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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Porträt
Jan Philipp Albrecht

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Land verstärkt Wolfsmanagement und fördert zusätzliche Präventionsmaßnahmen

Datum 13.02.2019

Umweltminister Albrecht stellt die Pläne zur Weiterentwicklung des schleswig-holsteinischen Wolfsmanagements vor.

KIEL. Das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium stellte heute (13. Februar) seine Pläne zur Verbesserung des Herdenschutzes und Erweiterung des Wolfsmanagements vor. Durch personelle Verstärkung im Wolfsmanagement beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) und Auslagerung von organisatorischen Aufgaben an externe Dienstleister soll den wachsenden Aufgaben des Wolfsmanagements Rechnung getragen werden.

Dem Wolf Grenzen setzen

Zudem soll in den Kreisen, in denen Wölfe als resident eingestuft werden müssen und mit wiederkehrenden Rissen zu rechnen ist, ein dauerhafter Herdenschutz zunächst bei großen oder besonders gefährdeten schafhaltenden Betrieben vom Ministerium finanziert werden. So können mit begrenzten Finanzmitteln die Betriebe erreicht werden, denen ein Großteil der Schafe gehört. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht sagt dazu: „Es ist weiterhin richtig, dass auch dem streng geschützten Wolf klare Grenzen gesetzt werden. Um die Entwicklung weiterer Problemwölfe zu verhindern, müssen wir dafür gerade bei dem weiteren Ausbau des Herdenschutzes dranbleiben. Es muss allen klar sein, dass die Genehmigung zum Abschuss des Problemwolfes eine Ausnahme ist, die auf keinen Fall zur Regel werden kann und wird. Neben den bisher zur Verfügung gestellten Herdenschutzpaketen soll daher nun an bestimmten Präventionsschwerpunkten in dauerhafte Herdenschutzzäune investiert werden. Das kann aber nicht auf einen Schlag umgesetzt werden, sondern wird schrittweise geschehen.“

Präventionsschwerpunkte ausbauen

Angesichts der teilweise neuen Erkenntnisse über einzelne Wölfe in den Kreisen Dithmarschen, Pinneberg, Steinburg und Segeberg gelten diese Kreise als besondere Präventionsschwerpunkte, in denen zeitnah der Übergriff von Wölfen auf Nutztiere verhindert werden soll. „Das dauerhafte Leben mit Wölfen stellt die Halterinnen und Halter vor eine neue Herausforderung, deshalb werden wir in den besonders und dauerhaft betroffenen Kreisen durch eine neue Konzeption von Wolfspräventionsgebieten die Möglichkeiten für intensive und langfristige Herdenschutzmaßnahmen eröffnen“, erklärt Minister Albrecht. Deich- und Deichvorlandbereiche bleiben in diesen Kreisen von den Regelungen ausgenommen. Hier wird auch weiterhin ohne Präventionsleistung die vorgesehenen Ausgleichszahlungen bei Rissen geleistet werden. Für tragfähige Lösungen an Deichen stimmt sich das Ministerium gemeinsam mit Niedersachsen und dem Bund eng ab. „Gerade in Wolfspräventionsgebieten brauchen wir die Mithilfe insbesondere der Schafthalterinnen und Schafhalter. Wenn nicht gezäunt wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Wolf niederlässt und sich auf Schafe spezialisiert, deutlich höher. Hier müssen wir schrittweise weiterkommen“, so Minister Albrecht.

Wolfspräventionsgebiete

In Wolfspräventionsgebieten werden weiterhin mobile und temporäre Herdenschutzpakete an Schafhalter kostenfrei verliehen, da die Finanzierung von dauerhaftem Schutz kurzfristig nicht allen Betrieben zu Gute kommen kann. Bestehen blieben auch die Ausgleichszahlungen bei Rissereignissen, wenn Herdenschutzmaßnahmen lang- oder kurzfristiger Art beantragt oder umgesetzt wurden. „Wir werden sicherstellen, dass den Aspekten der Weidetierhaltung und des Naturschutzes auch im Rahmen der dauerhaften Wolfs-Präventionsmaßnahmen Rechnung getragen wird. Dennoch brauchen wir mehr Engagement beim Herdenschutz, um die Spezialisierung von Wölfen auf Nutztiere zu verhindern und zu einer echten Koexistenz zu gelangen“, sagte Albrecht.

