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Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP)

Staatskanzlei

Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP)

Bau von tiergerechten Ställen im Rahmen der Agrarinvestitionsförderung

Kälber © Stefan Beuster (MELUND)

Die Förderung richtet sich an Betriebe, die Investitionen in eine besonders artgerechte Tierhaltung (Stallbau) durchführen und besondere Anforderungen in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz erfüllen.

Auch in den Jahren 2021 und 2022 können interessierte Landwirte eine Förderung beantragen.

Antragsfrist

Im Jahr 2021 beginnt der Antragszeitraum am 15. Juli und endet am 31. August 2021.

Im Jahr 2022 ist eine Antragsstellung voraussichtlich im Zeitraum 01. Februar bis 15. März 2022 (Antragsfrist) möglich.

Auf der Grundlage der Förderrichtlinie (Entwurf) und der nachstehenden Eckpunkte können die Förderanträge vorbereitet werden. 

Die Förderbedingungen und Zuschusshöhen, insbesondere im Bereich der speziellen Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz (SIUK) sowie die Projektauswahlkriterien gelten vorbehaltlich der Abstimmung im Planungsausschuss für Agrarstruktur und Küstenschutz (PLANAK), der Beratungen im Begleitausschuss und der Genehmigung des 7. Änderungsantrages für das schleswig-holsteinische Landesprogramm Ländlicher Raum (LPLR). Bewilligungen können erst nach dem entsprechenden Beschluss der Europäischen Kommission erteilt werden.

Antragsteller, die im Antragszeitraum bewilligungsreife Anträge vorlegen, können im Einzelfall auf eigenes finanzielles Risiko Genehmigungen zum vorzeitigen Investitionsbeginn erhalten.

Anforderungen

Die Anforderungen an die Ausgestaltung von Tierplätzen ergeben sich aus den Anlagen 1 und 2 zum AFP-Richtlinienentwurf.

Die Anforderungen an den Umwelt- und Klimaschutz gelten als erfüllt, wenn folgende Verpflichtungen eingehalten werden:

  • Der Viehbestand darf nach Durchführung der Investition 2,0 GV/ha LF nicht überschreiten.
  • Gülle muss nach Durchführung der Investition mindestens 9 Monate gelagert werden können (die Lagerkapazitäten sind mit der Berechnungstabelle "Lagerkapazität Wirtschaftsdünger" zu berechnen).
  • Berücksichtigt werden kann nur Lagerraum, über den die Antragstellerin oder der Antragsteller (einschließlich Ehegattin oder Ehegatten, Lebenspartnerin oder Lebenspartner) die Verfügungsgewalt hat.
  • Geförderte Güllelager sind mit einer festen Abdeckung oder einem Zeltdach abzudecken.
  • Bestehende Güllebehälter geförderter Unternehmen sind ebenfalls abzudecken. Vergängliches Material wie Stroh muss durchgehend in einer Schicht von mindestens 20 cm Stärke vorhanden sein und nach dem Aufrühren oder der Gülleentnahme, mindestens aber zwei Mal jährlich, erneuert werden. Eine natürliche Schwimmschicht reicht nicht aus.

Diese Verpflichtungen sind über 5 Jahre einzuhalten.

Vorbehaltlich der Abstimmung im PLANAK und der Genehmigung durch die EU-KOM können in Kombination mit dem Bau von tierwohlgerechten Ställen folgende Investitionen gefördert werden (vergl. Anlage 3 des Richtlinienentwurfs):

Abluftreinigungsanlagen, Kot-Harn-Trennung, verkleinerte Güllekanäle, emissionsarme Stallböden, Fütterungssysteme für nährstoffreduzierte Phasenfütterung, Güllekühlung, Lagerstätten für feste und flüssige Wirtschaftsdünger.

Zuschusshöhe Stallbaumaßnahmen

Der Zuschuss für Stallbaumaßnahmen in eine besonders tiergerechte Haltung nach Anlage 1 beträgt 20 %.

