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Episode #29: im Gespräch mit Max Triphaus

Max Triphaus ist Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei GmbH. Er setzt auf Qualität, Nachhaltigkeit, Erlebnisse und Entschleunigung – für Gäste und Einheimische. Doch was sind die nächsten Ziele? Und hat er Angst vor zu vielen Touristen? Diese Episode bringt uns ganz nah an die schöne Schlei und macht Lust auf den echten Norden.

Letzte Aktualisierung: 24.06.2026

„Jedes touristische Angebot ist auch eines für Einheimische.“

im Gespräch mit Max Triphaus.

Max Triphaus, Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei GmbH, hat die Menschen im Blick. Gäste und Einheimische, aber auch Arbeitskräfte und potenzielle Gründer:innen im Tourismus. Für ihn geht Qualität vor Quantität, spielen Nachhaltigkeit und Entschleunigung rund um die Schlei eine wichtige Rolle. Nächstes Ziel: Radreiseregion sein – zur großen Freude von Tourismusminister Claus Ruhe Madsen. Doch was hat das alles mit Wikingern, Welterbe und Buschwindröschen zu tun? Und wie steht es um die Angst vor zu vielen Touristen? Viel Spaß beim Reinhören.

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Transkript

00:00:00,680 --> 00:00:43,700 [Claus Ruhe Madsen]
Schleswig-Holstein gehört zu den beliebtesten Reisezielen in Deutschland. Jedes Jahr kommen mehr als neun Millionen Gäste, um die weiten Landschaften, Seen und Strände zu erleben. Besonders die Region um die Schlei zieht viele Menschen an. Sie ist der erste nachhaltige, zertifizierte Reiseziel in Schleswig-Holstein. Doch mit dem Erfolg wachsen auch die Herausforderungen. Ich will von meinem Gast wissen, ob er Angst hat vor zu vielen Touristen in diesem Sommer und wie ihm der Balance zwischen Gäste und dem Leben der Menschen vor Ort gelingt. Das und noch viel mehr fragen wir Max Triphaus, den Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei GmbH. Ich bin Claus Ruhe Madsen, Tourismusminister in Schleswig-Holstein und du hörst den Podcast aus dem echten Norden. 

00:00:46,160 --> 00:01:09,020 [Off]

Zukunftstalk mit Madsen. Der Podcast für alle, die Schleswig-Holsteins Weg zum ersten klimaneutralen Industrieland begleiten möchten. Es geht um das Leben und Arbeiten im echten Norden, um spannende Wirtschaftsthemen und wichtige Zukunftsbranchen. Außerdem erzählen Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner ihre inspirierenden Erfolgsgeschichten und geben Einblicke in ihre ganz persönliche Work-Beach-Balance. Viel Spaß beim Reinhören. 

00:01:11,240 --> 00:01:21,060 [Claus Ruhe Madsen]
Moin Max, sehr schön, dass du heute zu uns nach Kiel gekommen bist. Wie siehst du als Tourismuschef die aktuelle Situation in diesem Jahr? Erwartest du durch die schwierige Reiselage mehr Touristen? 

00:01:22,080 --> 00:01:30,179 [Max Triphaus]
Ja, moin, vielen Dank für die Einladung. Ähm, das ist schwer vorherzusagen, würde ich meinen. Ähm, natürlich- 

00:01:30,180 --> 00:01:32,980 [Claus Ruhe Madsen]
Max, wenn es leicht wäre, hätten wir irgendwer eingeladen. 

00:01:34,070 --> 00:02:19,960 [Max Triphaus]
 Wir erhoffen uns mehr Gäste natürlich aufgrund der aktuellen Situation, dass, äh, das Reiseziel Deutschland und Schleswig-Holstein im Speziellen, äh, natürlich, äh, interessanter wird für die Menschen aufgrund, äh, der, ähm, Situation im Nahen Osten. Ähm, wir müssen aber auch feststellen, in der Vorsaison konnten wir es bislang noch nicht in dem Sinne erfahren. Also die Ostern war auch früh dieses Jahr, war kalt. Das hängt natürlich auch immer damit zusammen, ob viele Gäste kommen. Wir merken jetzt, dass die Zahlen anziehen und wir erhoffen uns für den Sommer natürlich auch mehr Gäste. Allerdings ist es auch so: Die Leute warten ab. Das sagen wir von Jahr zu Jahr. Es wird irgendwie immer, äh, kurzfristiger mit den Buchungen. Die Sommerbuchungslage ist aktuell vergleichbar mit dem Vorjahr und wir erhoffen uns natürlich, äh, dass wir auch noch etwas Schub bekommen. 

00:02:19,960 --> 00:02:25,380 [Claus Ruhe Madsen]
Aber dann greife ich gleich mein Intro, äh, auf: Hast du Angst vor mehr Touristen? 

00:02:25,380 --> 00:03:55,150 [Max Triphaus]
Meine Eltern haben immer gesagt: "Angst ist ein schlechter Berater und Angst, äh, treibt mich auch absolut nicht." Ähm, wir, ähm, haben in der Vergangenheit die Diskussion gehabt. Corona-Zeit ist jetzt fünf Jahre her, da waren wir Modellprojekt. Da war es ja tatsächlich so, dass in Deutschland nur in, nach Schles-- beziehungsweise an die Schlei-Region und nach Eckernförde gereist werden konnte. Und das hat natürlich 'n Riesenrun ausgelöst. Ähm, wir hatten von April bis November Hauptsaison. So, und das hat bei den Einheimischen ein bisschen was hinterlassen, die dann irgendwann gesagt haben: "Jetzt ist auch gut, ne? Wir brauchen mal wieder unseren normalen Rhythmus. Im Sommer ist ordentlich was los. Das wollen wir auch und im Winter kommt man auch mal oder im, im Herbst dann auch wieder zur Ruhe." Äh, das war 2021 nicht der Fall. Wir haben mittlerweile aber wieder eine ganz normale Saison, äh, in der Region, wo im Sommer viel los ist. Wir brauchen das auch, äh, und wir sind natürlich erpicht, dass wir die Nebensaison weiter beleben. Die werden wir in Schleswig-Holstein nie so hinbekommen, dass wir jetzt wie ein Wintersportort, äh, im Winter 'ne zweite Saison haben, aber wir wollen das natürlich insgesamt etwas, etwas ausgeglichener gestalten. Wir haben im Sommer die Kapazitäten für die Gäste, ähm, und wir wollen auch, dass die Betten entsprechend warm und gefüllt sind. Ähm, und, äh, von Overtourism sind wir in der Region weit entfernt. Das ist kein Vergleich zu internationalen Reisezielen Barcelona oder Venedig oder wie auch immer. Ähm, und, äh, wir arbeiten eben auch daran, dass sich, äh, der Tourismus in der Region gut verteilt und dass wir 'ne gute Mischung, äh, auch haben, dass Einheimische und Touristen die Landschaft genießen können. 

