FLENSBURG/SCHLESWIG. In der Pflege von Patienten ist gut geschultes Fachpersonal unerlässlich. Wie Künstliche Intelligenz dessen Arbeit effizient unterstützen sowie die Situation von pflegebedürftigen Menschen verbessern kann, zeigen zwei vom Land geförderte Projekte aus Schleswig-Holstein. Digitalisierungsminister Dirk Schrödter überreichte heute am 2. Juni Förderbescheide in Höhe von 180.000 Euro an Laromed aus Schleswig sowie in Höhe von rund 167.000 Euro an howRyou aus Flensburg.
howRyou entwickelt eine intelligente Pflegeassistenz
Das Start-up howRyou hat mit seiner KI-Anwendung eine intelligente Pflegeassistenz entwickelt, die eine enge Verbindung zwischen Pflegebedürftigen, Angehörigen und Pflegepersonal ermöglicht. Das System kann eine Vielzahl von Sensoren einbinden, die unterschiedliche Daten aus dem Umfeld des Menschen erheben. In der howRyou-Cloud werden die Parameter mittels KI-Algorithmen datenschutzkonform weiterverarbeitet, sodass Aussagen zum Zustand der Personen getroffen, Anomalien erkannt und im Notfall eine proaktive Alarmierung gegeben werden können. Dank integrierter Video-Kommunikation ist jederzeit eine gegenseitige Kontaktaufnahme mit Angehörigen, Pflegerinnen und Pflegern sowie weiterem medizinischem Personal möglich.
"Besonders im Pflegebereich erleben wir einen anhaltenden Engpass an Arbeitskräften. Viele Pflegebedürftige können gar nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die ihnen zustehen sollte
", sagte Digitalisierungsminister und Chef der Staatskanzlei Dirk Schrödter, "Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz bieten ganz neue Möglichkeiten, die Qualität von Pflegeprozessen zu erhöhen. Diese KI-gestützte Gesundheitsplattform hat neben der technischen auch eine emotionale Relevanz: Die Tatsache, dass jederzeit Informationen über den Zustand übermittelt werden, kann den pflegebedürftigen Personen Sorgen nehmen und Sicherheit geben.
" Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Sturzerkennung, bei der sich die KI verschiedener Sensoriken bedient. Sobald die KI einen Sturz wahrnimmt, werden Angehörige und Pflegepersonal per Mitteilung über die App informiert.
KI-gestützte Pflegebettensensorik von Laromed
Das Unternehmen Laromed aus Schleswig wendet Künstliche Intelligenz ebenfalls in der Pflege an – dort, wo Digitalisierung und KI zunächst nicht vermutet werden: im Bett selbst. Die Laromed Pflegebettensensorik liefert dauerhaft Daten der Liegesituation. Dabei wird die gesamte Liegefläche mehrfach in der Sekunde detektiert. Aus den Daten können mit Hilfe Künstlicher Intelligenz genaue Körperlagen und Bewegungsprofile abgeleitet, Handlungsempfehlungen gegeben und im Notfall alarmiert werden. Die Sensorik kommt unter anderem bei der automatischen Körpergewichtsmessung, beim Bettsturz und künftig auch präventiv bei möglicher Wundlagerung zum Einsatz.
"Die Anwendung zeigt hier die Vielseitigkeit, in der KI den Menschen unterstützen und im konkreten Fall dem Pflegepersonal Freiräume im eng getakteten Tagesplan schaffen kann
", sagte Dirk Schrödter. "Die Rund-um-die-Uhr-Beobachtung entlastet auch die Angehörigen und gibt ihnen ein gutes Gefühl, informiert zu sein. Diese Art der Sensorik kann einen wichtigen Beitrag bei der Digitalisierung der Pflegewirtschaft spielen.
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Die Förderzeiträume der beiden KI-Projekte von howRyou und Laromed belaufen sich auf mehr als zwei Jahre.
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