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Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein

©IQSH

Ausbildung der Lehrkräfte

Gemäß den Anforderungen einer inklusiven Bildung werden die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sowohl an Förderzentren als auch in der Integration und Prävention jeweils in der Kombination eines Förderschwerpunktes / einer Fachrichtung mit einem Fach eingesetzt. Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate und schließt mit einer Staatsprüfung ab.

Förderschwerpunkte

An und durch Förderzentren werden Schülerinnen und Schüler unterrichtet, die aufgrund ihrer Behinderung, Entwicklung oder chronischen Krankheit vorübergehend oder dauerhaft nur mit besonderer Hilfe am Unterricht einer Grundschule, einer weiterführenden allgemein bildenden Schule oder einer berufsbildenden Schule teilnehmen können und daher intensive und umfassende sonderpädagogische Förderung benötigen, die in Schulen anderer Schularten nicht ermöglicht werden kann.

In Schleswig-Holstein wird in folgenden Förderschwerpunkten ausgebildet:

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Lernen

Sprache

Sprache und Sprechen als Grundlage der Kommunikation und des Erlebens von Interaktion haben durch ihre sinn- und identitätsstiftende Wirksamkeit eine herausragende Bedeutung für die Entwicklung des einzelnen Menschen.

Die übergeordnete Leitidee im Förderschwerpunkt Sprache, Schülerinnen und Schüler durch einen hochwertigen Unterricht zur echten Teilhabe an einer freien Gesellschaft zu befähigen, entspricht den Inhalten der 2009 ratifizierten UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Artikel 24). Das Recht der Kinder und Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf im Förderschwerpunkt Sprache auf eine ihren persönlichen Möglichkeiten entsprechende schulische Bildung und Erziehung in einem inklusiven Bildungssystem ist durch eine spezielle Expertise in der Fachrichtung Sprache zu gewährleisten.

Ziel der Ausbildung in der Fachrichtung Sprache ist es, unter Berücksichtigung der im Lehrplan Sonderpädagogische Förderung ausgewiesenen Entwicklungsbereiche in Verbindung mit den Sprachebenen Unterrichtssituationen so zu gestalten, dass die für eine erfolgreiche Kommunikation erforderlichen sprachlichen Kompetenzen so weit wie möglich entwickelt werden können. Dieses umfasst sowohl sprachliche Interventionen in einer Klassensituation im Fachunterricht als auch in einer Kleingruppe in Rahmenhandlungen unter Berücksichtigung fachlicher Aspekte.

Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst werden dahingehend ausgebildet, dass sie einen sprachfördernden Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler erteilen können. Insbesondere jedoch erwerben sie eine Expertise um individuelle, spezifische sprachentwicklungsorientierte Förderangebote konzipieren zu können und diese in ihren Unterricht integrieren zu können.

  • Ausbildungsstruktur
  • Ausbildungsblöcke
  • Unterricht mit dem Förderschwerpunkt Sprache
  • Checkliste
  • Literaturliste

Geistige Entwicklung

Emotionale und soziale Entwicklung

Ziel der Ausbildung in unserer Fachrichtung ist es, einen Beitrag zu leisten zur Entwicklung und Fortentwicklung des „pädagogischen Selbstkonzeptes“ von angehenden Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, die in einem der drei Tätigkeitsfelder „Unterricht in einem Förderzentrum, Inklusion und Prävention“ Erziehungshilfeaufgaben übernehmen müssen. Der Umgang mit Problemsituationen im ursprünglichen pädagogischen Kontext der Kinder- und Jugendlichen - im Einzelfall auch in besonderen Einrichtungen - erfordert eine vielschichtige Zugangsweise in sozialen und unterrichtlichen Situationen. Bewährt haben sich systemisch-lösungsorientierte Vorgehensweisen, die durch traditionelle Aspekte der Individualpsychologie und des Behaviorismus ergänzt werden (Strategie der „drei Türen“). 

Darüber hinaus ergibt sich in Schleswig-Holstein für den Förderschwerpunkt ein klarer inklusiver Auftrag, der auch die Arbeit mit regionalen und überregionalen Netzwerkpartnern mit einschließt. Für dessen Erfüllung sind gleichrangig

  • Selbstkompetenz
  • Sozialkompetenz
  • Sachkompetenz / Methodenkompetenz

Praxisvoraussetzungen und damit Ausbildungsinhalte

Richtungsweisende Orientierungspunkte unserer Ausbildung im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung sind u.a. folgende Aspekte:

  • eine ressourcen- und lösungsorientierte Grundhaltung
  • die Fähigkeit zur Kooperation
  • Fähigkeit zu systemischem Denken (Zirkularität)
  • Individualpsychologische und behavioristische Grundlagen
  • Kooperationsfähigkeit, Arbeiten im Team
  • Fähigkeit zum Handeln in Netzwerken
  • Beratungskompetenzen
  • Fähigkeit zur Diagnostik in Systemen
  • Dialogfähigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Rollenflexibilität
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Frustrationstoleranz, Umgang mit Rückschritten

körperliche und motorische Entwicklung

Sehen

Die Ausbildung innerhalb des Förderschwerpunktes bzw. der Fachrichtung Sehen erfolgt im Rahmen des Landesförderzentrums Sehen, Schleswig. Dieses Förderzentrum ist in seiner Konzeption als überregionales Förderzentrum landesweit auf die Unterstützung und Beratung sehgeschädigter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener und ihres wohnortnahen pädagogischen und sozialen Umfeldes ausgerichtet und hält kein eigenes regelmäßiges stationäres Unterrichtsangebot vor.

