KIEL. Ein Podcast von Kindern für Familien, Programmierkurse speziell für Mädchen, ein Handyladeschrank für die digitale Entlastung, ein partizipatives Kinderstadtradio oder auch Kurzvideos, die Notfallkompetenz mit aktiver Medienarbeit verbinden: Die eingereichten Beiträge für den Medienkompetenzpreis 2026 stehen für ein vielfältiges Interesse und gleichzeitig für einen bewussten Umgang junger Menschen mit digitalen Medien. Besonders herausragende Projekte hat das Land heute (am 24. April) gemeinsam mit dem Offenen Kanal Schleswig-Holstein (OKSH) heute in Kiel ausgezeichnet.
"Wir können heutzutage durch digitale Medien und KI-Technologien gigantisch große Mengen an Information sekundenschnell erhalten, verarbeiten und verbreiten. Diese positiven Potenziale können aber in geopolitisch unsicheren Zeiten und verstärkt durch ungefilterte Falschnachrichten, durch Hate Speech oder Deepfakes vornehmlich in Sozialen Netzwerken zu einer Bedrohung für das Funktionieren unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung werden"
, sagte Dirk Schrödter, Minister für Digitalisierung und Medienpolitik. "Das Erlenen eines bewussten, kritischen Umgangs mit Medien betrifft uns alle, kann nicht früh genug beginnen und stärkt die Demokratie. Der Auf- und Ausbau der Medienkompetenz hat daher für uns als Landesregierung eine außerordentlich hohe Bedeutung. Das Format des Medienkompetenzpreises leistet in dem Zusammenhang seit Jahren einen wichtigen Beitrag. Mit den Preisen würdigen wir innovative Projekte, aber vor allem das herausragende Engagement der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in der Medienkompetenzbildung."
"Aufmerksamkeit ist eine Währung – unsere festliche Gala ist darum auch Anerkennung für die vielen wichtigen Projekte im Land"
, sagte Henning Fietze, Leiter des Offenen Kanals Schleswig-Holsten. "Häufig ist dieser Preis dann ein Impuls für mehr: Die Preisträger trauen sich mehr zu, denken größer und fördern so die Medienbildung im Lande voller Esprit und Einfallsreichtum!"
Der bereits zum siebten Mal vom Land gemeinsam mit dem Offenen Kanal Schleswig-Holstein (OKSH) verliehene Medienkompetenzpreis ist mit insgesamt 13.000 Euro dotiert. Der Preis wird von einer Jury in drei unterschiedlichen Kategorien verliehen – außerunterrichtliche Projekte, außerschulische Projekte und der Sonderpreis für Projekte mit dem Schwerpunkt Medienbildung und Demokratieförderung. In diesem Jahr gab es 45 Einreichungen, aus denen sieben Projekte ausgewählt wurden.
Die Preisträgerinnen und Preisträger in der Kategorie außerunterrichtliche Projekte an der Schule:
- 1. Platz (3.000 Euro): Radio Eckhorst Bargteheide, REB (Kreis Stormarn): "REB goes Stormini FM" ist ein partizipatives Peer-to-Peer-Kinderstadtradio von Radio Eckhorst Bargteheide und dem KJR Stormarn. Zuvor ausgebildete Jugendliche geben ihr Medienwissen praxisnah an Kinder weiter. Das Projekt stärkt Selbstwirksamkeit, Demokratieverständnis und Medienkompetenz.
- 2. Platz (2.000 Euro): "Brücken bauen mit Robotik", RBZ Technik der Landeshauptstadt Kiel: Das Projekt ist ein Bildungs- und Medienkompetenzprojekt des RBZ-Technik in Kooperation mit der HAW Kiel. Dabei werden Berufsschülerinnen und Berufsschüler an der HAW Kiel zu gendersensitiven Multiplikatoren für Informationstechnik und Robotik qualifiziert und tragen Wissen und Motivation in Gemeinschaftsschulen, um Schülerinnen und Schüler der Klassen 6-8 zu begeistern
- 3. Platz (1.000 Euro): "Schule*Hilfe*Medien" Carl-Jacob-Burckhardt Gymnasium Lübeck: Schule*Hilfe*Medien“ verbindet Notfallkompetenz mit aktiver Medienarbeit. Dafür entwickeln Schülerinnen und Schüler unter wissenschaftlicher Begleitung der Uni Lübeck realitätsnahe 360°-, VR- und Kurzvideos für jugendliche Plattformen wie Instagram, reflektieren Gesundheitsinformationen kritisch und vermitteln ihr Wissen als Peer-Coaches an ihre Schulgemeinschaft.
Die Preisträgerinnen und Preisträger in der Kategorie außerschulische Projekte:
- 1. Platz (3.000 Euro): TSV Kollmar e.V. "Kleine Sportreporter – live dabei für den Verein" (Kreis Steinburg): Im Rahmen des Projekts wurde eine neue Website gelauncht, auf der die Sparten eigene Berichte einstellen können. Dafür wurden die "Sportreporter" ausgebildet, die nun eigenständig über Spiele, Turniere und Events des Vereins berichten. Sie hatten dazu Text-, Bild- und Filmworkshops erhalten.
- 2. Platz (geteilt / 1.000 Euro): ADS-Kita Satrup "Podcast von Kindern für Familien" (Kreis Schleswig-Flensburg): Die ADS-Kita Satrup nimmt regelmäßig mit den Kindern und auch Eltern Podcasts auf und veröffentlicht diese auf Spotify. Die Kinder üben sich in der Sprache und am Mikrofon. Dieses Projekt dient somit der Sprachförderung und darüber hinaus auch der Öffentlichkeitsarbeit der Kita.
- 2. Platz (geteilt / 1.000 Euro): Institut für Informatik, CAU zu Kiel, "Girls Code @ CAU Kiel": Das Projekt bietet Schülerinnen in einem geschützten Raum die Möglichkeit, Programmieren zu lernen oder Programmierfähigkeiten zu vertiefen. In entspannter Atmosphäre werden die Mädchen spielerisch und kreativ an das Programmieren herangeführt und von Informatikern und Informatikerinnen betreut.
- 3. Platz (1.000 Euro): Kinder- und Jugendtreff Blauer Elefant (Kiel), "Akku voll – Kopf frei": Gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern des Jugendtreffs Blauer Elefant wurde ein Handyladeschrank geplant und gebaut. Er bietet Möglichkeiten zur digitalen Entlastung und entstand aus dem Bedarf nach sicheren Ladeplätzen. Gleichzeitig dient er als Anlass für Gespräche über Mediennutzung und Verantwortung.
Sonderpreis (1.000 Euro) Medienbildung und Demokratieförderung:
- Jugendbüro der Stadt Bad Segeberg in Kooperation mit der Gemeinschaftsschule am Seminarweg, "Die Geschichte hört niemals auf": Das Projekt zum Thema Bücherverbrennung zur Zeit des Nationalsozialismus dient als demokratiefördernde Maßnahme und Auseinandersetzung mit dem Rechtsruck in unserer Zeit. Die Schülerinnen und Schüler ließen in einem Hörspiel die Charaktere durch die Zeit reisen, setzten sich mit den Geschehnissen von 1933-1945 auseinander und zogen parallelen zur aktuellen politischen Lage in Deutschland mit dem Fokus auf die lokale Geschichte in Bad Segeberg.
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