Der Fall hatte es in sich und war nach den Rekordtemperaturen am vergangenen Wochenende, die die Klimaschutzdebatte erneut entfacht haben, wieder hochaktuell: Ein Professor einer schleswig-holsteinischen Hochschule veröffentlichte auf einem pseudowissenschaftlichen Online-Portal wissenschaftliche Erkenntnisse mit der wesentlichen Botschaft, dass die Folgen des Klimawandels nicht so dramatisch seien, wie in der öffentlichen Debatte angenommen. Dabei weist er sich als Professor dieser Hochschule aus. Die Hochschule wird hierauf aufmerksam und forderte ihn mehrfach auf, die Veröffentlichung auf der Plattform zu löschen oder sich bei Veröffentlichungen auf solchen streitbaren Portalen nicht mit der Zugehörigkeit zu ihrer Hochschule auszuweisen. Dies gefährde ihre Reputation.
Der Kläger sieht hierin einen Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit und möchte vom Gericht festgestellt wissen, dass er die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Forschungsarbeit weiterhin mit dem Namenszusatz der Hochschule publizieren darf.
Eine überraschende Änderung des Falls durch die Jury brachte die Studierenden im Finale noch einmal richtig ins Schwitzen und zwang sie zur argumentativen Improvisation. Letztlich setzten sich Kristina Meeder, Victoria Stoedter, Yara Schröder und Anton Köpke durch und strichen den vom DAV gestellten Gewinn von 350 Euro ein. Sie überzeugten die Jury durch ihr fulminantes Plädoyer für die Wissenschaftsfreiheit.
Präsident Dr. Sievers ist begeistert:
„Es ist toll, mit welchem Herzblut sich die Studierenden für die Wissenschaftsfreiheit eingesetzt haben und dass sie sich neben ihren vollen Vorlesungsplänen noch einem frühzeitigen Praxistest unterziehen.“
Leon Damerow, 6. Semester, findet:
„Der Moot Court ist eine tolle Gelegenheit kommunikative Fähigkeiten zu trainieren, die im theoretisch geprägten Vorlesungsalltag eher zu kurz kommen.“
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