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Ministerium für Energie­wende, Klimaschutz, Umwelt und Natur : Thema: Ministerien & Behörden

Tobias Goldschmidt

Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur

Umweltministerium veröffentlicht Jahresbericht zur biologischen Vielfalt 2025

Naturschutzminister Tobias Goldschmidt: „Artenschutz wirkt – das zeigt dieser Jahresbericht zur biologischen Vielfalt mit vielen Beispielen, und das macht Mut. Doch das reicht nicht, um den Verlust der Artenvielfalt in Schleswig-Holstein aufzuhalten. Was wir brauchen, ist eine weniger intensive Landwirtschaft, weniger Flächenversiegelung und mehr Klimaschutz. Nur so können wir die Vielfalt der Natur in unserem Land langfristig erhalten.“

Letzte Aktualisierung: 11.05.2026

KIEL. Der Rückgang der Artenvielfalt in Schleswig-Holstein konnte auch im Jahr 2025 nicht gestoppt werden, aber durch gezielte Schutzmaßnahmen lassen sich Populationen von Leitarten wie Seeadler oder Weißstorch lokal stabilisieren. Die Mehrheit der Artengruppen steht jedoch unter anderem durch die Intensivierung der Landwirtschaft, Flächenversiegelung und den Klimawandel weiterhin unter anhaltendem Druck. Dies sind einige der zentralen Aussagen des neuen Jahresberichts zur biologischen Vielfalt 2025.

„Dank unserer Artenschutzprojekte haben wir lokal wieder mehr Seeadler, Weißstörche und Rebhühner in Schleswig-Holstein. Artenschutz wirkt also, und das macht Mut. Doch um den Verlust der Artenvielfalt in Schleswig-Holstein insgesamt aufzuhalten, müssen wir an den großen Hebeln anpacken: Wir brauchen eine weniger intensive Landwirtschaft, weniger Flächenversiegelung und mehr Klimaschutz. Das sind die großen Hebel, um die Vielfalt der Natur in unserem Land langfristig zu erhalten.“
 
Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Ein systematisches Monitoring ist die unverzichtbare Basis, um kritische Bestandstrends von natürlichen Schwankungen zu unterscheiden. Der Jahresbericht dokumentiert daher alljährlich den Zustand der Naturräume sowie die Ergebnisse landesfinanzierter Arten- und Biotopschutzprojekte in Schleswig-Holstein. Auf dieser Datengrundlage lassen sich fachliche Handlungsschwerpunkte zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie „Kurs Natur 2030“ des Landes identifizieren.
 
Zu den fachlichen Highlights des aktuellen Jahresberichts 2025 gehören:
 
Die Bestände des Seeadlers und Weißstorchs stabilisieren sich auf hohem Niveau. Während beim Seeadler das Verbot von DDT und der gezielte Horstschutz griffen, profitiert der Weißstorch von wiedervernässten Grünlandflächen und einem kürzeren Zugweg auf die iberische Halbinsel und dem guten Nahrungsangebot.
 
Die vom Aussterben bedrohte Lachseeschwalbe hat in Schleswig-Holstein ihr einziges mitteleuropäisches Brutvorkommen. Um diese sensible Population zu sichern, unterstreicht der Jahresbericht die Notwendigkeit eines intensiven Prädationsmanagements zum Schutz vor Fressfeinden wie Wanderratten, Möwen und Füchsen.
 
Das Rebhuhn gilt als Leitart für eine artenreiche Agrarlandschaft. Im Projektgebiet Marsch & Geest wurden bis 2025 bereits 100 Hektar neue Lebensräume geschaffen, wodurch die Rebhuhnbestände dort entgegen dem allgemeinen Landestrend zunehmen konnten. Von diesen geschützten Rückzugsräumen profitieren neben dem Rebhuhn über 100 weitere Arten wie Blaukehlchen und Grauammer. Der Jahresbericht unterstreicht, dass solche geschützten Rückzugsräume und ein gezieltes Management entscheidend sind, um die Artenvielfalt zu sichern.
 
Die invasive Asiatische Hornisse breitet sich weiter aus, mit gesicherten Nachweisen im Kreis Herzogtum-Lauenburg (2024) und Wahlstedt (2025). Während es bisher keine wissenschaftlich belegten Nachweise für einen negativen Einfluss auf die Biodiversität durch die asiatische Hornisse gibt, können zuständige Behörden Nester entfernen, um Bienenvölker zu schützen.
 
Der Sikahirsch ist eine von der EU als invasiv eingestufte Art, die unter besonderer Beobachtung steht. Hier steht das Risiko der Vermischung der Arten (Hybridisierung) mit heimischem Rotwild im Fokus. Parallel dazu gefährdet das aus Australien stammende Nadelkraut durch teppichartige Ausbreitung die Stabilität von Uferökosystemen.
 
Jahresbericht vom MEKUN im Digitalformat herausgegeben
 
Der Jahresbericht zur biologischen Vielfalt wird künftig ausschließlich in digitaler Form zur Verfügung gestellt. Mit der Einstellung der Printausgabe folgt das Land dem Prinzip der Nachhaltigkeit und eines verantwortungsvollen Ressourceneinsatzes. Zugleich wird damit die gesetzliche Berichtspflicht gemäß § 3a Satz 2 LNatSchG im Sinne einer modernen Verwaltungsstruktur erfüllt.
 
Organisatorisch markiert das Berichtsjahr 2025 zudem eine Neuausrichtung: Die Berichterstattung liegt nun in alleiniger Federführung des Umweltministeriums (MEKUN).

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