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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei : Thema: Ministerien & Behörden

Daniel Günther

Ministerpräsident

Fünf-Punkte-Plan für mehr Pünktlichkeit

Um den seit Jahren störungsanfälligen Betrieb auf der 173 Kilometer langen Strecke zwischen Hamburg, Niebüll und Westerland leistungsfähiger und robuster zu machen, haben sich das Land Schleswig-Holstein und die Deutsche Bahn (DB) auf einen Fünf-Punkte-Plan verständigt.

Letzte Aktualisierung: 21.04.2026

Zahlreiche Männer und Frauen sitzen in einem großen Quadrat zusammen und diskutieren. 
Die Teilnehmenden des Marschbahndialogs von Land und Bahn einigten sich auf konkrete Vorhaben zur Verbesserung der Verkehrsanbindung von Sylt.

Die Marschbahn bringt täglich Pendlerinnen und Pendler sowie Touristinnen und Touristen nach Sylt. Doch seit Jahren gibt es Probleme mit Zugausfällen und Verspätungen. Auf Sylt haben nun Ministerpräsident Daniel Günther und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen mit Deutsche-Bahn-Chefin Evelyn Palla und Staatssekretär Stefan Schnorr vom Bundesverkehrsministerium konkrete Vorhaben vereinbart, um diese Probleme zu beheben.

Kurz- und langfristige Lösungen

"Die mehr als 400.000 Menschen an der Westküste brauchen endlich eine Marschbahn, auf die sie sich verlassen können", sagte Günther. "Wir alle kennen die seit langem anhaltenden Probleme, und die gehen wir jetzt an. Deswegen haben wir heute den Fünf-Punkte-Plan beschlossen. Für mehr Stabilität im Betrieb und Maßnahmen, die schnell wirken: zusätzliche Zeitpuffer, bessere Abläufe im Störfall und gezielte Investitionen in Infrastruktur und Technik. Die Verbesserungen müssen im Alltag unmittelbar spürbar werden. Klar ist aber auch, dass wir die Probleme dauerhaft nur mit mehr Kapazität lösen. Deshalb treiben wir den Ausbau der Strecke konsequent voran."

"Die Marschbahn braucht einen Neustart - und genau den bringen wir jetzt gemeinsam auf den Weg", erklärte DB-Chefin Palla und betonte dabei ebenfalls die Dringlichkeit eines zweigleisigen Streckenausbaus. Staatssekretär Stefan Schnorr vom Bundesverkehrsministerium sagte die Unterstützung des Bundes für den Ausbau zu – unter der Voraussetzung, dass das Land weiterhin die Planungskosten vorfinanziert.

Sylter Lebensader

An dem Marschbahn-Dialog nahmen auch DB-InfraGO-Vorstands­vorsitzender Dr. Philipp Nagl, Verkehrs-Staatssekretärin Susanne Henckel sowie Vertreterinnen und Vertreter der Bundesnetzagentur, der Sylter Pendlerinitiative, weiterer Verkehrsunternehmen sowie Bundes- und Landtagsabgeordnete teil. Angesichts von Pünktlichkeitswerten, die an manchen Wintertagen nur bei 50 bis 60 Prozent liegen, bezeichnete Madsen die Situation als nicht länger hinnehmbar. "Die Strecke ist die einzige landseitige Verbindung zur Insel Sylt und damit ihre Lebensader. Pendlerinnen und Pendler, Unternehmen, Gäste sowie Einrichtungen der Daseinsvorsorge können nicht realistisch auf andere Verkehrsmittel ausweichen."

