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Wölfe in Schleswig-Holstein

Staatskanzlei

Wölfe in Schleswig-Holstein

Wölfe wurden über Jahrhunderte hinweg vielerorts verfolgt und ausgerottet. So auch in Deutschland. Daher war Deutschland etwa einhundertfünfzig Jahre lang nahezu wolfsfrei. Erst durch die Umsetzung von Schutzmaßnahmen konnten sich Wölfe wieder in Deutschland ansiedeln und sind zunächst in Sachsen wieder heimisch geworden. So kam es, dass nach über einem Jahrhundert erstmals wieder Wolfswelpen in Deutschland geboren wurden. Von hier aus besiedelten die Tiere nach und nach andere Bundesländer wie etwa Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg Vorpommern oder Niedersachsen.

Im Jahr 2007 konnte erstmals wieder ein Wolf in Schleswig Holstein nachgewiesen werden. Seitdem hat es insgesamt 46 C1-Wolfsnachweise sowie 5 bestätigte C2- Wolfshinweise gegeben (Stand 10.01.2018).

Die Rückkehr des Wolfes stellt auch Schleswig-Holstein vor neue Herausforderungen!

Der Wolf steht als FFH Art (Anhang II & IV) und im Bundesnaturschutzgesetz BNatSchG (§ 7 Abs. 2 Nr. 13 und 14) unter besonderem und strengem Schutz. Damit wachsen die Aufgaben im Bereich Wolfsmanagement für die einzelnen Bundesländer.

Ziel ist es, die Besiedlungsentwicklung des Wolfes so konfliktarm wie möglich zu gestalten. Daher ist es wichtig, gemeinsam mit den wichtigen Interessensgruppen, wie etwa Nutztierhalter und Jäger, Lösungsstrategien zu entwickeln, die helfen Konflikte zu vermeiden.

Nutztierhalter können besonders betroffen sein, wenn es zu Übergriffen des Wolfes auf ihre Tierherden kommt. Daher bedarf es eines angemessenen Schutzes der Herden. Hier sind nicht nur Tierhalterinnen und Tierhalter gefragt, sondern auch das Land, indem es entsprechende Unterstützung leistet. Im Rahmen des Wolfsmanagements gibt es ein breites Spektrum an Schutzmaßnahmen und Hilfe – von Beratungen der Tierhalter über die Bereitstellung von sogenannten "Notfallsets" bis hin zu Entschädigungszahlungen bei einem Wolfsübergriff auf Nutztiere.

Weitere wichtige Eckpfeiler im Wolfsmanagement sind die Etablierung eines landesweiten Monitorings und natürlich eine gut ausgebaute Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Interessengruppen, das Finden gemeinsamer Schnittpunkte und die Durchsetzung daraus entstehender Ziele, können helfen, ein möglichst konfliktfreies Miteinander von Mensch und Wolf zu ermöglichen.

Portraitfoto Dr. Robert Habeck

Wir müssen als Gesellschaft lernen, mit der Rückkehr der Wölfe umzugehen.

Dr. Robert Habeck

Neuordnung des Wolfmanagements in Schleswig-Holstein

Vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl von Wolfsnachweisen seit Ende 2014 wurde das Wolfsmanagement im Mai 2015 zusätzlich gestärkt.

Infrarotbild eines Wolfs durch Wildkamera im Kreis SegebergWolfnachweis per Wildkamera am 17.02.2015 im Kreis Segeberg © MELUND

Insgesamt wurden zwei Projektstellen und eine feste Stelle, welche im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) angesiedelt ist, mit den Aufgabenbereichen Management/Herdenschutz, Monitoring sowie Koordination der Wolfsbetreuer etabliert. Außerdem wurden die integrierten Stationen des LLUR mit Herdenschutzpaketen ausgestattet. Die Pakete bestehen aus unterschiedlichem Zaunmaterial, welches im Notfall bereitgestellt werden kann, um Nutztierherden nach einem Wolfsübergriff schnell zu sichern und weitere Verluste zu verhindern. Auch die Zahl der engagierten und ehrenamtlichen Wolfsbetreuer, die regelmäßige Schulungen und Fortbildungen rund um das Thema Wolf besuchen, wurde auf etwa 60 Personen erhöht.

Aktuell gibt es kein territoriales Rudel, Paar oder Einzeltier, sondern lediglich durchwandernde Tiere in Schleswig-Holstein. Dennoch ist es wichtig bereits jetzt Transparenz zu schaffen, über die unterschiedlichsten Belange rund um den Wolf zu informieren, und mögliche Konflikte mit Wölfen zu minimieren. Aus diesem Grund ist die Erarbeitung eines funktionierenden Wolfsmanagements und Etablierung entsprechender Strukturen wichtig.