Messkampagne des Landes Schleswig-Holstein zur Ermittlung von Radon in
Innenräumen
Letzte Aktualisierung: 07.01.2026
Radon ist ein Innenraumschadstoff, der beim radioaktiven Zerfall von Uran und Radium vorrangig im Erdboden entsteht. In der Umgebungsluft ist Radon überall vorhanden. Unterschiedliche Gesteine und Böden bedingen unterschiedliche Radonkonzentrationen im Untergrund. Über Risse oder andere Undichtigkeiten in Kellerböden oder anderen erdberührenden Gebäudebereichen kann Radon in die Innenräume eindringen und sich hier anreichern. Atmen die dort wohnenden Menschen Radon und seine Folgeprodukte über einen längeren Zeitraum in höheren Konzentrationen ein, steigt deren Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.
Um einen besseren Überblick zur Radonsituation in schleswig-holsteinischen Wohngebäuden zu erhalten, führt das Land Schleswig-Holstein eine landesweite Messkampagne durch. Hierbei sollen die Radonaktivitätskonzentrationen in Innenräumen von 1.000 privat genutzten Wohnungen oder Häusern ermittelt werden. Mit der Durchführung der Messkampagne wurde das Sachverständigenbüro Dr. Kemski beauftragt.
Teilnahmeberechtigt sind 1.000 Haushalte mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein, die interessiert sind, in ihren privat genutzten Wohnräumen Radon zu messen. Die Messung wird mittels Exposimeter mit Kernspurdetektor (sogenannte „Passivsammler“) durchgeführt (siehe folgende Abbildung).
Hierbei handelt es sich um Messgeräte in Form kleiner Plastikdosen (4 x 4 x 1,5 cm). Wie der Name bereits andeutet, benötigen sie keinen Strom, verursachen keinen Lärm und sind nicht radioaktiv. Im Gehäuse befindet sich eine besondere Plastikfolie, die aufgrund des speziellen Gehäuseaufbaus dauerhaft mit der radonhaltigen Umgebungsluft in Kontakt ist. Der natürliche, radioaktive Zerfall von Radon und seinen Folgeprodukten hinterlässt auf der Plastikfolie Spuren, die nach Beendigung der Jahresmessung in einem akkreditierten Labor ausgewertet werden.
Allgemeine Informationen zu Radon und seiner Verteilung im Untergrund in Schleswig-Holstein
Als natürlich vorkommender, radioaktiver Stoff ist Radon überall vorhanden, die Konzentration variiert jedoch mit der vorhandenen Geologie, also dem Untergrund. Je nach Region kann Radon auch in Schleswig-Holstein in nicht unerheblichen Konzentrationen im Untergrund vorhanden sein. Kommt hierzu noch eine ungünstige Gebäudesubstanz mit möglichen Eintrittspfaden hinzu (z.B. kleine Undichtigkeiten in Form von Setzungsrissen und/oder nicht/ungenügend abgedichtete Hauseinführungen der Medien Strom, Wasser, Heizung), kann die Radonaktivitätskonzentration der Innenraumluft oberhalb empfohlener Schwellenwerte liegen und somit eine Gesundheitsgefährdung darstellen.
Zur Einordnung von Gebieten wird regelmäßig das sogenannte geogene Radonpotential (Rp) herangezogen. Dafür existieren Schwellenwerte, ab wann zu prüfen ist, ob ein Gebiet als sogenanntes „Radonvorsorgegebiet“ auszuweisen ist. Innerhalb solcher Gebiete gelten besondere Vorgaben zum Schutz vor Radon, sowohl im Privatbereich als auch im gewerblichen Bereich. Nach aktueller wissenschaftlicher Einordnung gilt: Liegt der Rp-Wert über 40, ist der Schwellenwert für ein Radonvorsorgegebiet erreicht.
Folgend die aktuelle Prognosekarte des Radonpotentials für das Land Schleswig-Holstein:
Erklärung: In den türkis eingefärbten Regionen kann es sinnvoll sein die Radonaktivitätskonzentrationen der Innenräume zu messen. Diese Gebiete haben ein Radonpotential von mindestens 30 (also 10 Zählpunkte unterhalb des Schwellenwertes - siehe hierzu die Legende oben rechts in der Darstellung). Hier sollte im Einzelfall anhand der Gebäudebeschaffenheit abgewogen werden, ob Risikofaktoren vorliegen - die Radonberatungsstelle des Landes Schleswig-Holstein berät Sie auch hierzu gerne unter radonberatung@mekun.landsh.de.
Die Beschaffenheit der Gebäude entscheidet stark über die Radonkonzentration: Bauliche Gegebenheiten können auch in Gebieten mit geringerem geogenen Radonpotential zu erhöhten Innenraumwerten führen. Gleichzeitig können Gebäude auch in stark exponierten Radonpotenzialgebieten niedrige Innenraumwerte aufweisen, wenn sie baulich gut abgedichtet sind und häufig genug lüften.
Trotzdem gilt bezogen auf die obige Darstellung: Je größer der Zahlenwert des Radonpotentials, desto wahrscheinlicher sind erhöhte Radon-Innenraumwerte und damit ein erhöhtes Gesundheitsrisiko der in dem Gebäude lebenden Menschen.
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