Trassentausch für mehr Pünktlichkeit

Einen deutlichen Anstieg der Pünktlichkeit erhoffen sich Land und DB durch einen Trassentausch zwischen Regionalverkehr (DB Regio) und den Autozügen. Denn: Aufgrund der hohen Auslastung der Strecke und der überwiegenden Eingleisigkeit ab Husum/Niebüll verstärken sich Verspätungen bislang sehr schnell. Durch den Tausch der Trassen erhält der Regionalverkehr zusätzliche Fahrzeitreserven von bis zu 15 Minuten zwischen Husum und Niebüll. Diese Puffer ermöglichen es, Verspätungen aus dem Zulauf – insbesondere aus Richtung Hamburg – künftig deutlich besser abzubauen. Voraussetzung hierfür ist jedoch die Bereitstellung zusätzlicher Fahrzeuge sowie mehr Personal. Die Projektkosten teilen sich Land und DB zu gleichen Teilen. Aufgrund der Fahrzeugverfügbarkeit kann die Umsetzung des Trassentauschs erst mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026/27 erfolgen.

Zug und Menschen am Bahnsteig
Der Bahnhof Westerland ist eine der wichtigsten Stationen der Marschbahn. Er soll umfassend modernisiert werden.

Neues Störfallkonzept

Ergänzend wird ein gemeinsames Störfallkonzept entwickelt und umgesetzt, das alle beteiligten Eisenbahnverkehrsunternehmen und Instandhaltungsbereiche enger verzahnt. Ziel ist, den Betrieb nach typischen Störungen schneller zu stabilisieren, sodass sich Verspätungen nicht über Stunden aufschaukeln. Dafür sollen klare Abläufe für häufige Störungssituationen festgelegt werden. So können etwa im Einzelfall bestimmte Verkehrsmittel gezielt priorisiert werden, um den Gesamtverkehr zu entlasten. Zusätzlich wurden die Material- und Ersatzteilkapazitäten entlang der Strecke ausgebaut und die Instandhaltungsstandorte in Husum, Niebüll, Klanxbüll und Westerland gestärkt – speziell für den Bereich Fahrbahn- sowie Leit- und Sicherungstechnik.

Mehr Kapazität durch zweigleisigen Ausbau

Einigkeit besteht darüber, dass die Kapazitätsengpässe auf der Strecke mittelfristig nur durch einen zweigleisigen Ausbau im Abschnitt Niebüll – Westerland gelöst werden können. Dieser wird in den besonders belasteten Abschnitten Niebüll–Klanxbüll und Morsum–Tinnum derzeit vorbereitet. . Die laufenden Planungen werden durch eine (Vor)-Finanzierung des Landes fortgesetzt. Auch die Elektrifizierung bleibt Teil der Modernisierungsstrategie für die Marschbahn.

Elektronisches Stellwerk für Niebüll

Die Deutsche Bahn hat zwischen 2019 und 2025 rund 219 Millionen Euro in die Marschbahn investiert, unter anderem in neue Gleise auf 210 Kilometer Länge sowie in Weichen, Bahnübergänge und Brücken. Für die Jahre 2026 bis 2030 sind weitere 68,7 Millionen Euro vorgesehen. Zusätzlich fließen bis 2028 rund 144 Millionen Euro in die Leit- und Sicherungstechnik, insbesondere in das neue Elektronische Stellwerk (ESTW) Niebüll, das bis Frühjahr 2028 in Betrieb gehen soll und neun mechanische Stellwerke ersetzt.

Moderner Bahnhof Westerland

Mit täglich rund 7.300 Reisenden ist Westerland ein zentraler Knotenpunkt der Marschbahn, auch der Bahnhof wird in den nächsten Jahren umfassend modernisiert und zukunftsfähig ausgebaut. Geplant sind unter anderem vollständig erneuerte und verlängerte Bahnsteige, neue bzw. zusätzliche Bahnsteigdächer, die erweiterte barrierefreie Ausstattung durch ein Blindenleitsystem und einen Reisendeninformationsschalter sowie die Sanierung des Empfangsgebäudes. Die Bauarbeiten im Empfangsgebäude sollen bereits Ende 2026 beginnen und bis 2029 abgeschlossen sein. Das Land und der Bund teilen sich die Kosten für die Bahnsteigumbauten, der Bund finanziert die Sanierung des Empfangsgebäudes und die erweiterten Ausstattungsmerkmale.

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