Antragstellung:

Die Schafshalterinnen und – Halter in den betroffenen Gebieten können ab sofort einen formlosen Antrag auf Präventionsförderung an das MELUND unter folgendem Kontaktdaten stellen:

Hintergrund:

Die neusten eingetroffenen Individualisierungen von Rissproben zeigen, dass für die Rissvorfälle in Dithmarschen ein neuer Wolf (GW900m) aus Dänemark verantwortlich ist. Er ist dort im Zeitraum vom 12.01.2019 bis zum 29.01.2019 für acht Rissvorfälle verantwortlich. Fünf Untersuchungsergebnisse aus Dithmarschen stehen noch aus. Der Wolf GW924m in Pinneberg /Steinburg und die Wölfin GW1120f in Segeberg gelten als resident. Neben dem Wolf GW1101m, der das letzte Mail im Dezember 2018 bei Dagebüll nachgewiesen wurde, ist nun auch GW900m (Dithmarschen) kurz davor als resident eingestuft zu werden.

Liste der Rissvorfälle in Dithmarschen

OrtDatumKreisZäunung*RissGenetik
Nübbel12.01.2019RDNutztierriss (Schafe)GW 900m
Eggstedt13.01.19HEI Nutztierriss (Schaf)GW 900m
Kuden/ Epenwöhrden14.01.2019HEINutztierriss (Schaf)GW 900m
Kuden14.01.2019HEINutztierriss (Schaf)Hund
Eggstedt14.01.2019HEINutztierriss (Schaf)HW01
Hopen/Epenwöhrden16.01.2019HEINutztierriss (Schafe)GW 900m
Brickeln/Großenrade17.01.2019HEINutztierriss (Schafe)GW 900m
Großenrade17.01.19HEINutztierriss (Schafe)GW 900m
Bargenstedt18.01.2019HEI Nutztierriss (Schaf)GW 900m
Burg19.01.19HEI KalbskadaverHund
Wolmersdorf20.01.19HEI Nutztierriss (Schaf)GW 900m
Trensbüttel21.01.19HEI Nutztierriss (Schaf)HW01
Dörpling23.01.19HEI Nutztierriss (Schaf)HW01
Odderade23.01.19HEI Nutztierriss (Schaf)kein verwertbares Ergebnis
Dellstedt25.01.19HEI Nutztierriss (Schaf)HW01
Hollingstedt26.01.19HEI Nutztierriss (Schaf)Hund
Gudendorf28.01.19HEI Nutztierriss (Schaf)HW01
Rethwisch28.01.19IZ Nutztierriss (Schaf)HW01
Buchholz29.01.19HEI Nutztierriss (Schaf)HW01

*(Zäunung nur ausgefüllt wenn wolfssicher)

Schafdichte in den vier Kreisen:

KreisBetriebe [n] / % SHSchafe [n] / % SH
Dithmarschen241/ 15,3%62366 / 30,3 %
Steinburg104/ 6,6%10020/ 4,9%
Pinneberg55/ 3,5%10017/ 4,9%
Segeberg72/ 4,6%2943/ 1,4%

Medien-Information vom 13. Februar 2019 zum Herunterladen (PDF 143KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Verantwortlich für diesen Pressetext: Jana Ohlhoff und Joschka Touré | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung | Mercatorstraße 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7044 | E-Mail: pressestelle@melund.landsh.de | Medien-Informationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.schleswig-holstein.de/melund 

 

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