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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Künstliche Intelligenz nimmt weiter Fahrt auf: Land fördert zwölf neue KI-Professuren in Kiel, Lübeck, Heide und Flensburg

Datum 08.02.2022

KIEL. Die Künstliche Intelligenz (KI) nimmt deutlich weiter an Fahrt auf: Mit zwölf neuen KI-Professuren an den Hochschulstandorten in Kiel, Lübeck, Flensburg und Heide wird die Zukunftsfähigkeit von Wissenschaft und Wirtschaft in Schleswig-Holstein weiter gestärkt. Das Land stellt dafür in den kommenden fünf Jahren insgesamt neun Millionen Euro bereit. Ministerpräsident Daniel Günther und Wissenschaftsministerin Karin Prien stellten die Pläne heute (8. Februar) in Kiel vor.

"Dass das Land zwölf neue Lehrstühle für ein thematisch spezielles Topthema zur Verfügung stellt, hat es bislang noch nicht gegeben. Für das Land und für die Hochschulen ist das eine große gemeinsame Kraftanstrengung", sagte Günther. Er zeigte sich davon überzeugt, dass sich die Investition auszahlen werde: "Die Landesregierung hat das Thema Künstliche Intelligenz in Schleswig-Holstein in den vergangenen drei Jahren mit viel Energie vorangetrieben. Die zwölf neuen KI-Professuren sollen ein Antreiber sein für die Entwicklung der Hochschulen, für die außeruniversitäre Forschung und für die Zukunftsbranchen des Landes", so der Ministerpräsident. Ohne KI-Kompetenzen würde die Innovationsstärke des Landes langfristig massiv leiden: "Das bedeutet, dass die Landesregierung das Thema KI auch in Zukunft weiter unterstützen wird."

Genau dafür habe das Land bereits das KI-Sondervermögen eingerichtet, aus dem Aufbauprojekte wie der KI-Transfer-Hub, das KI-Ökosystem in Lübeck oder das KI-Datencampus in Kiel gefördert würden. Aber auch die langfristig angelegten KI-Maßnahmen in der beginnenden EFRE-Förderperiode – wie das KI-Anwendungszentrum oder der Digital Learning Campus – ließen sich mit den Professuren sehr gut verknüpfen.

Die sechs W2- und sechs W3-Professuren an den Hochschulstandorten Flensburg, Kiel, Heide und Lübeck werden über fünf Jahre gefördert mit der Vorgabe, dass die Hochschulen die Professuren danach übernehmen. Gefördert werden jeweils die Personalkosten und eine Pauschale für eine sachliche und personelle Ausstattung. Ministerin Karin Prien: "Jetzt gehen wir den nächsten Schritt und schreiben die Stellen schnellstmöglich aus. Unser Ziel ist es, dass bereits ab dem Wintersemester 2022/23 ausgewiesene Expertinnen und Experten für KI an unseren Hochschulen lehren."

Schleswig-Holstein habe gute Karten im Wettbewerb um die besten Köpfe. "Wir bieten zukünftigen Professorinnen und Professoren ein überzeugendes Gesamtpaket aus Ausstattung, Kooperationen mit Wirtschaft und Forschung und Unterstützung durch ein landesweites KI-Netzwerk."

Auswahlverfahren und Schwerpunkte

Nach festgelegten Kriterien haben die staatlichen Hochschulen im vergangenen Jahr ihr Interesse an Stellen für KI-Professuren bekundet. Es gab in einem ersten Schritt 22 Bewerbungen der Hochschulen. Nach einem hochschulöffentlichen Aus-tausch wurden final 15 Bewerbungen von sechs Hochschulen für diese Stellen eingereicht und vom Institut für Innovation und Technik aus Berlin (iit) – einem Unternehmen des VDI/VDE, das im Bereich KI und Bildung auch als Projektträger des Bundesforschungsministeriums aktiv ist – bewertet. Letztlich wurden davon zwölf Bewerbungen ausgewählt. Dabei sei, so Ministerin Prien, ein besonderer Mix gelungen sowohl zwischen anwendungsorientierten und Forschungsprofessuren als auch zwischen den erklärten Zukunftsbranchen für die Entwicklung des Landes.

