Nach seinem Praktikum beim Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein (LVermGeo SH) stand für Kjell Gregersen seine berufliche Zukunft fest: Im August 2025 startete er in seine Ausbildung als Vermessungstechniker.
Das Land zentimetergenau erfassen und die Daten anschließend präzise im Büro auswerten: Als angehender Vermessungstechniker gewinnt Kjell Gregersen Geodaten, die für Bauvorhaben, Landkarten und Grundstücksgrenzen unverzichtbar sind. Beim Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein (LVermGeo SH) erfasst er mit modernster Technik die Welt in Zahlen. Damit ist die Ausbildung für ihn die perfekte Kombination aus praktischer Arbeit im Außendienst und sorgfältiger Auswertung im Büro.
Praktikum als Einstieg
Lange wusste der 22-Jährige nicht, welchen beruflichen Weg er nach seinem Schulabschluss einschlagen möchte. Auf einer Ausbildungsmesse lernte er am Stand des LVermGeo SH den Beruf des Vermessungstechnikers kennen. Er entschied sich anschließend für ein zweiwöchiges Praktikum in den Sommerferien und erhielt Einblicke in die Praxis und vor allem in den Außendienst. Das überzeugte ihn: Kurz darauf bewarb sich der damalige Schüler online beim LVermGeo SH – nach einem Einstellungstest und Vorstellungsgespräch folgte wenige Wochen später die Zusage.
Seit August 2025 ist Kjell in der Ausbildung. Besonders schätzt er die Arbeit im Freien: "Im Außendienst hat mich noch nichts gelangweilt", sagt der Schleswig-Holsteiner. Gemeinsam mit seinem Team ist er häufig schon um sieben Uhr morgens unterwegs. Mit dem Messbus fahren sie zu ihren Einsatzorten, um Gebäude, Grundstücke und Gelände zu vermessen. Das erfordert Zeit und Sorgfalt: Je nachdem, wie komplex ein Gebäude ist, dauert die Vermessung eines Gebäudes etwa eine Stunde oder länger. Kjell und seine Kolleginnen und Kollegen führen jede Messung doppelt durch – nur so sind die Ergebnisse ganz genau.
Mathe und Präzision
Die Sorgfalt zahlt sich aus – auch noch Jahrzehnte später. Denn Vermessungsdaten werden natürlich archiviert, manchmal für sehr lange Zeit. "In 100 Jahren muss man in den Karten noch lesen können, was du geschrieben hast", sagt der Auszubildende. Deshalb lernt er in der Berufsschule die Normschrift. "Auch ein mathematisches Verständnis und Physik sind wichtig", betont Kjell. Mindestens genauso entscheidend ist auch die Arbeitsweise. Genauigkeit und Gründlichkeit sind im Vermessungswesen unverzichtbar.
Für den Auszubildenden ist die Arbeit beim LVermGeo SH von zentraler Bedeutung. Während Grundbuchämter festhalten, wem ein Grundstück gehört, dokumentiert die Vermessung dessen Lage, Größe und Grenzen. Diese Daten sind nicht nur für Eigentümerinnen und Eigentümer wichtig – auch der Rettungsdienst profitiert davon. Gerade in ländlichen Regionen können Grundstücke weitläufig sein und mehrere Zufahrten haben. Im Notfall ist es entscheidend, schnell den richtigen Zugang zu finden. Navigationssysteme von Rettungsdiensten greifen daher auf die präzisen Daten der Vermessungstechnikerinnen und Vermessungstechniker zurück.
Vom Wattenmeer bis zur Landwirtschaft
Kjell absolviert seine Ausbildung überwiegend am Standort in Husum. Dennoch sind Hospitationen geplant, zum Beispiel bei öffentlich bestellten Vermessungsbüros. Auch beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN.SH) ist ein Austausch möglich: Dort kann Kjell sogar das Wattenmeer vermessen. Auch nach seiner Ausbildung stehen ihm verschiedene Wege offen: Er kann sich vorstellen, zum Beispiel ein Studium anzuschließen.
Tipps für Unentschlossene
Für Unentschlosse sei das Praktikum genau das Richtige, um praktische Erfahrungen zu sammeln, betont Kjell. "Das hat mir wirklich geholfen", sagt er. "So konnte ich herausfinden, ob mir die Arbeit hier wirklich liegt."
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