00:03:55,150 --> 00:04:15,880 [Claus Ruhe Madsen]
Also mindestens genauso schön wie die eben genannten Orte, halt mit etwas weniger Touristen. Aber ich glaub, du hattest ja den Piloten auch angesprochen. Das hat aber auch so eine nachhaltige Belebung der Region, was Tourismus anbelangt. Also ich glaube, dadurch sind ja auch, ja, Orte bekannt geworden deutschlandweit, wo dann auch Gäste, wenn sie es erst mal kennengelernt haben, auch wiederkommen, oder? 

00:04:15,880 --> 00:04:48,420 [Max Triphaus]
Absolut. Also, ähm, den, ähm, also die Medienwirkung, die wir durch dieses Modellprojekt hatten, das haben wir noch lange und auch bis heute, ähm, profitieren wir davon. Äh, und die Übernachtungszahlen sind insgesamt hochgegangen, ähm, aber die Region, äh, kann das auch gut verkraften. Wir leben vom Tourismus. Ähm, an der Ostsee, äh, sind etwa zwanzig Prozent, äh, der, der Einkommen hängen direkt vom Tourismus ab oder werden direkt im Tourismus erwirtschaftet. Das ist natürlich ein Riesenwirtschaftsfaktor für die Region und für die Einheimischen, äh, die dadurch eben entsprechend auch leben können. 

00:04:49,480 --> 00:05:24,780 [Claus Ruhe Madsen]
Absolut. Wir beide kennen ja die Region ausgezeichnet. Die ist sehr entschleunigend. Man kann da fantastisch mit dem Fahrrad unterwegs sein, aber ich wollte noch mal einmal nachbohren. Ist dein Gefühl so, dass die Bürgerinnen und Bürger weg von der Sorge sind der Overtourism, dass man erkannt hat: Gut, das hat sich ein Stück weit beruhigt. Es ist eine gewisse Normalität aufgetreten. Es fehlt ja hier und da auch ein bisschen touristische Infrastruktur, äh, ja, sodass auch in Kappeln ja eine Zeit lang zumindest darüber diskutiert wurde, ob aus Olpenitz zu viele Gäste bei Schlechtwetter, ja, über Kappeln herfallen. 

00:05:26,180 --> 00:07:04,092 [Max Triphaus]
Also regional ist das Thema deutlich abgekühlt. Äh, in, äh, Kappeln, äh, sind wir mit den Einheimischen und den Akteuren noch, äh, viel in Kontakt. Äh, wir haben dort auch Befragungen im letzten Jahr noch mal, äh, gemacht. Ähm, wir haben 2022 auch bereits konzeptionell daran gearbeitet, dass wir dort, wo wir viele Übernachtungen haben, dass wir dort auch ein Freizeitangebot hinbekommen. Da haben wir, ähm, wo du Olpenitz ansprichst, auch da vor Ort aktuell, äh, noch keinen guten Mix, äh, aber wir arbeiten daran. Also in Kappeln brauchen wir Schlechtwetterangebote. Wir brauchen allgemein Freizeitangebote, äh, in Olpenitz, damit der Gast, der dort ist, nicht am ersten Tag überlegt: "Was mache ich denn heute? Hier vor Ort kann ich nichts machen, also steige ich ins Auto, ähm, im schlechtesten Fall und fahr eigentlich, äh, guck in der Region." Sondern wir müssen die Übernachtungsorte so attraktiv, ähm, bekommen, äh, dass man dort auch direkt 'n Freizeitangebot hat, sich vor Ort amüsieren kann, etwas erleben kann, ähm, und dann natürlich auch die Region entsprechend erkundet. Da sind wir dabei mit Smile 24, ähm, haben wir vor zwei Jahren ja angefangen, ein, äh, sehr gutes ÖPNV-Angebot für die Region, äh, aufzubauen. Einen Teil davon haben wir jetzt auch in den Normalbetrieb, sag ich mal, äh, überretten können, drüber retten können mit dem On-Demand-Verkehr. Und ansonsten sehen wir zu, dass wir die, ähm, Radwege bei uns und das Radangebot so attraktiv machen, dass der Gast das als Erlebnisangebot, als, als touristisches Angebot wahrnimmt und die Region auch mit dem Fahrrad erkundet. Da sind wir schon auf 'nem sehr guten Weg. Wir haben 'ne hohe Anzahl an Radtouristen bei uns und an der Qualität arbeiten wir fortwährend und haben das in den letzten, äh, zwei, drei Jahren eben auch noch mal forciert. 

00:07:04,092 --> 00:07:12,572 [Claus Ruhe Madsen]
Ist es dann damit auch gelungen, die, ich sag mal, gefühlte Belastung der Bevölkerung, also, ja, zu senken oder welche Möglichkeiten haben wir da? 

00:07:14,632 --> 00:08:24,912 [Max Triphaus]
Wir müssen Bevölkerung mitnehmen. Wir müssen Bevölkerung erklären, äh, was wir im Tourismus machen und, äh, dass der Tourismus eben auch 'ne wichtige Wirtschaftsquelle ist, äh, also einen, einen, einen Punkt Daseinsfunktion auch für die Bevölkerung vor Ort. Äh, wir haben jetzt in Kappeln explizit arbeiten wir daran, dass wir einen, äh, Tourismusmasterplan noch mal aufsetzen. Äh, wir haben dort Projekte drin, die mit Einheimischen gedacht sind. Also jedes touristische Angebot ist erst mal ein Angebot auch für den Einheimischen, ne? Also, äh, das haben uns die Einheimischen ja auch widergespiegelt. Sie möchten mehr vom Tourismus partizipieren. So, wenn ich denen ein Schlechtwetterangebot im Naturerlebnisbereich beispielsweise, äh, ähm, aufbereite in Kappeln, dann ist das was, wo die Einheimischen auch immer gerne mit ihren Kindern mal hingehen können. Ich, ich denk jetzt an 'n Naturparkzentrum beispielsweise, ne? Äh, wenn das Wetter schlecht ist, kann ich da hingehen. Vielleicht hab ich noch 'n Outdoor-Spielplatz dabei, ne, den natürlich auch Gäste dann nutzen sollen, aber den, der das ganze Jahr über auch von den Einheimischen genutzt wird. Und so versuchen wir dort, ähm, Projekte aufzubauen, die mit den Einheimischen entwickelt werden und die dem Tourismus zugutekommen, sodass ich insgesamt 'ne besser abgestimmte Linie hinbekomme und mehr Akzeptanz für den Tourismus. 

