Schleswig-Holstein verfügt über ausgezeichnete Rahmenbedingungen für die Milcherzeugung. Die Betriebsstruktur, der hohe Ausbildungsstand der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter sowie die günstigen Klima- und Bodenverhältnisse machen das Land zu einem europaweit bevorzugten Standort für die Milchproduktion.
Ideale Rahmenbedingungen und starke Betriebe
Schleswig-Holstein ist ein attraktiver Standort für die Milcherzeugung. Sowohl die Betriebsstruktur als auch der hohe Ausbildungsstand der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter schaffen beste Voraussetzungen. Unterstützt von guten Klima- und Bodenverhältnissen gehört unser Land zu den europaweit bevorzugten Regionen für Milchproduktion.
Knapp 2.700 Milchbetriebe produzieren jährlich rund 3 Milliarden Kilogramm Milch – mehr als 8 Millionen Kilogramm täglich. Damit wird der Bedarf in Schleswig-Holstein deutlich übertroffen. Bei fast 320.000 Milchkühen liegt die durchschnittliche Herdengröße bei über 120 Kühen – deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt.
Die Milch- und Rindfleischerzeugung bildet mit einem Produktionswert von rund 1,1 Milliarden Euro das Rückgrat einer dynamischen, standortgebundenen Landwirtschaft. 16 Meiereien veredeln die Milch zu einer großen Palette hochwertiger Produkte.
Wettbewerbsfähigkeit sichern und Marktchancen nutzen
Damit Schleswig-Holstein auch in Zukunft das Land der Milch bleibt, müssen die Betriebe wettbewerbsfähig und nachhaltig wirtschaften. Dazu gehört, dass die Meiereiwirtschaft sich weiterentwickelt, die Wertschöpfung der Produkte steigt und die Exportfähigkeit erhalten bleibt.
Die Milcherzeugung hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen – insbesondere nach dem Auslaufen der Milchquotenregelung im März 2015. Gleichzeitig bleibt die große Volatilität der Milchauszahlungspreise eine zentrale Herausforderung.
Nach dem russischen Angriffskrieg stiegen die Preise bis Ende 2022 auf rund 60 Cent pro Liter, bevor sie auf etwas über 40 Cent pro Liter zurückgingen. Über ein Jahr hinweg lag der Preis stabil über 50 Cent pro Kilogramm, was eine rentable Milcherzeugung und eine spürbare Verbesserung der Stimmung ermöglichte. Seit dem vergangenen Herbst stehen die Weltmarktpreise unter Druck: Das Rohstoffangebot ist umfangreich, die Nachfrage zurückhaltend. Für Januar 2026 lag der Kieler Rohstoffwert Milch beim IfE-Institut bei 30,3 Cent pro Kilogramm; an den Spotmärkten sind momentan deutlich unter 20 Cent pro Kilogramm erzielbar. Der Milchauszahlungspreis sank daher in den letzten Monaten spürbar und beträgt im Januar im Durchschnitt lediglich rund 34 Cent pro Kilogramm. In den kommenden Monaten wird mit vermutlich weiteren Rückgängen bei den Auszahlungspreisen gerechnet. Es gibt aber auch erste Anzeichen, die auf eine mögliche Konsolidierung des Milchmarktes noch innerhalb der ersten Jahreshälfte hoffen lassen.
Trotz dieser Schwankungen konnten die Futterbaubetriebe im Wirtschaftsjahr 2024/2025 einen Durchschnittsgewinn von über 130.000 Euro erzielen – ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem 75.000 Euro im Schnitt erwirtschaftet wurden. Aufgrund der zu erwartenden Preisrückgänge wird für das Wirtschaftsjahr 2025/2026 ein deutlich niedrigerer Gewinn prognostiziert.