Aufgrund seiner Lage als "Land zwischen den Meeren" ist Schleswig-Holstein mit seinen Häfen Knotenpunkt für Handel und Tourismus – und ebnet damit die Grundlage für eine internationale Zusammenarbeit mit anderen Küstenländern.
Auch in der deutsch-finnischen Beziehung spielt die maritime Infrastruktur eine wichtige Rolle: Von Lübeck aus bestehen regelmäßige Verbindungen zu mehr als zehn finnischen Häfen.
Festlichkeit in Lübeck
Seit nun schon zehn Jahren symbolisiert der Deutsch-Finnische Hafentag diese enge Partnerschaft und bietet eine Plattform für den Dialog zwischen den beiden Regionen. "Die Beziehung zwischen Schleswig-Holstein und Finnland wird vor allem hier in Lübeck besonders gut gepflegt. Mit engen Handelsverbindungen und dem Deutsch-Finnischen Hafentag", sagte Ministerpräsident Daniel Günther in der Lübecker Musik- und Kongresshalle. "Zum zehnten Mal bietet der Hafentag die Gelegenheit, dass wir uns austauschen, gemeinsame Vorhaben anstoßen, unsere Beziehungen weiter vertiefen."
Sicherheit im Fokus
Beim Hafentag ging es neben der Infrastruktur der Häfen und dem effizienten Gütertransport auch um die Sicherheit im Ostseeraum. Russlands Überfall auf die Ukraine und seine Aggressionen gegenüber den EU- und NATO-Ländern hätten dazu geführt, dass die Länder noch enger zusammengerückt seien, betonte der Regierungschef. Ein Beispiel hierfür sei der Beitritt von Schweden und Finnland zur NATO.
Voneinander lernen
"Ich freue mich, dass unsere finnischen Freunde Teil unseres Verteidigungsbündnisses sind", sagte Günther. "Denn wir haben nicht nur wichtige Handlungsbeziehungen. Wir verfolgen gemeinsam innovative Projekte." Dabei könne Schleswig-Holstein besonders von der Sicherheit und Verteidigung Finnlands lernen.
Besuch im hohen Norden
Aus diesem Grund wird der Ministerpräsident gemeinsam mit einer Delegation Ende November nach Finnland reisen. Dabei besucht er einige Unternehmen – darunter auch das Schifffahrts- und Energieunternehmen Wärtsilä. Außerdem geht es bei dem Besuch um Themen wie die Verteidigung und den Umgang mit hybriden Angriffen. "Finnland hat von allen EU-Ländern die längste Landesgrenze mit Russland. Finnland hat auch deshalb seine Verteidigungsbereitschaft immer hochgehalten und plant, seine Verteidigungsausgaben noch einmal deutlich zu erhöhen", sagte Günther. "Gleichzeitig hat die Bundesrepublik ihr Verteidigungsbudget massiv erhöht und von der Schuldenbremse befreit." Hieraus ergäben sich Chancen für gemeinsame Beschaffungs- und Rüstungsprojekte, die den Wohlstand und die Sicherheit im Ostseeraum stärken.
Bedeutung der Häfen
Bei der Sicherheit käme auch den Häfen eine besondere Stellung zu, betonte der Regierungschef. Deshalb investiere Schleswig-Holstein auch einen Anteil des Infrastruktur-Sondervermögens in seine Häfen. Doch das allein reiche nicht aus – bundesweit gäbe es einen Finanzierungsbedarf von 15 Milliarden Euro in diesem Bereich. Aus diesem Grund fordere Schleswig-Holstein den Bund auf, jährlich verlässlich mindestens 400 Millionen Euro für die Häfen bereitzustellen. "Unser Wohlstand und unsere Sicherheit hängen nicht unwesentlich davon ab."
Zusammenarbeit vertiefen
Zuletzt betonte Günther, dass insbesondere im Ostseeraum wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen zusammen gedacht werden müssten. Aus diesem Grund sei eine starke Partnerschaft zwischen Schleswig-Holstein und Finnland bedeutsamer denn je. "Und dafür leistet der Deutsch-Finnische Hafentag wichtige Arbeit", betonte er. "Lassen Sie uns diesen Tag nutzen, um die Zusammenarbeit im Ostseeraum zu vertiefen – für wirtschaftliche Stabilität, für nachhaltige Entwicklung, und für ein sicheres Europa."
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