00:08:24,912 --> 00:08:32,482 [Claus Ruhe Madsen]
Zur Ostseefjord, äh, Schlei GmbH gehören ja fünf Regionen. Gelten denn für alle die gleichen Maßnahmen? 

00:08:32,482 --> 00:10:27,592 [Max Triphaus]
Nein, da haben wir ganz genau noch mal nachgeguckt. Wir gehen davon aus, dass wir an der Ostsee, ähm, haben wir ein ausgewogenes Verhältnis. Wir haben dort natürlich 'ne hohe Nachfrage. Wir haben dort aber auch viele Betten. Wir haben dort 'n großes Freizeitangebot. Einzelne Orte jetzt, äh, vielleicht noch mit Nachholbedarf. Aber insgesamt, ähm, wollen wir an der Ostsee das Niveau halten von der Menge und wir wollen in die Qualität investieren dort. Also den Tourismus qualitativ weiterentwickeln, von der Menge her absolut in Ordnung, wie's grade läuft. So ist es auch in den, in, an den Schlei-Standorten. Wir haben dort ja sehr beschauliche Orte, ne? Wir haben dort auch nicht so viele Betten. Äh, wir haben dort durchaus viel Ausflugsverkehr. Niveau halten, Qualität verbessern, ne? Also Menge halten, Qualität verbessern. Wir haben in Schleswig, äh, 'ne Situation, wo die Stadt, äh, grundsätzlich noch mehr hergibt von der Infrastruktur, die vorhanden ist. Schleswig war ja auch noch mal größer, ist gerade wieder im Wachstum begriffen. Ähm, Schleswig verträgt aber auch durch, durchaus noch mehr Hotelkapazitäten. Wir haben mittlerweile ein Welterbe mit Haithabu und Dannewerk. Die ganzen Menschen, die zu uns kommen, um dieses Welterbe zu erleben und auch die kulturellen Highlights in der Stadt Schleswig zu erleben, die übernachten natürlich auch in Schleswig. Äh, und da haben wir noch Bedarf, durchaus, äh, auch noch zu wachsen. Äh, für Schleswig haben wir das Ziel, noch zwei, drei Hotels dazu zu bekommen. Und auch in Schleswig ist das Thema Qualität immer eine Frage, dass wir daran weiterarbeiten. Und dann haben wir noch ganz viele Bereiche im echten Binnenland und auch die wollen wir unterstützen. Wir wollen die Region insgesamt mit vierundsiebzig Dörfern, zwei Städten, zweiundsiebzig Dörfer, äh, die wir haben, wir wollen die ganze Region erlebbar machen, ne? Mit einer kleinen touristischen Infrastruktur. Das kann man 'n Aussichtsturm in die schöne Landschaft, äh, äh, sein oder es können Rastplätze für Radfahrer sein, besondere Rastplätze oder 'ne kleine touristische Infrastruktur, mit der wir schaffen, dass die Gäste wirklich in der ganzen Region unterwegs sind und die Tourismusströme sich gut verteilen. 

00:10:27,592 --> 00:10:37,192 [Claus Ruhe Madsen]
Du hast grade Haithabu angesprochen und dann triggert das natürlich sofort bei mir die Frage: Ob tun wir eigentlich genug, um das Thema Wikinger, äh, im Touristischen zu vermarkten? 

00:10:38,212 --> 00:10:39,592 [Max Triphaus]
Man kann immer mehr tun. 

00:10:39,592 --> 00:10:51,542 [Claus Ruhe Madsen]
Ich mein, Weltkulturerbe ist schon mal, ist keine kleine Aussage erstens und Haithabu in der Tat nicht Wikingerstadt Schleswig und insgesamt hab ich den Eindruck, dass wir da doch mehr machen könnten. 

00:10:52,852 --> 00:11:06,212 [Max Triphaus]
Ähm, also man kann immer mehr tun. Es ist gerade aber eine ganze Menge, äh, im Aufbau oder im Werden. Wir kriegen in Dannewerk ein super tolles Museum, was, äh, von der Qualität mit, äh, dem Wikingermuseum Haithabu- 

00:11:06,212 --> 00:11:10,412 [Claus Ruhe Madsen]
Da war ich zum Grundsteinlegung oder Spatenstich mit dem dänischen König. 

00:11:10,412 --> 00:11:59,672 [Max Triphaus]
Genau, das war schon und ich war zum Richtfest dort. Äh, hab jetzt, äh, also neben der Grundsteinlegung und, äh, ich hab jetzt 'n Eindruck von diesem Gebäude bekommen. Das ist, äh, äh, grandios, ne? Also wir kriegen sehr moderne skandinavische Architektur hier, äh, nach Dannewerk und wir bekommen ein zweites, äh, Welcome Center im Prinzip für dieses Thema Welterbe. Wir werden dann die Wikingergeschichte vor allem im Wikingermuseum in Haithabu haben, aber dieses Welterbe macht ja noch deutlich mehr aus und, äh, das Dannewerk, äh, und all, die ganze Bedeutung des Dannewerks wird dann eben im Ort Dannewerk, im Dannewerk-Museum, äh, erklärt. Das ist 'n absolutes Highlight und wir bekommen diesen ganzen, äh, diese ganze Teilregion Schleswig mit Schloss Gottorf, äh, ne? Hat jetzt nichts mit dem Thema zu tun, aber ist 'n riesen kultureller Spot und die beiden anderen Museen, äh- 

00:11:59,672 --> 00:12:02,432 [Claus Ruhe Madsen]
Für viele Skandinavier ist es zumindest ein wichtiges Schloss. 

00:12:02,432 --> 00:12:04,712 [Max Triphaus]
Ja, [lacht] richtig. 

00:12:04,712 --> 00:12:10,632 [Claus Ruhe Madsen]
Also so könnte man schon ein, eine Brücke bauen, glaub ich, für, für, äh, skandinavisch interessierte Gäste. 

00:12:10,632 --> 00:12:53,436 [Max Triphaus]
Genau, zur deutsch-dänischen Geschichte auf jeden Fall. Da haben wir in Schleswig auch noch 'n Thema, wo wir künftig noch deutlich, äh, stärker reingehen werden. Also das ist der Spot und die Teilregion, wo wir, wo wir auch Dänen als Gäste ansprechen können. Die interessieren sich weniger für einen Ort wie Kappeln, weil solche Orte haben sie und Landschaften haben sie in Dänemark auch. Aber dieser Punkt Schleswig, Dannewerk, äh, Heiterbu, auch Itzstedt, äh, wo sie auf den eigenen Geschichtspfaden wandeln können, das interessiert die Dänen. Deswegen kommen sie zu uns. Das Thema Wikinger ist für die Deutschen viel interessanter. Wir leben ja in erster Linie auch vom Inlandtourismus. Die Deutschen kommen wegen der Wikinger und die Dänen können wir wunderbar ansprechen über das Thema deutsch-dänische Geschichte. 

