternehmen und Krankenhäusern Transfer- bzw. Translationspotenziale zu erschließen.“
In der HörHanse arbeiten Handwerk, Hörversorgung und Wissenschaft Hand in Hand
Die HörHanse bringt Menschen zusammen, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem Thema Hören beschäftigen. Dazu gehören Hörakustikerinnen und Hörakustiker, Ärztinnen und Ärzte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Lehrende und Ausbildende. Sie arbeiten weiterhin in ihren jeweiligen Berufen – etwa in der Versorgung von Patientinnen und Patienten, in der Ausbildung des Branchennachwuchses oder in Forschung und Lehre. Im Netzwerk lernen sie die Perspektiven der anderen Bereiche kennen und tauschen sich über Erfahrungen, Fragestellungen und mögliche gemeinsame Ansätze aus. So können Kompetenzen gebündelt und vorhandene Ressourcen besser genutzt werden. Gleichzeitig entstehen Kontakte, die Kooperationen erleichtern und den Austausch zwischen Praxis, Ausbildung und Forschung stärken.
„In den vergangenen Jahren ist ein Netzwerk entstanden, in dem Menschen rund um das Thema Hören auf Augenhöhe zusammenarbeiten“
, sagt PD Dr. Hendrik Husstedt, Vorstandsvorsitzender des HörHanse e.V. „Besonders wichtig ist die enge Verbindung von Handwerk, Hörversorgung und Wissenschaft. Erkenntnisse aus der Forschung fließen direkt in die Versorgung von Menschen mit Hörproblemen ein, während Erfahrungen aus Klinik und Hörakustik zugleich wichtige Impulse für die Forschung geben. Auf dieser starken Vernetzung möchten wir weiter aufbauen.“
Der Standort Lübeck bietet dafür besondere Voraussetzungen. Hier treffen berufliche Ausbildung, Meisterqualifikation, Studium und wissenschaftliche Forschung rund um das Thema Hören aufeinander. Für die kommenden Jahre planen die Beteiligten, die Zusammenarbeit weiter auszubauen. Diskutiert werden unter anderem gemeinsame Forschungsinfrastrukturen, stärkere Kooperationen mit Unternehmen sowie internationale Kontakte. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Koordination des Vereins als Netzwerks: So werden Strukturen geschaffen, in denen sich Menschen aus unterschiedlichen Bereichen begegnen, austauschen und gemeinsame Projekte entwickeln können. Wie dieser Austausch konkret aussieht, zeigt sich etwa bei den HörHanse-Tagen am 10. und 11. Juni in Lübeck, bei denen Fachleute aus Wissenschaft und Praxis zusammenkommen, Einblicke in aktuelle Projekte geben und interdisziplinäre Impulse setzen.
Verantwortlich für diesen Pressetext: Clara Kruse | Wissenschafts- und Transfermanagerin HörHanse | Hanse Innovation Campus Lübeck | c/o Universität zu Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23562 Lübeck | E-Mail: kruse@hic-luebeck.de
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