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Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein

Staatskanzlei

Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein

Über viele Jahrzehnte waren Wölfe in Schleswig-Holstein ausgestorben. Erstmals wurde 2007 wieder ein Wolf gesichtet, seit 2012 gab es 22 bestätigte Nachweise (Stand 19.05.2015).

Der Wolf ist eine streng geschützte Art nach Washingtoner Artenschutzabkommen, Berner Konvention und der europäischen Naturschutzrichtlinie (FFH-Richtlinie). Das Bundesnaturschutzgesetz schützt den Wolf und zählt ihn zu den besonders und streng geschützten Arten. Sie unterliegen damit dem umfassenden Schutz der Zugriffs- und Besitzverbote des § 44 BNatSchG.

Der Wolf kehrt zurück

Als Zivilisation sind wir nicht mehr gewöhnt, mit wilden Raubtieren umzugehen, und der Wolf ist nicht an die moderne Zivilisation und eine dicht besiedelte Kulturlandschaft gewöhnt. Die Rückkehr des Wolfes bedeutet daher eine große Herausforderung für die Menschen im Land, und besonders für die Nutztierhalter. In Schleswig-Holstein gibt es eine offene Weidelandschaft, und es soll sie weiterhin geben. Daher bedarf es eines angemessenen Schutzes der Herden. Hier sind Tierhalterinnen und Tierhalter gefragt, aber auch das Land leistet Unterstützung. Im Rahmen des Wolfsmanagements gibt es ein breites Spektrum an Schutzmaßnahmen und Hilfe – von Beratung über Herdenschutzpakete bis hin zu Entschädigung.

Portraitfoto Dr. Robert Habeck

Wir müssen als Gesellschaft lernen, mit der Rückkehr der Wölfe umzugehen.

Dr. Robert Habeck

Neuordnung des Wolfmanagements

Ziel des Wolfmanagements ist es, die Bevölkerung zu informieren, Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter zu beraten, zu unterstützen und im Falle von durch den Wolf verursachten Verlusten zu entschädigen. Vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl von Wolfsnachweisen seit Ende 2014 wurde das Wolfsmanagement im Mai 2015 zusätzlich gestärkt. Statt wie bisher beim Wolfsinfozentrum in Eekholt ist es seit Anfang Mai beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) angesiedelt. Die engagierten und hervorragenden ehrenamtlichen Wolfsbetreuer werden weiterhin intensiv ins Wolfmanagement eingebunden.

Landesweit gilt, dass Tierhalter ihre Tiere angemessen schützen sollen. Gibt es Hinweise, dass ein Wolf Schafe gerissen haben könnte, bringen Wolfsbetreuer Tierhaltern im Umfeld leihweise ein Notfallpaket mit Zaunmaterial. In speziellen Wolfsgebieten dagegen fördert das Land auch den vorbeugenden Schutz.

Nutztierhalter werden entschädigt

Das Land zahlt zudem Entschädigungen an Nutztierhalter, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass ein Wolf die Tiere gerissen hat. Dabei wird der tatsächlich entgangene Gewinn ausgeglichen. So können in einem angemessenen Rahmen auch Verluste ausgeglichen werden, wenn durch das Eindringen eines Wolfes Schafe verlammen – also ihre ungeborenen Lämmer verlieren. Die Höchstsumme pro Schafhaltung liegt aufgrund der Beihilfebestimmungen der Europäischen Union seit Mai 2015 bei insgesamt 15.000 Euro in drei Jahren. Sollten in Einzelfällen Schäden höher sein, würde ein durch verschiedene Verbände gegründeter Fond nach Prüfung des Einzelfalls einspringen können.

In mehr als zwei Drittel der Fälle von Schafsrissen wurden bislang Hunde als Verursacher nachgewiesen.

Land fördert Herdenschutz im Kreis Lauenburg

Im Gebiet des Kreises Herzogtum-Lauenburg fördert das Land nun den Schutz von Herdentieren finanziell. Es zahlt künftig bis zu 80 Prozent der Herdenschutzmaßnahmen, wenn Tierhalterinnen und Tierhalter dies beantragen.

Nach der Förderrichtlinie werden in einem Wolfsgebiet vorbeugende Maßnahmen empfohlen und gefördert. Bei Schafsrissen wird den Tierhaltern wie sonst auch eine Entschädigung gezahlt. Sie müssen sich dafür jedoch zuvor um einen Mindestschutz ihrer Herden bemüht haben.