00:12:53,436 --> 00:13:07,276 [Claus Ruhe Madsen]
Den einen oder anderen Dänen kann man auch, glaube ich, dahin verwirren lassen zu den Wikingern. So, diese Region wurde auch als erstes als nachhaltiges Reiseziel offiziell zertifiziert. Warum habt ihr das gemacht? Was gehört denn dazu? 

00:13:07,276 --> 00:13:11,726 [Max Triphaus]
Also ich bin seit 2013 Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei. Dann guckt man natürlich erst mal, was- 

00:13:11,726 --> 00:13:13,156 [Claus Ruhe Madsen]
Du bist quasi Mister Schlei. 

00:13:13,156 --> 00:13:14,376 [Max Triphaus]
Äh. 

00:13:14,376 --> 00:13:21,895 [Claus Ruhe Madsen]
Du hast ja davor auch schon für die Region gearbeitet und ausgearbeitet. Also, oder gibt es jemand, der mehr über die Schlei-Region weiß als Max? 

00:13:21,896 --> 00:13:26,756 [Max Triphaus]
Och, die gibt's bestimmt, aber ich glaube, es gibt wenig Zugereiste, die mehr über die Region wissen. Ich komme- 

00:13:26,756 --> 00:13:30,786 [Claus Ruhe Madsen]
Oh, jetzt müssen wir irgendwann in ein Frage-Battle, wir beide. [lacht] 

00:13:30,786 --> 00:13:53,376 [Max Triphaus]
[lacht] Ähm, nee, ich komme ja aus Niedersachsen. Ich habe vor, ich weiß nicht, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig Jahren mal ein Konzept geschrieben für die Region, ähm, und, äh, da ging es um die Organisationsstruktur im Tourismus. Daraus ist die Ostseefjord Schlei, äh, entstanden. Und, äh, seit 2013 bin ich nun Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei. Ähm, wir sind damals- 

00:13:53,376 --> 00:14:03,416 [Claus Ruhe Madsen]
Hast du den Namen erfunden oder wer hat sich so 'n Stolperstein, zumindestens für einen Dänen- Ostseefjord Schlei GmbH also. 

00:14:03,416 --> 00:14:26,356 [Max Triphaus]
Der ist ein Jahr nach Gründung, ähm, erfunden worden und, äh, ist ein Marketingbegriff. Äh, ich muss heute noch Fragen beantworten. Ähm, ne, das ist doch gar kein Fjord und ich bin ja, äh, von Haus aus Geograf. Ich hab auch in Geomorphologie mal meine Prüfung gemacht und, ne, von, also zum Thema Küstenformen. Von daher weiß ich ganz gut, was Fjord ist und was nicht. Ähm. 

00:14:26,356 --> 00:14:28,676 [Claus Ruhe Madsen]
In was hast du? Geofomorpho- 

00:14:28,676 --> 00:14:31,576 [Max Triphaus]
Geomorphologie. Das, äh, ja. 

00:14:31,576 --> 00:14:33,276 [Claus Ruhe Madsen]
Mein Spezialgebiet. 

00:14:33,276 --> 00:14:36,856 [Max Triphaus]
[lacht] Es war mal meins. Aber, äh- 

00:14:36,856 --> 00:14:38,115 [Claus Ruhe Madsen]
Also ist es ein Fjord. 

00:14:38,116 --> 00:14:54,256 [Max Triphaus]
Nein, es ist, also wenn man das geomorphologisch betrachtet, ist es kein Fjord, sondern eine glaziale Schmelzwasserrinne mit, äh, unterschiedlichen Formen noch. Also es gibt auch 'n Zungen, 'n Gletscherzungenbecken mit der großen Breite, was da noch mit reinfällt. Das kann man nicht einfach so beantworten, was das jetzt ist, ne. 

00:14:54,256 --> 00:14:56,736 [Claus Ruhe Madsen]
Also quasi wie der Name. Man kann's nicht einfach beantworten. 

00:14:56,736 --> 00:15:09,076 [Max Triphaus]
Man kann's nicht einfach beantworten. Ähm, aber in Dänemark heißen diese ganzen, äh, Förden, Schmelzwasserrinnen oder, äh, was auch immer es im Einzelnen ist, Fjord und dementsprechend haben wir dort auch ganz gerne den- 

00:15:09,076 --> 00:15:09,616 [Claus Ruhe Madsen]
Also weil der Fjord. 

00:15:09,616 --> 00:15:15,856 [Max Triphaus]
Die Verbindung. Genau, haben wir die Verbindung nach Dänemark genutzt und im Prinzip Dänemark auch noch mal ein Stück weit nach unten. 

00:15:15,856 --> 00:15:21,556 [Claus Ruhe Madsen]
Verlängert. Finde ich sehr sympathisch. Aber jetzt kamen wir davon weg, warum zertifizieren und was steckt dahinter? 

00:15:21,556 --> 00:16:25,816 [Max Triphaus]
Genau, wir, ähm, haben 2013 aus der Region erst mal das Thema Entschleunigung nach vorne gestellt. Ähm, es hieß auch mal, Jetzt, jetzt Langsamzeit. War 'ne Kampagne, die sehr erfolgreich gelaufen ist, weil der Gast bei uns eben durchaus auch feststellt, dass die Uhren manchmal ein bisschen langsamer ticken oder dass man richtig gut zur Ruhe kommt. Ähm, und diese kleinen Dörfer, die so 'n bisschen Bullerbü-mäßig, äh, daherkommen, die machen ja auch was mit einem, ne. Also man kommt richtig runter, kann entspannen. Ähm, und wir haben dann, äh, aus diesem Langsamzeit- und Entschleunigungsthema geguckt: Was können wir da eigentlich noch mehr raus machen? Ähm, und das Thema Nachhaltigkeit liegt, äh, mir am Herzen, ähm, als Geograf auch, ne. Das ist ja auch kein neues Thema, aber im Tourismus ist es jahrzehntelang nicht so richtig, ähm, auf die Straße gekommen. Ähm, und ich habe gesehen, dass die Region das hergibt. Wir haben einzelne Betriebe, die waren damals schon bundesweit Vorreiter. Janbecks FAIRhaus zum Beispiel ist bundesweit bekannt. Oliver Firla mit seinen, äh, Betrieben ist, äh, bundesweit bekannt, äh, wird immer wieder als Best Practice genommen. 