"Besonders hat mich gefreut, dass bereits in der Konzeption der Professuren eine hohe Vernetzung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gelungen ist, denn an den Konzepten für die KI-Professuren haben sich sowohl außeruniversitäre Forschungs-einrichtungen als auch sehr viele Unternehmen beteiligt, für die KI-Kompetenzen schon heute überlebenswichtig sind", sagte Prien. Die Ministerin hob hervor, dass zwei der zwölf Professuren der Bildungsforschung gewidmet sind. "Sie können die Frage beantworten, wie wir über Learning Analytics in Zukunft mit Datenanalyse und KI schneller und besser lernen werden. Oder wie "Edutechs" und damit KI-gesteuerte Hilfsmittel wie Augmented Reality, Robotik und Plattformen auch in Unterricht und Studium eingesetzt werden können.“ Schleswig-Holstein setze sich damit und mit weiteren strategischen Projekten wie dem geplanten Digital Learning Campus Schleswig-Holstein an die "Spitze der Lernforschung in Deutschland".

Übersicht der KI-Professuren

Die Professuren verteilen sich wie folgt:

Hochschule Flensburg:

  • Künstliche Intelligenz und Software Engineering (W2)

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel:

  • Lehren und Lernen in der digitalen Welt mit Schwerpunkt auf Learning Analytics und Machine Learning (W3)
  • Marine Data Science (W3)
  • KI-basierte Risikoerkennung und digitale Behandlungsunterstützung in der Medizin (W3)
  • KI in der medizinischen Anwendung (geteilt mit der Uni Lübeck) (W3)

Fachhochschule Kiel:

  • Künstliche Intelligenz für den nachhaltigen Umbau unserer Energiesysteme (W2)

Fachhochschule Westküste:

  • Künstliche Intelligenz in der Mensch-Maschine-Interaktion (W2)

Universität zu Lübeck

  • Ethical, Legal, and Social Aspects of AI (W2)
  • Hybride KI (W3)
  • Intelligente Biosignalverarbeitung (W3)
  • KI in der medizinischen Anwendung (geteilt mit der CAU) (W3)

Technische Hochschule Lübeck

  • KI & Bildung (W2)
  • KI & Data Science (W2)

Statements der Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulen:

Prof. Dr. Simone Fulda, Präsidentin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel:

"Spitzenforschung ist ein wichtiger Innovations- und Wachstumsmotor für unsere Wirtschaft und die Gesellschaft. Mit den vier KI-Professuren wollen wir an der CAU unsere Exzellenz in den Bereichen Meereswissenschaften, Medizin und Bildungs-forschung ausbauen – und so maßgeblich zur Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von Schleswig-Holstein beitragen."

Prof. Dr. Gabriele Gillessen-Kaesbach, Präsidentin der Universität zu Lübeck:

"Die Universität zu Lübeck verfolgt die klare Strategie, das Gebiet "KI und Gesundheit" als eines der zentralen Forschungsthemen der Universität zu etablieren und da-rum herum mit den Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft ein "KI-Med-Ökosystem" aufzubauen. Die bewilligten Professuren bilden einen, wenn nicht den zentralen Baustein der Umsetzung der Strategie, da sie einerseits die vorhandenen fachlichen Lücken schließen und andererseits auf einen deutlichen Ausbau der Vernetzung mit dem DFKI, dem UKSH, der Christian-Albrechts-Universität, den bei-den Fraunhofer-Einrichtungen am Standort Lübeck, der TH Lübeck und über die IHK zu Lübeck mit der regionalen Wirtschaft ausgelegt sind. Wir freuen uns sehr über das Vertrauen der Landesregierung und werden weiter mit voller Kraft an der Umsetzung unserer KI-Strategie arbeiten."

