KIEL. Im Landtag hob Bildungsministerin Karin Prien heute (15. Juni) den Stellenwert von Sozialarbeit im Lebensraum Schule hervor: „Schulsozialarbeit agiert an der so wichtigen Schnittstelle zwischen Schule und Kinder- und Jugendhilfe. Das Zusammenwirken der unterschiedlichen Professionen ist entscheidend, um Kinder und Jugendliche gut zu unterstützen und ihnen das mitzugeben, was sie für eine gute und erfolgreiche Bildung und Entwicklung brauchen“
, sagte sie. Dafür brauche es eine gemeinsame Verantwortung von Schule, Schulträger sowie der Kinder- und Jugendhilfe, sowohl bei der qualitativen Umsetzung und Weiterentwicklung als auch bei der Finanzierung.
Durch die Corona-Pandemie und den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hätten die Schülerinnen und Schüler gerade auch im psychosozialen Bereich großen Unterstützungsbedarf und würden bereits jetzt zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt:
- Über das „Aktionsprogramm Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ des Bundes wurden von Oktober 2021 bis Dezember 2022 3,45 Millionen Euro für zusätzliches Personal in der Sozialarbeit zur Verfügung gestellt.
- Über das „Sofortprogramm zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen bei psychosozialen Folgen von Pandemie und Krisen“ werden Landesmittel in Höhe von 5 Millionen Euro für den Zeitraum August 2022 bis Dezember 2024 bereitgestellt.
- Jeweils 3 Millionen Euro werden für 2022 und 2023 für Maßnahmen der Schulsozialarbeit im Rahmen der Aufnahme ukrainischer Schülerinnen und Schüler zur Verfügung gestellt.
- Mit dem Projekt „Pro Jung“ gibt es erstmals ein Projekt, das die psychische Belastung durch Schülerinnen und Schüler in der Pandemie untersucht. Es bietet Lehrkräften Empfehlungen, wie sie die betroffenen Kinder und Jugendlichen noch besser unterstützen können.
- Das Programm „TIK SH – Traumapädagogik in Kindertagesstätten, in der Kindertagespflege und Familienzentren“ wird auf die Grundschulen ausgeweitet. In diesem Programm können die Lehrkräfte in ihrem beruflichen Alltag unterstützt werden und sich zum Thema Traumapädagogik fortbilden.
- Über das „Sofortprogramm zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen bei psychosozialen Folgen von Pandemie und Krisen“ werden auch 15 zusätzliche, befristete Schulpsychologenstellen finanziert, um mehr Beratungsangebote im Rahmen des bestehenden Konzeptes zu ermöglichen und Sprechstunden an Schulen anzubieten. In der ersten Jahreshälfte sind vier Schulpsychologinnen und Schulpsychologen für das Sofortprogramm befristet eingestellt worden. Es ist vorgesehen, in der zweiten Jahreshälfte weitere 6 Psychologinnen und Schulpsychologen befristet einzustellen, so dass voraussichtlich 10 der 15 Stellen in diesem Jahr besetzt werden können.
Nach den Worten der Ministerin sind Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter unverzichtbar für die multiprofessionellen Teams an den Schulen. Deshalb wolle man in Schleswig-Holstein „an jeder Schule ein personell-kontinuierliches Angebot der Schulsozialarbeit schaffen. Dieses Ziel werden wir unter Beteiligung von Bund, Land und Kommunen vorantreiben“
, sagte Prien und dankte dem Landtag für das fraktionsübergreifende Bekenntnis zur Schulsozialarbeit.
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