00:16:25,816 --> 00:16:28,276 [Claus Ruhe Madsen]
Wunderbare feinheimisch Konzept. 

00:16:28,276 --> 00:16:30,256 [Max Triphaus]
Genau. Ähm, und- 

00:16:30,256 --> 00:16:34,416 [Claus Ruhe Madsen]
Was genau steckt denn eigentlich hinter, äh, solche Konzepten wie feinheimisch? 

00:16:34,416 --> 00:16:43,046 [Max Triphaus]
Feinheimisch ist ja, ähm, die Verpflichtung, einen bestimmten Anteil an regionalen Produkten, äh, in der eigenen Küche, äh, anzubieten oder umzusetzen. 

00:16:43,046 --> 00:16:45,056 [Claus Ruhe Madsen]
Ich glaub, Minimum sechzig Prozent? 

00:16:45,056 --> 00:18:19,176 [Max Triphaus]
Ja, wir haben Minimum sechzig Prozent. Ähm, ne, wir haben das ein Stück weit aufgegriffen. Wir haben be-bei uns jetzt gesagt, die, ähm, gastronomischen Betriebe in der Region, wir haben ja ein Partnernetzwerk über dieses Thema Nachhaltigkeit aufgebaut, die müssen mindestens fünfzig Prozent, äh, äh, regionale Produkte einsetzen. Also wir wollen dem Gast regionale Produkte auf die Karten bringen, dass er Region auch schmecken kann. Also das ist uns beispielsweise wichtig. Äh, insgesamt wollen wir, dass, ähm, die Betriebe bei uns, also das ist eher eine Qualitätsfrage, äh, dass sie sich an dem, äh, Thema Nachhaltigkeit qualitativ verbessern, dass sie sich mit, äh, äh, den Vorreiterbetrieben, die wir schon haben, äh, dass sie sich das angucken: Was machen die eigentlich gut? Was läuft da gut? Und die Betriebe sind ja voll, die sind ja gut gebucht, äh, wenn ich die entsprechende Qualität biete. Und so versuchen wir, mit 'nem Netzwerk an Betrieben insgesamt, äh, Stufe für Stufe hochzukommen und 'ne bessere Qualität im Tourismus zu bieten. Das betrifft dann, äh, Sachen, äh, aus der, äh, ökologischen Schiene wie, ähm, Energie, äh, Einsatz, Energieeffizienz im Betrieb. Wir haben bei uns erst mal geguckt, wie viel Produkt, äh, wie viel, ähm, Printprodukte produzieren wir eigentlich noch von der Ostseefjord Schlei und, äh, ist das eigentlich nötig? Wie viel schmeißen wir davon weg? Wir gehen sowieso immer mehr Richtung Digitalisierung. Also Müll ist 'n Thema. Regionale Produkte, hatte ich gesagt. Mobilität ist 'n Thema. Ähm, wie kriegen wir die Leute dazu, das Auto öfter auch mal stehen zu lassen und andere Sachen nicht irgendwie so als, als Ersatz oder irgendwie so als notwendiges Übel zu sehen, sondern, äh, tatsächlich auch als tolles, äh, Produkt, sich in der Region, ähm, zu bewegen, anzusehen. 

00:18:19,176 --> 00:18:23,475 [Claus Ruhe Madsen]
Ist das denn auch 'n Ansatz, äh, den man nutzen kann für das Anwerben von Fachkräften? 

00:18:23,476 --> 00:18:37,128 [Max Triphaus]
Absolut. Die, äh, Ostseefjord Schlei hat, ähm, fünfundzwanzig Personen beschäftigt. Äh, wir bilden pro Jahr, ähm, wenn wir die Bewerbungslage, wenn die Bewerbungslage es hergibt, zwei Personen aus. Äh- Es gibt Auszubildende, die sind länger im Betrieb als ich. 

00:18:37,128 --> 00:18:45,588 [Claus Ruhe Madsen]
Aber ich meine auch für die ganze Region, wenn man sagt, wir sind zertifiziert nachhaltig. Ist das etwas, wo junge Menschen dann sagen: "Ah, das ist 'ne Region, das könnte für mich interessant sein." 

00:18:45,588 --> 00:19:49,958 [Max Triphaus]
Absolut. Wir haben bei uns die, ähm, also wir machen einmal im Jahr 'ne Mitarbeiterbefragung und fragen eben so, wie die die Ausrichtung der Firma finden. Und dann kriegen wir aktiv gespiegelt: "Ich find das toll, dass sich die Ostsee-Fjord-Schlei das Thema Nachhaltigkeit, äh, so, äh, sehr bemüht und nicht nur im ökologischen Bereich, sondern auch im sozialen Bereich, ne". Also alles das, was wir für unsere Mitarbeiter machen, äh, das wird auch, äh, äh, honoriert und, äh, das wird auch gesehen, ne. Also wir kriegen auch 'n Dank dafür zurück und so haben wir zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wir versuchen, das ja eben auch in die Betriebe zu übertragen durch unser Netzwerk. Mittlerweile sind das Naturparkpartnerbetriebe, ne. Wir haben das Thema Nachhaltigkeit jetzt komplett auf den Naturpark Schlei, ähm, im Prinzip umgemünzt. Ähm, und auch da versuchen wir da über das Thema Nachhaltigkeit, äh, und nachhaltige Ausrichtung junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Region zu gewinnen. Ich habe den Eindruck, dass das grade in der jungen Generation, äh, ein Thema ist, womit man die Leute ansprechen kann. Viele wollen ja, ne, persönlich war's bei mir jetzt auch so und ich bin im Emsland aufgewachsen. Ist durchaus vergleichbar, ländlicher Raum und dann, äh- 

00:19:49,958 --> 00:19:51,748 [Claus Ruhe Madsen]
Also deutlich schöner hier. 

00:19:51,748 --> 00:20:20,088 [Max Triphaus]
Äh, das kann ich unterschreiben, deswegen wohne ich ja auch hier. Ähm, und, äh, es gab aber dann natürlich die Zeit nach dem Abitur und, äh, äh, dass man erst mal in die Stadt gehen musste, ne. Oder ich wollte auch in die Stadt. Natürlich, wenn ich studieren will, dann bin ich meistens in der Stadt und, äh, die Stadt bietet für junge Leute da natürlich auch was, ne. Und das ändert sich aber, äh, dann auch wieder, wenn man eine andere Lebensphase, ähm, erreicht. Wenn das Thema Familiengründung, äh, vielleicht mal was wird, äh, dann wird der ländliche Raum auf einmal total spannend. 

