Navigation und Service

Der Ministerpräsident - Staatskanzlei : Thema: Ministerien & Behörden

Daniel Günther

Ministerpräsident

Bundeswehr-Forschungszentrum kommt nach Kiel

Die Bundesregierung plant die Einrichtung eines weiteren Innovationszentrums der Bundeswehr in Kiel. Ministerpräsident Daniel Günther begrüßte die Entscheidung.

Letzte Aktualisierung: 20.05.2026

Die Fregatte Schleswig-Holstein fährt über das Meer. 
Künftig sollen maritime Technologien für die Bundeswehr in Kiel erprobt werden.

Drohnen, Künstliche Intelligenz und modernes elektronisches Gerät – auf den Schlachtfeldern der Zukunft wird technologischer Vorsprung zum entscheidenden Faktor. Aus diesem Grund hat die Bundeswehr im Februar 2026 das Innovationszentrum der Bundeswehr in Erding (Bayern) eröffnet. Das Ziel: Neue Technologien schneller in die Bundeswehr bringen. Dafür arbeiten Unternehmen, Start‑ups, Universitäten und Soldaten eng zusammen, um neue Geräte und Systeme unter Bedingungen zu testen, die dem echten Einsatz möglichst ähnlich sind. In Berlin hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius nun angekündigt, ein weiteres Innovationszentrum für maritime Systeme in Kiel einzurichten.

"Ein Schub für Kiel"

Ministerpräsident Daniel Günther bezeichnete die Entscheidung als eine herausragend gute Botschaft für Schleswig-Holstein und für den maritimen Standort Deutschland. "Kiel ist genau der richtige Ort für dieses Zentrum. Wir haben in Schleswig-Holstein frühzeitig den Grundstein gelegt, die richtigen Partner zusammengebracht und mit dem Innovationsnetzwerk für maritime Sicherheitstechnologien genau die Strukturen geschaffen, auf denen das Bundeswehr-Innovationszentrum jetzt aufbauen kann", sagte der Regierungschef. "Diese Entscheidung ist deshalb nicht nur eine große Auszeichnung, sondern auch das Ergebnis konsequenter Vorbereitung und enger Zusammenarbeit."

Idealer Standort

Schleswig-Holstein biete eine für Deutschland einmalige Ausgangslage, sagte Günther: "Maritime Erprobungsgebiete, exzellente Forschungseinrichtungen, innovative Start-ups und leistungsstarke Unternehmen liegen hier in einer Dichte beieinander, die es so in Deutschland kaum ein zweites Mal gibt. Genau diese Verbindung aus Wissenschaft, Wirtschaft und praktischer Erprobung macht Kiel zu einem idealen Standort."

Neue Arbeitsplätze

Deutschland bekomme damit im Norden die passende Ergänzung zum Innovationszentrum der Bundeswehr in Erding. "Mit Kiel und Erding entsteht eine starke Innovationsachse für die Bundeswehr. Für Schleswig-Holstein ist das eine enorme Chance: für unsere maritime Wirtschaft, für Forschung und Entwicklung, für neue Arbeitsplätze und für die technologische Souveränität unseres Landes", sagte der Ministerpräsident.

Maritimes Testgelände

Künftig soll nun Schleswig-Holstein als maritimes Testgelände dienen, um Schiffe, Sensoren und Systeme für die Seefahrt und Verteidigung auf See zu erproben. Der Gedanke ist nicht neu: Bereits im September 2025 hatte die Landesregierung ein maritimes Innovations‑Netzwerk mit Hochschulen, Wirtschaft und Marine gegründet, den "Tech Hub SVI Nord".

Fünf Männer und Frauen stehen an Stehtischen und geben eine Pressekonferenz.
Im September 2025 hatte die Landesregierung mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bundeswehr ein Innovationsnetzwerk für maritime Technologien gegründet.

Das vom Land mit 230.000 Euro jährlich geförderte und zunächst mit einer zusätzlichen Stelle bei der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WT.SH) angesiedelte Netzwerk soll insbesondere maritime Technologien voranbringen, mit dem Fokus auf autonome Systeme und Sensorik.

Mehr erfahren: Startschuss für maritimes Innovations-Netzwerk (Meldung vom 24. September 2025)

Forschung nicht ausschließlich militärisch

Für Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen geht es bei der Zusammenarbeit des geplanten Innovationszentrums mit dem im September 2025 gegründeten Netzwerk vor allem darum, dass die Bundeswehr von Produkten und Technologien aus der Wirtschaft profitiert, die sowohl zivil wie auch militärisch nutzbar sein können – so genannte dual-use-Anwendungen. "Immerhin reicht unsere Forschungsinfrastruktur rund um Kiel von der Wehrtechnischen Dienststelle WTD 71 über das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, die Unversität, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften bis hin zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt", betonte Madsen. Ergänzt werde dieses "technologische Ökosystem" durch die größte Ansammlung maritimer Unternehmen in Deutschland – von innovativen Start-ups bis hin zu Global Playern wie TKMS, Rheinmetall oder Anschütz.

Einrichtung noch in diesem Jahr

Die Bundeswehr gibt seit Beginn des Krieges in der Ukraine große Summen für moderne Wehrtechnik aus. Dafür wurde nicht nur ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro aufgelegt – auch der Verteidigungshaushalt wurde erhöht. So wurden zwischen 2023 und 2025 rund 189 Milliarden Euro in Rüstungsgüter investiert: unter anderem Kampfjets, Luftverteidigungssysteme, die Digitalisierung des Heeres oder KI-Projekte. Das neue Innovationszentrum in Kiel soll voraussichtlich noch 2026 aufgebaut werden.

"Schleswig-Holstein steht bereit"

Ministerpräsident Günther betonte, dass die sicherheitspolitische Lage die Bedeutung maritimer Verteidigungsfähigkeit noch einmal deutlich vor Augen geführt habe. "Spätestens seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist offensichtlich, dass die Sicherheit Europas massiv bedroht ist. Das gilt in besonderer Weise auch für den Ostseeraum und unsere Partner im Baltikum. Die maritime Sicherheit ist zu einer zentralen Frage europäischer Sicherheit geworden. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass wir technische Kompetenzen, Forschung, Wirtschaft und Bundeswehr enger zusammenbringen. Das Bundeswehr-Innovationszentrum in Kiel wird dazu einen entscheidenden Beitrag leisten. Wir haben keine Zeit zu verlieren – und Schleswig-Holstein steht bereit."

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link:

Datenschutz

Mastodon