HAMBURG/KIEL. Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther reisen am Montag (13. April) gemeinsam in die Ostseeregion und besuchen Polen, Litauen und Lettland. Mit ihrer ersten gemeinsamen Auslandsreise setzen die beiden Ministerpräsidenten ein Zeichen für eine enge norddeutsche und nordeuropäische Zusammenarbeit. Das Ziel ist, die Kooperation in den Bereichen maritime Wirtschaft, Cybersicherheit sowie in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie auszubauen. Begleitet nach Gdańsk (Danzig), Vilnius und Riga werden sie von Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke, Digitalisierungsminister Dirk Schrödter, Hamburgs Staatsrätin Liv Assmann, Mitgliedern der Hamburgischen Bürgerschaft und des Schleswig-Holsteinischen Landtages sowie einer Delegation aus Wirtschaft und Wissenschaft.
Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: "
Hamburg und Schleswig-Holstein haben viele gemeinsame Interessen und arbeiten eng zusammen. Mit der gemeinsamen Delegationsreise wollen wir die wirtschaftlichen Beziehungen zu Polen und den baltischen Staaten ausbauen und uns ein Bild von der Sicherheitslage im Ostseeraum machen. Die Länder an der Grenze zu Russland und unsere Häfen sind besonders von den Bedrohungen aus dem Ukraine-Konflikt betroffen. Über die NATO und die Europäische Union sind wir in starken Bündnissen miteinander verbunden, die deutsche Bundeswehr beteiligt sich aktiv an der militärischen Sicherung gegenüber Russland. Als Landesregierungen haben wir auch selbst die Aufgabe, uns auf mögliche Krisen vorzubereiten und unsere Resilienz zu stärken. Das betrifft die Cybersicherheit, den Zivilschutz und die zivil-militärische Zusammenarbeit. Hierüber wollen wir uns in Danzig, Riga und Vilnius mit unseren europäischen Nachbarn austauschen. Ich freue mich, dass ich die Gespräche gemeinsam mit meinem Kollegen Daniel Günther führen kann und wir unsere langjährige gute Kooperation damit ausweiten und vertiefen."
Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein: "
Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig enge Partnerschaften rund um die Ostsee sind. Neben dem Angriff Russlands auf die Ukraine machen auch die aktuellen geopolitischen Entwicklungen weltweit deutlich, dass Europa enger zusammenstehen und seine Stärke gemeinsam entfalten muss. Sicherheit entsteht nicht im Alleingang, sondern durch Vertrauen und Zusammenarbeit. Wir wollen mit dieser Reise das klare Signal senden, dass wir bereit sind, unseren Beitrag im Bündnis der NATO zu leisten. Schleswig-Holstein und Hamburg haben dabei eine besondere Rolle: Wir verbinden die Wirtschaftsräume von Nord- und Ostsee. Der Hamburger Hafen ist eine zentrale Drehscheibe für den Handel im Ostseeraum – und damit auch ein wichtiger Anker für Stabilität und Zusammenarbeit in der Region. Diese Reise nutzen wir, um unsere Kooperationen gezielt auszubauen – das gilt für den Schutz kritischer Infrastruktur, für resiliente Lieferketten und bei der Sicherheit im maritimen Raum. Denn klar ist: Ein starker Ostseeraum ist ein Gewinn für ganz Europa."
Reiseauftakt in Polen: Maritime Wirtschaft
Erste Station der Reise ist Gdańsk (Danzig), einer der größten und modernsten Seehäfen Europas und Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Pommern. Mit Gdańsk sowie den Nachbarstädten Gdynia und Sopot bildet Pommern eine der wirtschaftlich dynamischsten Regionen Polens. Sicherheitspolitisch kommt Gdańsk und Pommern aufgrund der Lage an der Ostsee und der Nähe zur russischen Exklave Kaliningrad eine besondere Bedeutung an der NATO-Ostflanke zu. 2026 ist die Stadt Gdańsk Gastgeberin der Ukraine Recovery Conference.
