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Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein

© Archäologisches Landesamt S-H

Unterwasserkulturerbe bewahren

Das BalticRIM-Projekt schützt maritimes Kulturerbe in der Ostsee. Europaminister Claussen hat sich über die bisherigen Erfolge informiert.

Lagebesprechung auf der "Sigyn" Lagebesprechung auf der "Sigyn" (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Lagebesprechung auf der "Sigyn" © ALSH

Das BalticRIM-Projekt zeige eindrucksvoll den hohen Nutzwert, wenn unterschiedliche Kompetenzen gebündelt und gemeinsam weiterentwickelt werden, sagte der Europaminister Claus Christian Claussen anlässlich seiner Bootsfahrt mit der Wikingerschiffsrekonstruktion „Sigyn“ auf der Schlei. "Wir legen damit einen Grundstein für den nachhaltigen Schutz archäologischer Kulturgüter und unseres gemeinsamen kulturellen Erbes in der Ostsee."

Besonderes Kulturerbe

Sie ist wohl eines der einzigartigsten Gewässer der Erde – die Ostsee. Da das Gewässer gezeitenlos ist und daher der Wasseraustausch im Gebiet der dänischen Belte zwischen der salzigen Nordsee und der brackigen Ostsee gering ist, bildet letztere keinen optimalen Lebensraum für die Schiffbohrmuschel (Teredo navalis), die unter Seeleuten als "Zerstörer" gefürchtet ist, da sie Holz zersetzt. Allerdings ist der Salzgehalt in der westlichen Ostsee noch hoch genug, um Schiffbohrmuscheln einen Lebensraum zu bieten. Daher ist Schleswig-Holsteins Unterwasserkulturerbe wie Holzwracks oder andere archäologische Fundplätze mit Artefakten und Bauwerken aus Holz akut gefährdet, sofern es nicht von einer schützenden Sedimentschicht bedeckt ist oder in einem Binnengewässer oder einer tiefen Meeresbucht wie der Schlei mit niedrigerem Salzgehalt liegt.

Schutz der Ostsee

Durch u. a. Schiffsverkehr und Tunnelbauten ist die Ostsee Veränderungen ausgesetzt. Um die Kulturgüter der Ostsee weiter zu schützen, startete 2017 das Projekt "Baltic Sea Region Integrated Maritime Cultural Heritage Management" (kurz: BalticRIM). Ziel der Forscher:innen ist es, Gebiete zu identifizieren, die archäologisches Potenzial haben und deshalb geschützt werden sollen. So wird sichergestellt, dass archäologisch wichtige Gebiete erstmals mit in die Raumordnung einbezogen werden können.

Boje als Messstation

Die Messboje (ODAS 33) ist jetzt über dem Seesperrwerk verankert. Die Messboje (ODAS 33) ist jetzt über dem Seesperrwerk verankert. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Die Messboje (ODAS 33) ist jetzt über dem Seesperrwerk verankert. © ALSH

Während der Bootstour ließ der Minister eine Spezialboje auf Höhe des unter Wasser befindlichen frühmittelalterlichen Seesperrwerks des Danewerks vor der Halbinsel Reesholm zu Wasser. Mit den an der Boje angehängten Hölzern kontrollieren die Wissenschaftler:innen, ob ein Befall durch die Schiffsbohrmuschel durch saisonal-bedingte Schwankungen im Salzgehalt stattfindet. "Mit dieser Bojen-Markierung setzen wir ein sichtbares Zeichen zum Schutz des maritimen Kulturerbes unseres Landes", betonte der Minister.

Mit an Bord waren auch der Leiter des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein, Dr. Ulf Ickerodt, und die Projektkoordinatoren Matthias Maluck und Dr. Daniel Zwick.

Hintergrund

Das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) ist Träger des INTERREG -finanzierten Projekts. Dieses bringt erstmals Denkmalschützer:innen und Raumplaner:innen aus fast allen Ostseeanrainerstaaten zusammen, um künftig das maritime Kulturerbe in die Raumordnung der Ostsee einzubeziehen und dadurch nachhaltig zu schützen. Neben Deutschland beteiligen sich auch Polen, Finnland, Estland, Litauen, Dänemark und Russland.

Insgesamt stehen für die Projektdauer von 2017 bis 2020 gut 2,62 Millionen Euro zur Verfügung. Davon erhält Schleswig-Holstein einen Anteil von 500.000 Euro. Minister Claussen betonte, dass sich Schleswig-Holstein auch in Zukunft für ein finanziell gut ausgestattetes und strategisch optimal aufgestelltes neues INTERREG-Ostseeprogramm nach 2020 einsetzen werde