Die Gattung Ambrosia gehört zur Familie der Asteraceae und umfasst mindestens 40 Arten. Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), auch Beifußblättriges Traubenkraut oder (englisch) Ragweed genannt, ist ein invasiver Neophyt. Ursprünglich aus Nordamerika stammend hat sich die Beifuß-Ambrosie mittlerweile in weiten Teilen Europas ausgebreitet. Sie wächst an gut belichteten, vegetationsarmen Standorten wie z. B. auf Brachflächen, Randstreifen, Gärten und landwirtschaftlichen Nutzflächen, aber auch auf Blühflächen, Schnittblumenfeldern und Wildäckern.
Gesundheitsrisiko durch Allergien
Der Pollen der Beifuß-Ambrosie wirkt stark allergen - auch Menschen, die sonst nicht allergisch auf Pollen reagieren, können so eine Allergie entwickeln. Bereits geringe Konzentrationen von 10-20 Pollen pro m3 Luft können akute allergische Symptome im Sinne einer allergischen Rhinitis bei bereits erkrankten Personen hervorrufen. Ähnlich zu anderen Pollen kann ein Kontakt über die Atemwege auch zu einer allergischen Konjunktivitis und zu allergischem Asthma führen. Zudem können bei Hautkontakt Irritationen im Sinne einer Kontakturtikaria entstehen. Die Verbreitung der Beifuß-Ambrosie stellt daher ein Gesundheitsrisiko dar.
Die Behandlung der allergischen Symptome kann wie bei anderen Allergenen erfolgen. Ambrosia hat die höchste Kreuzreaktivität mit dem Gemeinen Beifuß Artemisia vulgaris, wodurch Allergiker auf beide Arten reagieren können.
Biologie der Beifuß-Ambrosie
Die Beifuß-Ambrosie ist eine einjährige, krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von bis zu 180 cm. Sie hat einen aufrechten, zunächst grünen und im späteren Vegetationsverlauf rötlichen, stark verzweigten, buschartigen Stängel. Dieser ist, wie die Blätter auch, im oberen Teil behaart. Die Blätter sind beidseitig grün, dreieckig bis oval und doppelt fiederteilig mit grob gezähnten Abschnitten. Die Pflanze bildet einen ährenförmigen Blütenstand - die männlichen gelb-grünen Blütenköpfe sind wie Trauben angeordnet, die grünlichen weiblichen Blüten unterhalb der männlichen Blüte gelegen .
Zur Blütenbildung ist eine minimale Nachtlänge von acht Stunden erforderlich - die Ambrosie blüht folglich relativ spät von Mitte Juli bis zum ersten Frost. Eine einzelne Pflanze kann bis zu 60.000 Samen produzieren. Charakteristisch hierbei sind die Dornen an den 2-3 mm großen Samen. Die Samen können im Boden bis zu 40 Jahre keimfähig bleiben, wobei die Keimung selbst bei Temperaturen von zwischen 7°C bis 28°C erfolgt. Eine einzelne Pflanze kann bis zu 60.000 Samen produzieren.
Die Beifuß-Ambrosie wurde durch Winterstreufutter für Vögel in Hausgärten und durch die Verunreinigung von anderen Körnerfuttermitteln und Getreide sowie durch Futtermitteltransporte eingebracht. In Schleswig-Holstein kommt die Beifuß-Ambrosie bislang nur vereinzelt vor. Die Funde in den Gärten beruhen auf Verunreinigungen im Vogelfutter, die Vorkommen der Ambrosie in den Herkunftsländern widerspiegeln.
Auch ein prüfender Blick auf die Zusammensetzung des Futters kann eine Verunreinigung offensichtlich machen.
Womit kann die Ambrosie verwechselt werden?
Die Beifuß-Ambrosie kann leicht mit Beifußgewächsen oder ähnlichen Arten verwechselt werden. Besonders häufig betreffen diese den einheimischen und weit verbreiteten Gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris).
Nachfolgend sind die wesentlichen Unterschiede beider Pflanzen gegenübergestellt.
Unterscheidungsmerkmale zwischen der Beifuß-Ambrosie und dem Gemeinen Beifuß
Merkmal
Beifuß-Ambrosie
Gemeiner Beifuß
Blüten
Ährenartige Traube mit schirmartig nickenden Blütenköpfchen
Weißlich-graue Zwitterblüten als Rispe
Stängel
Grün, im Verlauf der Vegetationsperiode rötlich, stark behaart
Unbehaart
Blätter
Gestielt,
Blattspreite dreieckig, Blattunterseite grün und kaum behaart
Ungestielt,
Blattspreite eher oval
Blattunterseite weißlich durch dichte Behaarung
Die direkte Bekämpfung erfolgt vorrangig mechanisch durch das Ausreißen der Pflanzen. Wichtig hierbei ist, dass die Pflanze (möglichst vor der Blüte) mitsamt der Wurzel entfernt wird. Eine unvollständige Entfernung der Pflanze führt zu einem erneuten Austreiben aus der Wurzel, geschnittene Pflanzen können an der Stängelbasis schnell neue blütentragende Zweige bilden. Bei nur gelegentlichem Kontakt mit den (nicht blühenden) Pflanzen sind keine besonderen Schutzmaßnahmen notwendig. Die ausgerissene Pflanze sollte, sofern sie Blütenstände hat, umhüllt von einem Plastikbeutel über den Hausmüll, nicht über die Grünabfuhr oder den Komposthaufen, entsorgt werden. Bei Aufenthalt in blühenden Beständen ist eine FFP2 - Staubschutzmaske mit Ausatemventil zu tragen.
Es empfiehlt sich zur Beseitigung von Beständen eine Mahd Ende Juli gefolgt von weiteren im Mähintervall alle 3-4 Wochen. Da dies keine Garantie der Unterbindung der Blüten- und Samenproduktion bedeutet, ist eine Nachkontrolle aufgrund nachkeimender Samen in den Folgejahren notwendig. Kontaktieren Sie bitte die zuständige Behörde.
Allergikern wird empfohlen, Ambrosie-Bestände zu meiden.
Standorte, die für eine Besiedelung durch Ambrosia bekannt sind, sollten in den Folgejahren der Entfernung regelmäßig überprüft werden.
Meldung von Ambrosia-Beständen
Melden Sie Ambrosia-Bestände Ihrem zuständigen Gemeindeamt, örtlichen Grünflächen- oder Pflanzenschutzamt. Um einen besseren Überblick über die Verbreitung der Art in Schleswig-Holstein zu erhalten, bittet das Landesamt für Arbeitsschutz, Soziales und Gesundheit (LASG) um Meldung der Funde und des Standorts, wenn möglich mit eindeutiger Fotodokumentation. Das Landesamt für Umwelt bittet um Fundmeldungen auf dem Meldeportal für Beifußblättriges Traubenkraut
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