Fachstelle TABU hilft bei drohender Genitalverstümmelung
Die Fachstelle TABU der Diakonie Altholstein zum Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung (FGM/C) erhält 2026 100.000 Euro vom Land. Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken überreichte am 16. Februar offiziell einen Förderbescheid.
Die Ministerin machte sich bei einem Besuch in der Beratungsstelle ein Bild von der Arbeit. Sie sagte: "Die Fachstelle leistet seit 2018 spezialisierte und hochsensible Arbeit zum Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung in Schleswig-Holstein. Sie bietet ein landesweites Angebot, das sich gezielt an betroffene und gefährdete Frauen und Mädchen richtet. Mit der Förderung tragen wir dazu bei, dass dieses wichtige Angebot verlässlich betrieben werden kann."
Betroffene auch in Schleswig-Holstein
Nach Schätzungen des Bundesfamilienministeriums (2024) sind in Deutschland fast 123.000 Frauen und Mädchen von FGM/C betroffen oder bedroht. Für Schleswig-Holstein liegen spezifische Dunkelzifferschätzungen von Terre des Femmes aus dem Jahr 2022 vor. Demnach sind im Land etwa 2.000 Frauen und rund 1.000 Mädchen betroffen, weitere 461 Mädchen gelten als potenziell gefährdet.Insbesondere Anfragen im Zusammenhang mit FGM/C und Asyl haben nach Angaben der Beratungsstelle in den vergangenen Jahren zugenommen. Insgesamt wurden im Jahr 2025 130 Personen persönlich beraten.
Landesförderung von zentraler Bedeutung
Die neue Landesfinanzierung ist vor dem Hintergrund finanzieller Herausforderungen von zentraler Bedeutung. Hintergrund ist, dassdie beiden EU-geförderten "AMIF-Projekte", über die bisher ein Großteil der Arbeit finanziert wurde, ausgelaufen sind bzw. in Kürze enden.
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