00:20:20,088 --> 00:20:29,388 [Claus Ruhe Madsen]
Es ist super, dass du darauf grade angehst, weil ich wollte dich fragen, was junge Menschen zieht's ja wirklich gerne in größere Städte. Was, was würdest du denen zurufen? 

00:20:29,388 --> 00:20:37,788 [Max Triphaus]
Also erstens, ähm, man muss nicht studieren, äh, oder 'n Studienabschluss haben, um bei uns im Tourismus gute Arbeitsplätze, ähm, zu bekommen. 

00:20:37,788 --> 00:20:38,688 [Claus Ruhe Madsen]
Um glücklich zu werden. 

00:20:38,688 --> 00:21:02,968 [Max Triphaus]
Um glücklich zu sein. Und wir haben, wir haben tatsächlich gute Arbeitsplätze. Wir haben gute Ausbildungsbedingungen in den, äh, Tourismusbetrieben, äh, und wir suchen eben auch Leute, die sich, äh, im Tourismus, äh, später auch selbstständig machen, ne. Also wir haben viele Übernachtungsbetriebe, wir haben viele Gäste, vier Komma sechs Millionen Übernachtungen in der Region, vier Millionen Tagesgäste, die wollen noch was erleben. Wir haben im Bereich Gastronomie durchaus noch Potenzial. 

00:21:02,968 --> 00:21:07,708 [Claus Ruhe Madsen]
Da hast du mir ja auch zum Beispiel ein kleines Küchenhaus gezeigt, als wir mit dem Fahrrad unterwegs waren. 

00:21:07,708 --> 00:21:12,858 [Max Triphaus]
Genau. [lacht] Aber da-da-davon verträgt die Region durchaus auch noch mehr. Also- 

00:21:12,858 --> 00:21:35,248 [Claus Ruhe Madsen]
Also man kann nur sagen, wer mit, mit dem Rad rund um Schlei unterwegs ist, kann wirklich in kleine geheime Ecken anhalten, fantastisch freundliche Menschen kennenlernen, die selbstgemachte Kuchen, netten Kaffee, mal 'n Schnack bereithalten oder wie ist denn dein Gefühl? Also ich hab noch nie Sorge gehabt, dass ich nicht im nächsten Dorf schon wieder ein nettes Angebot finde. 

00:21:35,328 --> 00:21:39,228 [Max Triphaus]
Ja, im nächsten Dorf ist das nicht so. Äh, das muss man auch deutlich sagen. Wir haben- 

00:21:39,228 --> 00:21:44,628 [Claus Ruhe Madsen]
Aber ich finde, also wie gesagt, ziemlich viel Angebot und ich war auch da Kuchen essen, wo du's empfohlen hast. 

00:21:44,628 --> 00:21:45,828 [Max Triphaus]
[lacht] Das ist gut. 

00:21:45,828 --> 00:21:47,948 [Claus Ruhe Madsen]
Ist nicht so gut für die Radform, aber schmeckt. 

00:21:47,948 --> 00:22:31,808 [Max Triphaus]
Ja, also wir, wir haben ja einige Orte, die, äh, vom Tourismus leben, die das auch verstanden haben und wo wir, äh, äh, wo Gäste immer hingehen. Äh, wir haben aber dazwischen durchaus auch Fläche, ähm, wo wir noch, ähm, Nachholbedarf haben, ne, wo wir auch versuchen, mit 'nem kleinen gastronomischen Angebot, vielleicht auch mal mit 'nem Regiomaten, äh, Versorgung sicherzustellen. Ähm, aber, äh, das wirklich authentische Angebot und die Angebote, die wir wollen, das ist natürlich ein Angebot mit persönlicher Note. Also wo, äh, wirklich 'ne Person steht, äh, und ihren Kuchen oder ihre Produkte auch noch mal verkaufen kann, aktiv auch mal sagen kann: "Was mache ich hier überhaupt, ähm, und warum hat das 'n besonderen regionalen oder lokalen Wert?" Davon haben wir einige Betriebe. 

00:22:31,808 --> 00:22:51,888 [Claus Ruhe Madsen]
Also inhabergeführt und mit sehr viel Herz. Das ist zumindest den Eindruck, den ich so , also man kann Altes Fährhaus in Fahrdorf oder wo auch immer man da langfährt, äh, wir sprachen eben von den feinheimischen Betrieben, ja, Kaffeehäuser. Also es ist eigentlich überall, äh, trifft man Chefin oder Chef vor Ort am Tresen. 

00:22:51,888 --> 00:23:02,948 [Max Triphaus]
Ja, das sind, äh, meistens ja auch kleinere Betriebe und, ähm, da, äh, ist es häufig auch noch so, dass die Betriebsleiter selber auch im Betrieb in Erscheinung treten und im Gästekontakt sind. 

00:23:02,948 --> 00:23:04,208 [Claus Ruhe Madsen]
Kennen die dich alle? 

00:23:04,208 --> 00:23:21,428 [Max Triphaus]
Ich würde davon ausgehen, dass ich zumindest fünfundneunzig Prozent kenne. [lacht] Wir haben ja auch immer mal neue Betriebe dann. Das ist natürlich auch immer total spannend, sich da mal vorzustellen, ne. Das sind ja die schönsten Termine, wenn man, wenn ich in der Region unterwegs bin und, äh, äh, einfach auch Landschaft genießen kann und Menschen genießen kann, ne. Das sind immer besondere- 

00:23:21,428 --> 00:23:29,948 [Claus Ruhe Madsen]
Haben die dann immer irgendwelche Sorgen und Nöten, die die sofort loswerden wollen, wenn jetzt der Geschäftsführer da ist? Oder lassen Sie die auch mal Max Max sein? 

00:23:29,948 --> 00:23:46,448 [Max Triphaus]
Das ist ganz unterschiedlich. Also es kommt auch vor, dass ich mal, äh, an freien Tagen in der Region unterwegs bin und irgendwo was essen gehe und, äh, manche Leute wissen dann oder denken sich, der hat jetzt mal Pause. Ähm, aber ich persönlich habe auch selten Pause, weil ich immer irgendwas sehe, was, äh, mal verbessert werden könnte. 

00:23:46,448 --> 00:24:18,238 [Claus Ruhe Madsen]
Jetzt fehlt uns noch eine Brücke, die dann vollendet wird, wobei das auch in sich schon ein Erlebnis ist, wenn man den Lindaunis rüberläuft. Ähm, ich war auch gerade kürzlich da, äh, und bin dann gleichzeitig mit dem Zug angekommen. Ich mit meinem Rennrad dann mitten in den Leuten. Aber es ist auch spannend zu sehen, wie da die Baustelle voranschreitet und das werden wir jetzt auch zusehen, dass das fertig wird. Immer mehr Infrastruktur für unsere schöne Schlei-Region. Was, also man spürt es ja, du liebst diese Region. Was genau ist es für dich? Was macht die Schlei-Region aus? 