Dr. Christoph Jansen, Präsident Hochschule Flensburg:

"Mit der Professur "KI und Software Engineering" werden die sechs Studienangebote und auch die Transferaktivitäten der Informatik an der Hochschule Flensburg um eine/n Kompetenzträger/in in der KI verstärkt. Der Schwerpunkt der Professur liegt in der Domäne des Software Engineerings, also dem Erstellen von Programmen. Dabei wird z.B. KI für den Entwicklungsprozess von neuer Software herangezogen, etwa durch den Ansatz des "Learning from Big Code". Außerdem sollen die Kompetenzen auch Anwendungen im Maritimen Sektor und anderen Profilbereichen der Hochschule aufzeigen."

Prof. Dr. Björn Christensen, Präsident der Fachhochschule Kiel:

"KI spielt eine wichtige Rolle bei der Energiewende. Dabei ist nicht nur wichtig, wie Energie nachhaltig erzeugt wird, sondern wie sie verteilt werden soll. Ein Lösungsansatz sind intelligente Netze, die flexibel und selbständig auf Angebot und Nach-frage reagieren können. Mit der Professur stärken wir diesen Bereich in unseren Ingenieurswissenschaften und leisten heute schon einen wichtigen Beitrag für die Welt von morgen."

Prof. Dr. Katja Kuhn, Präsidentin der Fachhochschule Westküste:

"Wir freuen uns sehr, dass die Professur "Künstliche Intelligenz in der Mensch-Maschine-Interaktio" unser Angebot an der Fachhochschule Westküste in der Zukunft ergänzen wird. Die neue KI-Professur wird einen interdisziplinären Ansatz in Forschung, Lehre und Transfer vertreten und dabei die Aktivitäten unserer beiden Fachbereich Wirtschaft und Technik miteinander verbinden. In der Forschung sollen auf Basis ingenieurswissenschaftlicher und wirtschaftspsychologischer Ansätze KI-Anwendungen entwickelt werden, die benutzerfreundlich sind und den Menschen bei ihren Aktivitäten in Arbeit und Freizeit dienen. In der Lehre wird die Professur die Studierenden unserer wirtschaftswissenschaftlichen und technischen Studiengänge in interdisziplinären Seminaren darin ausbilden, gemeinsam die digitale Welt von morgen zu gestalten. Schlussendlich sollen die Aktivitäten der Professur auch der mittelständischen Wirtschaft an der Westküste zugutekommen und den Transfer zwischen Hochschule und Unternehmen stärken."

Professor Dr. Henrik Botterweck; Vizepräsident Technische Hochschule Lübeck für Studium und Lehre:

"Für uns bieten die zwei KI-Professuren für Data Sciences und Bildung die Chance, „intelligente“ Datenverarbeitung fachübergreifend und über die TH Lübeck hinaus als selbstverständliches Querschnittsthema in der Anwendung und Bildung zu gestalten. KI soll den Menschen und ihrer unmittelbaren Lebenswelt dienen – dafür setzen wir uns zusammen mit unseren Partnern am Hanse Innovation Campus, der Lehrerbildung an den Universitäten und vielen Unternehmen ein."

Hinweis:

  • In der anhängenden Übersichtskarte werden die KI-Professuren auf der Landkarte gezeigt.
  • In der anhängenden Themenkarte "KI-Forschung in Schleswig-Holstein" sind die Professuren eingeordnet in die relevanten KI-Forschungsbereiche im Land.

Poster Übersichtskarte neue KI-Professuren

Poster KI-Themenkarte "KI-Forschung in Schleswig-Holstein

Verantwortlich für diesen Pressetext: Peter Höver, Frank Zabel, Patrick Kraft | Düsternbrooker Weg 104, 24105 Kiel | Tel. 0431 988-1704 | E-Mail: regierungssprecher@stk.landsh.de | Medien-Informationen im Internet: www.schleswig-holstein.de | Die Staatskanzlei im Internet: www.schleswig-holstein.de/stk

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