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Thema : Impfen

Meningokokken

Meningokokken im Überblick

Meningokokken können lebensbedrohliche Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen (Sepsis) hervorrufen. Es stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung.

Letzte Aktualisierung: 09.12.2025

Erreger und Verbreitung

Bei Meningokokken handelt es sich um Bakterien der Art Neisseria meningitidis, die schwere invasive Erkrankungen, vorrangig Meningitis und Sepsis, verursachen können. Es sind 12 verschiedene Serogruppen bekannt.

Meningokokken-Infektionen werden in Deutschland überwiegend durch 4 Serogruppen (B, C, W, Y) verursacht. Meningokokken der Gruppe B sind in Deutschland am weitesten verbreitet, vor allem bei der jüngeren Altersgruppe unter 25 Jahren. Infektionen mit Meningokokken der Gruppe C haben durch die seit 2006 im ersten Lebensjahr empfohlene Impfung bei der jüngeren Bevölkerung abgenommen. Bei der älteren Bevölkerungsgruppe ab 70 Jahren sind Meningokokken-Infektionen der Serogruppe Y am häufigsten. 

Weltweit treten Infektionen speziell in Afrika – im sogenannten Meningitisgürtel südlich der Sahara zwischen Senegal und Äthiopien – in der trockenen Jahreszeit (Dezember bis Juni) vermehrt auf. 

Übertragung

Meningokokken befallen ausschließlich Menschen, besiedeln dort die Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raums und können somit unbemerkt auf andere Menschen übertragen werden. Die Übertragung erfolgt über eine sogenannte Tröpfcheninfektion, zum Beispiel durch Husten, Niesen oder Küssen. Entsprechend steigt das Übertragungsrisiko, wenn Menschen sehr engen Kontakt haben, z.B. in Kindergärten, Schulen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch bei bestimmten Freizeitaktivitäten (Konzerte, Sportevents etc.).

Auf Reisen in Meningokokken-Risikogebiete begünstigen außerdem klimatische Verhältnisse (z.B. Trockenzeiten), große Menschenmengen (z.B. Pilgerreisen, Großstädte) und beengte Wohnverhältnisse (z.B. Slums) die Übertragungsgefahr.

Symptome und Komplikationen

Eine Besiedlung mit Meningokokken in den Schleimhäuten des Nasen-Rachen-Raums geht bei einigen Menschen ohne Anzeichen und Beschwerden einher. Wenn die Erreger allerdings z.B. aufgrund eines geschwächten Immunsystems in die Blutbahn gelangen, können sie eine Entzündung der Hirnhaut (Meningitis) mit z.B. Fieber, Unwohlsein, starken Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit oder eine Blutvergiftung (Sepsis) hervorrufen. Solche invasiven Infektionen verlaufen extrem schnell und enden nicht selten mit dem Tod. Ein Verdacht auf eine Meningokokken-Infektion ist daher immer ein Notfall, der Betroffene muss umgehend in die Klinik!

Von invasiven Infektionen durch Meningokokken (überwiegend durch den Serotyp B), bei der die Erreger in den Blutkreislauf gelangen und dann eine lebensbedrohliche Meningitis oder Sepsis verursachen, sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder gefolgt von Jugendlichen betroffen. Grundsätzlich kann eine Meningokokken-Infektion aber jeden und aus vollkommener Gesundheit heraus treffen. Aufgrund ihres noch nicht ausgereiften Immunsystems haben Säuglinge im Vergleich zu Erwachsenen aber ein ca. 60-fach höheres Risiko, an einer Meningokokken-Erkrankung zu erkranken. Enge Sozialkontakte in Kindergärten bzw. Schulen und Freizeit begünstigen das Erkrankungsrisiko bei Kleinkindern und Jugendlichen.

Impfstoff und Impfschema

Für eine Impfung gegen die verschiedenen Meningokokken-Serogruppen stehen in Deutschland verschiedene Impfstoffe zur Verfügung. Hier die wichtigsten:

  • Impfstoffe gegen Meningokokken B (MenB)
  • ACWY-Konjugat-Impfstoffe, die gegen die vier Serogruppen A, C, W-135 und Y wirksam sind
  • Impfstoffe gegen Meningokokken C (MenC)

Impfschema Meningokokken B
Säuglinge sollen 3 Impfstoffdosen des MenB-Impfstoffes (Bexsero) nach dem 2+1-Schema im Alter von 2, 4 und 12 Monaten erhalten. Nachholimpfungen gegen MenB werden bei Kleinkindern bis zum 5. Geburtstag empfohlen. 