00:24:18,238 --> 00:24:53,695 [Max Triphaus]
Also es ist erst mal die wunderschöne Landschaft, äh, die wir bei uns haben. Ähm, ich selber bin viel mit dem Fahrrad unterwegs oder ich bin auch jemand, der draußen unterwegs sein muss, ne. Und wer 'n Draußen-Kind ist oder 'n Draußen-Mensch ist, der wird sich bei uns absolut, äh, wohlfühlen. Ähm, ich finde den Verlauf der Jahreszeiten bei uns- Wenn man es gewohnt ist, draußen unterwegs zu sein. Das ist wunderbar. Also wir haben im Sommer selten echte Hitzelagen. Äh, und selbst wenn es mal irgendwie an die dreißig Grad geht, geht, dann haben wir immer einen Hauch Wind, der bei uns weht, ne. 

00:24:53,696 --> 00:24:58,866 [Claus Ruhe Madsen]
Und man braucht, wenn man bei uns in der Region mit dem Rennrad unterwegs ist, keine Proteinriegel. Kommen ganz von- 

00:24:58,866 --> 00:25:00,956 [Max Triphaus]
Das kommt drauf an, wie lange man fährt. [lacht] 

00:25:00,956 --> 00:25:03,596 [Claus Ruhe Madsen]
Kommt ganz von alleine mit den ganzen Mücken, meinte ich. 

00:25:03,596 --> 00:25:08,176 [Max Triphaus]
Ach so. [lacht] Ach, ich weiß nicht, ob die anderen die auch noch haben. 

00:25:08,176 --> 00:25:17,216 [Claus Ruhe Madsen]
Also die, der allgemeine Schlei-Mücke ist ja eher ein Hubschrauber von der Größe her, aber dafür stechen die nicht nur mal so an alle Touristen. Ihr könnt ruhig herkommen. 

00:25:17,216 --> 00:25:23,216 [Max Triphaus]
Ich glaub, du musst mir noch mal deine Geheimwege beim Fahrradfahren sagen. Also so viel Mücken habe ich noch nicht gegessen. [lacht] 

00:25:23,216 --> 00:25:34,516 [Claus Ruhe Madsen]
Okay. Das sind entweder die oder wir. Deswegen. Man muss einfach den Mücken hinterher sein. Nein, alles gut. So. 

00:25:34,516 --> 00:25:36,416 [Max Triphaus]
Ich wollte, ich wollte auf die Jahreszeiten eingehen. 

00:25:36,416 --> 00:25:36,876 [Claus Ruhe Madsen]
Unbedingt. 

00:25:36,876 --> 00:25:51,296 [Max Triphaus]
Wir haben, äh, äh, Sommer, die, äh, nicht überhitzt sind. Wir haben im, äh, im Herbst einen Sommer, der im Prinzip sich noch weiterzieht, weil Ostsee und Nordsee wärmen und die Temperaturen hier langsamer sinken als anderswo. Im Winter ist es- 

00:25:51,296 --> 00:25:55,376 [Claus Ruhe Madsen]
Auch das ist ein guter Hinweis an Touristen: Ihr könnt das ganze Jahr zu uns kommen. 

00:25:55,376 --> 00:27:02,976 [Max Triphaus]
Genau, wir können die Saison auch locker bis, äh, Oktober oder November ausweiten. Dann kommen wir in die Weihnachtszeit, ne. Da wird's überall, äh, etwas, äh, ruhiger und, äh, wir haben aber eigentlich jeden Winter Ereignisse, die auch absolut beeindruckend sind, wenn die Stürme über Schleswig-Holstein, äh, fegen oder wenn das Wasser, äh, steigt. Keiner von uns wünscht sich, äh, ein Hochwasser wie '23, aber wir haben jedes Jahr natürlich auch ein Hochwasser in der Ostsee oder, äh, an der Nordsee, was auch einfach beeindruckend ist, ne, und was die Menschen hier auch prägt. Und dann geht's im Frühling, geht's irgendwann mal wieder los. Man sieht bei den anderen schon so, okay, da steigt der Frühling. Bei uns ist das dann noch länger die Vorfreude und irgendwann sage ich mir mal, spätestens wenn ich die Buschwindröschen sehe, dann bin ich mit dem Fahrrad unterwegs und dann ist für mich auch wieder Frühling gleich Sommer. Ähm, dann bin ich wieder draußen unterwegs. Ich habe meine speziellen Radrouten, die muss ich jeden, jedes Frühling muss ich zwischen, in Waabs, zwischen Ludwigsburg und Rothensande einmal den Betonplattenweg fahren. Drei Kilometer bin ich völlig allein, genieße Buschwindröschen und genieße Blick in die Landschaft, äh, und dann findet das Leben wieder draußen statt. Was ich hier- 

00:27:02,976 --> 00:27:10,336 [Claus Ruhe Madsen]
Wenn du weiterhin allein fahren willst, darfst du nicht verraten, wo man langfahren soll. Das, aber ich kann euch sagen, wir, da ist genug Platz für alle. 

00:27:10,336 --> 00:27:36,886 [Max Triphaus]
[lacht] Das verteilt sich immer ganz gut bei uns. Ähm, und was das Leben hier eben auch prägt, äh, ich wohne im Dorf, äh, ich gehe auch viel joggen oder ich gehe spazieren. Ich kann in alle Himmelsrichtungen laufe ich los und ich bin draußen und ich bin sofort entspannt. Und ich wohne drei Kilometer vom Strand entfernt und das ist ein Naturstrand. Und egal, wie viel Gäste im Sommer kommen würden, es gibt hier Strände und Bereiche, die sind, da ist nie jemand. Und das wird auch, äh, in Zukunft- 

00:27:36,886 --> 00:27:37,596 [Claus Ruhe Madsen]
Nur Max. 

00:27:37,596 --> 00:28:06,416 [Max Triphaus]
-nicht so sein. Nur Max beziehungsweise es finden vereinzelt Leute, aber ich finde überall meine Ruhe hier. Ähm, und dann habe ich eine schöne Steilküste, eine schöne Natur. Ähm, ich kann im Frühling auch schon mit der Strandmuschel an den Strand, ne? Also ich kann nur jedem empfehlen, der zu uns kommt: Kauft euch eine vernünftige Strandmuschel. Nicht die günstigen Dinger, die nichts abhalten, sondern ein bisschen Wind muss es abhalten und dann ist es auch schon im März wunderschön, am Strand alleine zu liegen mit Blick auf die Ostsee und von hinten oder insgesamt, äh, äh, wärmt mich die Strandmuschel und dann habe ich Sommer. 