Vor Ort führen die beiden Ministerpräsidenten politische Gespräche mit der Regierungs- und Verwaltungsspitze der Woiwodschaft Pommern und der Stadtpräsidentin von Gdańsk, Aleksandra Dulkiewicz. Eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Zukunft der Ostsee-Region spielt die Kooperation der Häfen von Hamburg, Schleswig-Holstein, Gdańsk und Gdynia, die vertieft werden soll. Auf dem Programm stehen auch ein Besuch des Europäischen Zentrums der Solidarność und des Gdansk Science and Technology Parks mit dem Industrial Robot Programming Centre und dem Sitz der Polish Space Agency POLSA.
Litauen: Sicherheit, Verteidigung und Cybersicherheit
In Vilnius, der Hauptstadt Litauens, besuchen Bürgermeister Tschentscher und Ministerpräsident Günther am Mittwoch, 15. April, die Panzerbrigade 45 "Litauen" der Bundeswehr am Standort Nemenčinė und tauschen sich mit dem stellvertretenden Kommandeur über den Einsatz an der NATO-Ostflanke aus. Darüber hinaus sind politische Gespräche geplant, insbesondere mit Litauens Minister für Verkehr und Kommunikation sowie dem Minister für Wirtschaft und Innovation. Mit rund 890 Start-ups ist Vilnius ein führender Technologie- und Gründungsstandort in der Europäischen Union. Die Delegation aus Hamburg und Schleswig-Holstein wird bei ihrem Aufenthalt mit Unternehmen aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie aus dem IT-Sektor zusammenkommen und sich bei Besuchen im National Crisis Management Center sowie des Unternehmens RSI Europe informieren.
Lettland: Cybersicherheit, digitale Souveränität, Hafen und maritime Wirtschaft
Im Anschluss (16. April) reisen Bürgermeister Tschentscher und Ministerpräsident Günther nach Riga, die Hauptstadt Lettlands und zugleich größte Metropole sowie wichtigster Seehafen des Baltikums. Wie auch Estland gilt Lettland als ein europäisches Vorbild für digitale Verwaltung. Bekannt als historisches Handelszentrum, liegt der wirtschaftliche Schwerpunkt Rigas heute vor allem in der Informations- und Kommunikationstechnologie. Politische Gespräche führen die beiden Ministerpräsidenten mit der Ministerpräsidentin Lettlands, Evika Siliņa, sowie mit der Außenministerin, dem Minister für Wirtschaft, dem Minister für Verteidigung und dem Minister für smarte Verwaltung und regionale Entwicklung. Eine Netzwerkveranstaltung in Anwesenheit der Außenministerin an der Technischen Universität Riga mit dem UniLab Defence zum Thema "Lettlands Kompetenzen in autonomen Systemen und Drohnentechnologien" bietet Einblicke in Lettlands digitale Sicherheitspraxis. Am Freitag, 17. April, reist die Delegation nach einem Termin beim Freihafen Riga zum Thema "Cybersicherheit und digitaler Souveränität" zurück nach Deutschland.
Hintergrund: Hamburg, Schleswig-Holstein und der Ostseeraum
Hamburg und Schleswig-Holstein verbinden traditionell gute Beziehungen mit dem Ostseeraum, die bis in die Hansezeit zurückreichen. Durch ihre geografische Lage und ihre Häfen haben beide norddeutschen Bundesländer eine Brückenfunktion zwischen Skandinavien und Mitteleuropa sowie zwischen Ost- und Nordsee und stellen dadurch die Anbindung des Ostseeraums an die internationalen Märkte sicher. Angesichts der veränderten geopolitischen Lage in Europa gewinnt die Zusammenarbeit in den Bereichen wirtschaftliche Resilienz, Energieversorgung, digitale Souveränität und Innovation zunehmend an Bedeutung. Über Kooperationsformate wie die EU-Ostseestrategie, die Union of the Baltic Cities und die Baltic Sea States Subregional Cooperation unterhalten beide Bundesländer seit den 1990er Jahren sehr enge wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Verbindungen in den baltischen Raum.
Verantwortlich für diesen Pressetext: Pressestelle des Senats | Christopher Harms, Senatssprecher | Tel. 040 42831 2242 | E-Mail: pressestelle@sk.hamburg.de | Vivien Albers, Frauke Zelt | Düsternbrooker Weg 104, 24105 Kiel | Tel. 0431 988-1704 | E-Mail: regierungssprecherin@stk.landsh.de | Medien-Informationen im Internet: www.schleswig-holstein.de