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Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein : Thema: Ministerien & Behörden

Hintergrundinformationen zur Suche mit einem Metalldetektor



Letzte Aktualisierung: 22.04.2026

Das archäologische Erbe in Schleswig-Holstein profitiert vom bürgerlichen Engagement, auch als „citizen science” bekannt. Die Meldungen von Zufallsfunden und die Beiträge von Laienforschern sind für die Archäologie von unschätzbarem Wert. Früher war die Suche nach archäologischen Funden meist Experten vorbehalten. Heutzutage kann jeder mit einem Metalldetektor nach verborgenen Schätzen suchen. Dabei besteht jedoch die Gefahr, archäologische Denkmale zu beeinträchtigen oder gar zu zerstören. Im Gegensatz zu früher kann heute fast jeder, auch ohne archäologische Kenntnisse, mit einem Metalldetektor auf Schatzsuche gehen. Unabhängig davon, ob nach Münzen, Militaria, archäologischen Funden oder verlorenen Gegenständen gesucht wird. Der Metalldetektor zeigt vielversprechende Signale an, verrät aber weder das Alter noch die Eigentümerin/den Eigentümer des Fundstücks.

Auf einem Kartenausschnitt mit Höhenrelief der Gemeinde Grundhof sind durch schwarze Punkte Funde kartiert. Sie liegen hauptsächlich in den höheren Bereichen und markieren ein eisenzeitliches Gräberfeld.
Ein eisenzeitliches Gräberfeld zeichnet sich durch die Kartierung von Funden ab. Gemeinde Grundhof, Kreis Schleswig-Flensburg. Kartenbasis: DGM1 und Basis-DLM ©LVermGeo SH

Ein Beispiel verdeutlicht die Problematik: Eine unerfahrene Sondengängerin oder ein unerfahrener Sondengänger gräbt nach einem vielversprechenden Detektorsignal einen Metallfund auf einem Acker aus, ohne zu bemerken, dass er sich auf einem eisenzeitlichen Urnenfriedhof befindet, den er nicht als solchen erkennt. Ein zu tiefer Spatenstich kann eine metallene Grabbeigabe aus ihrem Kontext reißen. Dadurch verliert die Bestattung einen wichtigen Teil ihrer historischen Bedeutung, vergleichbar mit dem Herausreißen einer entscheidenden Seite aus einem Buch. Je nach Erhaltungszustand des Fundes besteht die Gefahr, dass er durch Verformung, Fragmentierung und Korrosion unerkannt bleibt. Landet das Objekt unbemerkt im Buntmetallschrott, ist die Information unwiederbringlich verloren. Dies gilt auch für Funde im durchpflügten Oberboden, die Hinweise auf Art, Alter und ungefähre Position von Bestattungen eines prähistorischen Gräberfeldes geben können.

Zwei freigelegte eisenzeitliche Urnen sind zur Hälfte in einem senkrechten Bodenprofil zu sehen. Die Urnen sind mit Punkten und Linien verziert. Im Hintergrund sieht man die heutige Geländeoberfläche, die circa 30 cm höher liegt.
Detailaufnahme von zwei freigelegten eisenzeitlichen Urnenbestattungen. Im Hintergrund ist die heutige Geländeoberfläche (ca. 25 bis 30 cm oberhalb der linken Bestattung) zu sehen. Gemeinde Borgstedt, Kreis Rendsburg-Eckernförde

Ausgebildete Sondengängerinnen und Sondengänger sind in der Lage, archäologische Funde zu erkennen und ihre historische Bedeutung einzuschätzen. Sie können Funde fachgerecht bergen und dokumentieren. Unbeabsichtigt entdeckte oder unsachgemäß geborgene Altertümer sind wissenschaftlich entwertet und gehen der Forschung und dem Erhalt des kulturellen Erbes verloren. In Schleswig-Holstein gibt es Tausende von archäologischen Fundstellen, und es werden ständig neue entdeckt. Funde können überall auftreten, unabhängig von der Größe oder den Eigentumsverhältnissen der Grundstücke.

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