00:28:06,416 --> 00:28:09,816 [Claus Ruhe Madsen]
Nicht schlecht, der Tipp. Du willst auch Radwege ausbauen. Wie ist da der Stand? 

00:28:09,816 --> 00:28:34,236 [Max Triphaus]
Wir wollen Radreiseregion werden, ähm, ADFC-zertifiziert. Äh, da gibt's so 'nen ganzen Katalog, den man abarbeiten muss. Also die Radwege müssen eine gute Qualität haben. Wir müssen viele Rastplätze haben. Wir müssen viele Bett-und-Bike-Betriebe haben, die auf den Urlauber eingestellt sind, auf den radfahrenden Urlauber. Und da hat die, äh, Kollegin, äh, äh, Keke Vangerow jetzt zweieinhalb Jahre dran gearbeitet und, ähm- 

00:28:34,236 --> 00:28:37,116 [Claus Ruhe Madsen]
Die mitorganisiert ja auch ein Fahrradrennen. 

00:28:37,116 --> 00:28:39,506 [Max Triphaus]
Äh, das macht der Radsportverein, ja, in Schles-- 

00:28:39,506 --> 00:28:41,116 [Claus Ruhe Madsen]
Aber ihr habt auch den mit unterstützt, oder? 

00:28:41,116 --> 00:29:05,576 [Max Triphaus]
Wir, wir unterstützen die, weil also dieses Thema, äh, Rennradfahren ist natürlich auch was für die Region. Es ist nicht nur das touristische, vielleicht langsame Fahren, sondern es ist ja auch eine Region, die zum Rennradfahren absolut einlädt. Wir haben immer so diese kleinen Hügel, die mal bis hundert Meter hochgehen. Es geht immer ein bisschen hoch, ein bisschen runter. Es ist sehr abwechslungs-, äh, ähm, -reich bei uns und ich habe immer schöne Landschaftsblicke und sehe immer irgendwo Wasser. 

00:29:05,576 --> 00:29:21,936 [Claus Ruhe Madsen]
Zum Schluss, lieber Max, habe ich, du hast mich ja schon mal mit dem Rennrad eigentlich ein paar Mal schon gequält. Also quäle ich dich heute. Äh, drei schnelle Fragen und das heißt, oder du musst einfach nur spontan antworten. Und zwar: Gummistiefel oder Segelschuhe? 

00:29:23,416 --> 00:29:26,296 [Max Triphaus]
Oh. [lacht] Gummistiefel. 

00:29:27,896 --> 00:29:29,336 [Claus Ruhe Madsen]
Scholle oder Labskaus? 

00:29:30,996 --> 00:29:32,556 [Max Triphaus]
Weder noch. 

00:29:32,556 --> 00:29:33,636 [Claus Ruhe Madsen]
Das gilt nicht. 

00:29:33,636 --> 00:29:34,896 [Max Triphaus]
[lacht] 

00:29:34,896 --> 00:29:38,036 [Claus Ruhe Madsen]
Weder noch. Aus der Schleiregion. 

00:29:38,036 --> 00:29:40,576 [Max Triphaus]
Äh, aus der Schleiregion sage ich Hering. 

00:29:40,576 --> 00:29:42,096 [Claus Ruhe Madsen]
Also Hering oder Labskaus? 

00:29:42,096 --> 00:29:42,856 [Max Triphaus]
Hering. 

00:29:42,856 --> 00:29:43,956 [Claus Ruhe Madsen]
Hering oder Matjes? 

00:29:45,236 --> 00:29:48,156 [Max Triphaus]
Äh, das ist ja eine Art von, äh, Hering. 

00:29:48,156 --> 00:29:49,276 [Claus Ruhe Madsen]
Ja, aber wohl- 

00:29:49,276 --> 00:29:50,576 [Max Triphaus]
Ich bin bei Hering. 

00:29:50,576 --> 00:29:52,446 [Claus Ruhe Madsen]
Genau, weil Matjes ist weiter unten. 

00:29:52,446 --> 00:29:52,976 [Max Triphaus]
Mhm. 

00:29:52,976 --> 00:29:54,316 [Claus Ruhe Madsen]
Da ist er etwas fetter dann. 

00:29:54,316 --> 00:29:59,916 [Max Triphaus]
Mhm. Ist geschmacklich aber auch nicht ganz so meins. Also den Hering habe ich lieber aus der Pfanne. 

00:29:59,916 --> 00:30:01,976 [Claus Ruhe Madsen]
Wann gibt es wieder Heringstage? 

00:30:01,976 --> 00:30:03,656 [Max Triphaus]
Äh, wir hoffen, im nächsten Jahr. 

00:30:03,656 --> 00:30:07,456 [Claus Ruhe Madsen]
Sehr gut. Reethausdach oder Dachterrasse? 

00:30:07,456 --> 00:30:09,896 [Max Triphaus]
Oh, da bin ich klassisch beim Reethaus. 

00:30:09,896 --> 00:30:11,596 [Claus Ruhe Madsen]
Mit Dachterrasse. 

00:30:11,596 --> 00:30:14,116 [Max Triphaus]
Äh, Terrasse kann ja auch unten im Garten sein. 

00:30:14,116 --> 00:30:17,316 [Claus Ruhe Madsen]
Stimmt. Rasen mähen oder Rasenroboter? 

00:30:17,316 --> 00:30:21,196 [Max Triphaus]
Ich muss noch Rasen mähen. [lacht] 

00:30:21,196 --> 00:31:05,336 [Claus Ruhe Madsen]
Okay, also für mich eindeutig die falsche Antwort. Lieber Max, ich habe dich schon immer als einen engagierten Schlei-Menschen kennengelernt. Heute hast du den ganzen bestätigt mit Herz und, äh, vollem Einsatz für eine Region, für den Tourismus, aber auch für die Nachhaltigkeit. Also nicht nur das bedingungslose „immer mehr Übernachtung" ist das Bessere, sondern die gute Qualität in dem, was wir unseren Gästen anbieten, womit wir, äh, Gäste ins Land holen können und gleichzeitig auch für Einheimische fantastische Infrastruktur und Angebote schaffen. Ich drücke dir die Daumen, dass nach wie vor die Region wächst, erfolgreich wächst, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern. Vielen Dank, dass du heute da warst. 

00:31:05,336 --> 00:31:05,716 [Max Triphaus]
Vielen Dank. 

00:31:07,956 --> 00:31:16,086 [Musik]
[Outro-Musik]

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