Die Regionalsprache Niederdeutsch ist ein wichtiges Kulturgut. An 55 Modellschulen können Schülerinnen und Schüler von der Grundschule bis zur weiterführenden Schule die Sprache lernen - "Paul un Emma" sind immer mit dabei.
Letzte Aktualisierung: 12.03.2026
Was im Schuljahr 2014/15 in Schleswig-Holstein mit 27 Grundschulen begann, hat sich längst zu einem erfolgreichen Modellprojekt entwickelt:
Seit dem Schuljahr 2025/26 gibt es ein freiwilliges Unterrichtsangebot an 55 Modellschulen, davon an 43 Grundschulen und an 12 Schulen mit Sekundarstufe I. Insgesamt erreicht das Angebot gut 3.800 Schülerinnen und Schüler.
An den Modellschulen erlernen die Kinder die Regionalsprache Niederdeutsch systematisch. Denn nur noch wenige Kinder lernen und sprechen zuhause Niederdeutsch oder Plattdeutsch. „Paul un Emma“, die Titelfiguren aus den Büchern, unterstützen die Schülerinnen und Schüler in der Grundschule beim Plattdeutsch lernen.
Die ersten Modellschulen sind mit einer vom Land und von der Plattdüütsch Stiftung Sleswig-Holsteen finanzierten Bücherkiste mit Lehr- und Lernmaterialien für den Niederdeutschunterricht gestartet. Es enthielt neben dem Lehrwerk „Paul un Emma snackt plattdüütsch“ für die erste und zweite Jahrgangsstufe, auch das Fortsetzungslehrwerk „Paul un Emma un ehr Frünnen“ für die dritte und vierte Jahrgangsstufe.
Seit März 2026 sind aktuelle Lehr-und Lernmaterialien verfügbar:
„Paul un Emma öövt plattdüütsch“ ist ein Arbeitsbuch zu dem Lehrwerk „Paul un Emma snackt plattdüütsch“. Die Modellgrundschulen erhalten jeweils 15 Exemplare des neuen Arbeitsbuches.
"Paul un Emma un ehr Frünnen“ ist die zweite, überarbeitete Auflage des Lehrwerks ab Jahrgangsstufe 3.
"De Schimmelrieder" ist eine Lektüre („Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm) für die Sekundarstufe. Die neue Übersetzung ins Niederdeutsche ermöglicht den Einsatz der Lektüre im Niederdeutsch- und Hochdeutschunterricht. Die Modellschulen mit Sekundarstufe I erhalten jeweils 20 Exemplare.
Unterricht
An den Grundschulen erhalten die Kinder je zwei Unterrichtsstunden Niederdeutsch in den Jahrgangsstufen 1 bis 4. An den weiterführenden Schulen wird in den Jahrgangsstufen 5 und 6 bis zu zwei Stunden pro Woche Niederdeutsch unterrichtet. Unterstützt wird die Arbeit der Modellschulen vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH).
Materialien online
Auf IQSH-Lernnetzseiten können die Lehrkräfte auf umfangreiche Zusatzmaterialien wie Arbeitsblätter, Vokabellisten und Audio-Aufnahmen zu den Dialogen und Lesetexten zurückgreifen.
Auf diesen Seiten des IQSH finden Sie umfangreiche Zusatzmaterialien zu den beiden Niederdeutschlehrwerken für die Grundschule:
Niederdeutsch-Materialien von Lehrkräften für Lehrkräfte mehr lesen
Leitfaden
Grundlage für den Unterricht ist der "Leitfaden für den Niederdeutsch-Unterricht an Grundschulen in Schleswig-Holstein". Darin werden die angestrebten Kompetenzen dargestellt und Hinweise zur Unterrichtsgestaltung gegeben.
Seit Juli 2019 ist der Erlass "Niederdeutsch in der Schule" in Kraft. Er hat zum Ziel, das bereits existierende Modellschul-angebot auszubauen und so einen systematischen Spracher-werb über den gesamten Bildungsgang - von der Grundschule bis hin zur Hochschulreife - zu ermöglichen. Dazu wird Niederdeutsch an allen Schulen Schleswig-Holsteins zum durchgängigen Unterrichtsprinzip ernannt. Bestehende und geplante Unterrichtsstrukturen zum niederdeutschen Spracherwerb sollen gefestigt und weiterentwickelt werden.
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