Für Personen mit beruflich erhöhtem Risiko wie z.B. exponiertem Laborpersonal ist eine zweifache Meningokokken-B-Impfung empfohlen.

Impfschema Meningokokken ACWY
Für die Grundimmunisierung gegen Meningokokken ACWY ist eine Impfung ausreichend. Zur Auffrischungsimpfung berät Sie Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder Ihr Gesundheitsamt. Die in Deutschland verfügbaren ACWY-Impfstoffe sind – je nach Hersteller – ab einem Alter von 1 oder 2 Jahren zugelassen. 

Impfempfehlung

Impfschutz Meningokokken B
Die Impfung gegen den Serotyp B steht für verschiedene Zielgruppen zur Verfügung: 

  • Die STIKO empfiehlt eine Impfung gegen Meningokokken B als Standardimpfung für alle Säuglinge im Alter von zwei Monaten. Eine fehlende Impfung sollte bis zum 5. Geburtstag nachgeholt werden. 
  • Weitere Risikogruppen für die eine MenB-Impfempfehlung gilt, sind Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten sowie Personen mit beruflich erhöhtem Risiko wie z.B. exponiertem Laborpersonal.

Impfschutz Meningokokken ACWY
Die Impfung gegen die Serotypen A, C, W-135 und Y steht für verschiedene Zielgruppen zur Verfügung: 

  • Die ACWY-Impfung ist von der STIKO für 12- bis 14-Jährige als Standardimpfung empfohlen. Eine fehlende Impfung sollte bis zum 25. Geburtstag nachgeholt werden.
  • Die STIKO empfiehlt speziell für Jugendliche und junge Erwachsene, die zum Schüleraustausch oder Studium für längere Zeit in ein Land gehen, das eine generelle Impfempfehlung für Meningokokken hat (z.B. England, Spanien, Niederlande, Kanada), eine (Reise-)Impfung mit dem ACWY-Meningokokken-Konjugat-Impfstoff. 
  • Weiter ist die Impfung mit dem ACWY-Meningokokken-Impfstoff für Reisende in Risikogebieten empfohlen, insbesondere wenn sie engen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung haben (z.B. Entwicklungshelfer, med. Personal). Für Pilger nach Mekka besteht bei der Einreise nach Saudi-Arabien eine Impfpflicht mit einem Impfstoff gegen A, C, W135, Y. 
  • Weitere Risikogruppen für die eine ACWY-Impfempfehlung gilt, sind Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten sowie gefährdetes Laborpersonal.
  • Auch für bisher ungeimpfte enge Kontaktpersonen eines Erkrankten mit einer impfpräventablen invasiven Meningokokken-Infektion wird zusätzlich zur Chemoprophylaxe so bald wie möglich nach dem Kontakt eine Meningokokken-Impfung empfohlen.

Die Impfung gegen kann zeitgleich mit anderen für diese Altersgruppe empfohlenen Impfungen wie der Tdap-IPV-Auffrischimpfung oder der HPV-Impfung erfolgen.

Die Impfempfehlung gegen Meningokokken C im Säuglingsalter wurde 2025 aufgehoben.

Allgemeines zum Meningokokken-Impfschutz
In Schleswig-Holstein wird ein Impfschutz gegen Meningokokken-Infektionen öffentlich empfohlen. Mit dieser öffentlichen Empfehlung des Landes ist eine versorgungsrechtliche Absicherung des Impflings verbunden.

Die Kosten für die von der STIKO empfohlene Meningokokken-ACWY-Standardimpfung und Meningokokken-B-Impfung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Zum Meningokokken-Impfschutz sowie zu den empfohlenen Impf-Zeitpunkten berät Sie auch Ihre Ärztin/Ihr Arzt oder Ihr Gesundheitsamt.

Die Kosten für beruflich indizierte Impfungen werden vom Arbeitgeber übernommen. Fragen zur Kostenübernahme von Meningokokken-Impfungen beantwortet Ihr betriebsärztlicher Dienst.

Quellen: www.rki.de ( STIKO ), Epidemiologisches Bulletin 4/25, Epidemiologisches Bulletin 44/25, Öffentliche Empfehlung von Schutzimpfungen in Schleswig-Holstein, Fachinformationen der Impfstoffe, https://vaccination-info.europa.eu/de/meningokokken-erkrankung

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