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Hören

Grundsätzlich gilt: „Die sonderpädagogische Förderung hat die übergeordneten Ziele, die Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler mit Hörschädigung zu fördern sowie ihre Integration in die Gesellschaft zu unterstützen. Hierzu gehört u.a. die Entwicklung eines positiven Selbstwertgefühls.

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Autismus

„In diesem Förderschwerpunkt werden zurzeit keine Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst ausgebildet, jedoch werden Basiswissen und Themenschwerpunkte im Rahmen der Fachrichtungsarbeit Geistige Entwicklung und in Wahlmodulen vermittelt.

Im Rahmen der Fortbildung erfolgen zahlreiche Veranstaltungen durch die Beratungsstelle Inklusive Bildung – BIS.

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Im folgenden Förderschwerpunkt findet ausschließlich Fortbildung statt:

Förderschwerpunkt Pädagogik bei Krankheit (SOP0255)

Entwicklungsbereiche

Der Lehrplan Sonderpädagogische Förderung sieht eine Förderung in den folgenden drei Entwicklungsbereichen vor.

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Entwicklungsbereich Wahrnehmung und Bewegung

Der Stellenwert der im Lehrplan Sonderpädagogische Förderung ausgewiesenen Entwicklungsbereiche resultiert aus ihrer grundlegenden Bedeutung für den Erwerb von Selbst-, Sozial-, Sach- und Methodenkompetenz.

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Entwicklungsbereich Personale und soziale Identität

Personale und soziale Identität resultiert aus der Definition einer Person als einmalig und unverwechselbar durch die soziale Umgebung wie durch die Person selbst.

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Entwicklungsbereiche - Sprache und Denken

Als Grundlage sonderpädagogischer Diagnostik und Förderung sind die Entwicklungsbereiche ein wesentlicher Bestandteil des individuellen sonderpädagogischen Lehrplans (LP Sonderpädagogische Förderung. 2002.S. 44-45).

Die Orientierung an den Entwicklungsbereichen und deren Verknüpfung zu fachrichtungsspezifischen Förderangeboten ist eine entscheidende Bestimmungsgröße sonderpädagogischen Handelns. Entwicklungsförderung geschieht immer in Wechselwirkung zu handlungsorientierten und fachspezifischen Zielsetzungen.

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Diagnostik

Lehrkräfte der Sonderpädagogik müssen über unterschiedlichste diagnostische Kompetenzen verfügen – definiert und eingefordert durch die jeweiligen Arbeitsfelder mit entsprechenden Tätigkeitsbereichen:

  • Prävention,
  • Integration bzw. Inklusion (= Gemeinsamer Unterricht von Behinderten und Nichtbehinderten) sowie
  • Arbeit im Förderzentrum.
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Beratung

Der Bedarf an Beratungsangeboten steigt im schulischen, sonderpädagogischen Feld kontinuierlich an. Beratung hat in den Kontexten Prävention/Integration/Inklusion eine besondere Bedeutung. Sie stellt eine professionelle Unterstützungsleistung dar und muss sich flexibel den Anforderungen anpassen. Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen verfügen über Kompetenzen im Arbeitsfeld Beratung. Sie konkretisieren sich in individueller Beratung, Expertenberatung, kollegiale Beratung und Systemberatung. Neben einer informierenden Qualität über Sachverhalte kommt der Beratung hinsichtlich pädagogischer und unterrichtlicher Entscheidungen in inklusiven Bezügen eine herausragende Bedeutung zu.

Wir definieren Beratung als professionelle Interaktion, die in einem gemeinsamen Prozess der Orientierung, Planung und Entscheidung versucht, vorhandene Ressourcen zu entdecken und zu nutzen. Im Beratungsprozess orientieren sich Ratsuchende wie Berater/in immer an vorhandenen oder entwickelbaren Ressourcen, nicht vorrangig an den zu behebenden Defiziten und Störungen. Fundament unseres Beratungsverständnisses bildet das humanistische Menschenbild, das den Menschen als reflexives Subjekt betrachtet.

Beratung ereignet sich in einer Vielzahl kommunikativer Situationen. Diese bewusst und professionell zu gestalten, ermöglicht zielgerichtetes und strukturiertes Handeln, das zur Wirksamkeit von Beratungstätigkeit und zur Entlastung in präventiven/inklusiven Prozessen beitragen kann.

Bausteine aus der pädagogisch-therapeutischen Gesprächsführung nach PALLASCH sowie das konstruktive Gespräch nach GÜHRS/NOWAK bilden die Grundlage für die Ausbildung und Fortbildung.

Als Beratungskonzepte werden

die Lösungs- und ressourcenorientierte Beratung
(Grundlage: de Shazer, Kim Berg)
Literatur:

  • Günther G. BAMBERGER: Lösungsorientierte Beratung. Praxishandbuch. Mit Online-Materialien, 4. Aufl., Januar 2010, Beltz Psychologie Verlags Union
  • Walter SPIEß: Die Logik des Gelingens. Lösungsorientierte und entwicklungsorientierte Beratung im Kontext von Pädagogik. 2. Aufl., Verlag modernes lernen / Borgmann

die Kooperative Beratung
Literatur:

  • Wolfgang MUTZECK: Kooperative Beratung. Grundlagen, Methoden, Training, Effektivität. 7. Aufl., 20. Februar 2008, Beltz

gleichrangig in Ausbildung angeboten.

In der Fortbildung bieten wir im Schuljahr 2016/17 einjährige, regionale Qualifizierungskurse unter den Fortbildungsnummern SOP0497 und SOP0678 an.

Kontakt

Schulartbeauftragte Förderzentren
Brigitte Nitschke-Junge
Telefon: 0431 5403 - 108
Fax: 0431 5403 - 218