Eine erhöhte Förderung (30 %) erhält, wer Investitionen gemäß Anlage 1 im Bereich der Haltung von Jung- oder Zuchtsauen (Deckzentrum oder Abferkelbereich) oder der Umstellung von Anbindehaltung auf Laufstallhaltung bei Rindern durchführt.

Einen Zuschuss in Höhe von 40 % erhält, wer sämtliche Anforderungen an eine bestmögliche tiergerechte Haltung nach Anlage 2 erfüllt.

Weitere Zuschusshöhen

Außerdem können in Verbindung mit Stallbaumaßnahmen spezifische Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz (SIUK) gefördert werden, die auf eine Emissionsminderung abzielen:

  1. Abluftreinigungsanlagen, Kot-Harn-Trennung-verkleinerte Güllekanäle, emissionsarme Stallböden, Fütterungssysteme für nährstoffreduzierte Phasenfütterung, Güllekühlung sowie feste Abdeckungen für vorhandene Güllebehälter im landwirtschaftlichen Betrieb

    30 % in Verbindung mit Stallbauten nach Anlage 1
    40 % in Verbindung mit Stallbauten nach Anlage 2

  2. Lagerstätten für flüssige Wirtschaftsdünger
    40 % für Investitionen, die zu einer deutlichen Minderung von Emissionen bei der Lagerung von flüssigen Wirtschaftsdüngern außerhalb des Stallgebäudes beitragen. Für eine deutliche Minderung von Emissionen bei der Lagerung von flüssigen Wirtschaftsdüngern müssen die Lagerstätten über eine feste Abdeckung und zudem über eine Mindestlagerkapazität verfügen, die bei Gülle mind. 9 Monate beträgt und ansonsten zwei Monate über die betriebsindividuellen ordnungsrechtlichen Vorgaben hinausgeht.
  3. Festmistlagerstätten
    40 % für Festmistlagerstätten, die über eine Mindestlagerkapazität verfügen, die zwei Monate über die betriebsindividuellen ordnungsrechtlichen Vorgaben hinausgeht. Lagerstätten für Geflügelmist müssen, alle anderen Festmistarten können, zudem über eine feste Überdachung verfügen.

Die Zuschusshöhe darf insgesamt als Prozentsatz der förderfähigen Ausgaben, den Wert von 40 % nicht übersteigen.

Das maximal förderungsfähige Investitionsvolumen beträgt 1,5 Mio. € (netto, ohne MwSt.)

Der Zuschuss pro Antrag darf 500.000,- € nicht überschreiten.

Das Mindestinvestitionsvolumen beträgt 20.000 €

Die Auswahl der zu fördernden Investitionsvorhaben erfolgt nach Ablauf der Antragsfrist im Rahmen eines Rankings mithilfe eins Punktesystems. Besondere Berücksichtigung finden neben den Baumaßnahmen, die die Voraussetzungen für eine bestmöglich tiergerechte Haltung schaffen (Anlage 2 der Förderrichtlinie), Modernisierungsmaßnahmen in die Sauenhaltung nach Anlage 1 (Schwerpunkt Deckzentrum, Modernisierung vorhandener Stallanlagen). Zusatzpunkte gibt es beispielsweise für spezielle Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz (Anlage 3 Nummer 1.1 bis 1.6), Stallbauersatzinvestitionen mit Reduzierung der Tierzahl um 20%, Stallbauersatzinvestitionen ohne Ausweitung der Tierzahl sowie für Schweineställe mit Auslauf oder für bauwillige Betriebe des ökologischen Landbaus. Auch die Ausgestaltung von Besucherbereichen in der Schweine- und Geflügelhaltung wird zusätzlich mit Punkten bewertet. Anhand der Auswahlkriterien muss ein Förderantrag eine Mindestpunktzahl von 3 erreichen.
Anträge mit weniger als drei Punkten werden abgelehnt.

Für weitere Erläuterungen stehen Ihnen gerne als Ansprechpersonen beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) zur Verfügung:

Frau Birte König
Tel.: 04347 704-206
E-Mail: Birte.Koenig@llur.landsh.de

Herr Birger Jess
Tel.: 0461 804-205
E-Mail: Birger.Jess@llur.landsh.de

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