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Ministerium für Energie­wende, Klimaschutz, Umwelt und Natur : Thema: Ministerien & Behörden

Tobias Goldschmidt

Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur

Archäologie im Wattenmeer: Umweltminister Tobias Goldschmidt gedenkt der Toten von Rungholt und informiert sich über neues archäologisches Projekt TORF

Umweltminister Tobias Goldschmidt: „Die Forschenden machen die Jahrhunderte alten Lebensweisen sichtbar und vorstellbar. Heute erleben wir hier eine atemberaubende Naturlandschaft. Das Wattenmeer ist ein Geschenk an die Welt.“

Letzte Aktualisierung: 06.05.2026

HALLIG SÜDFALL/KIEL. Gestern (05. Mai 2026) besuchte Umweltminister Tobias Goldschmidt die Fundamente der 2023 wiederentdeckten Hauptkirche von Rungholt. Die untergegangenen Kulturlandschaft im nordfriesischen Wattenmeer zwischen Nordstrand und Amrum/Föhr soll im Rahmen des Forschungsprojektes TORF großflächig rekonstruiert werden. Zum Projektstart feierte Küsten- und Naturschutzminister Goldschmidt gemeinsam mit Vertretern des Erzbistums Hamburg und den Forschenden des TORF-Projekts eine Gedenkfeier für die Menschen, die während der ersten „Groten Mandränke“ 1362 mitRungholt untergingen und ertranken.
 
Küsten- und Naturschutzminister Tobias Goldschmidt: „Besonders beeindruckt hat mich die Größe der alten Kirche. Sie zeigt, wie viele Menschen hier mal gelebt und gewirtschaftet haben. Die Forschenden machen die Jahrhunderte alten Lebensweisen sichtbar und vorstellbar. Heute erleben wir hier eine atemberaubende Naturlandschaft. Das Wattenmeer ist ein Geschenk an die Welt. Jedes Jahr rasten hier Millionen Zugvögel, dazu kommt die Vielfalt von Muscheln, Wattwürmern und anderen Lebewesen unter der Oberfläche. Die damalige Sturmflut und ihre Opfer mahnen uns, mit der Natur zu planen, zu leben und zu bauen und nicht gegen sie. Hinter unseren Deichen leben 300.000 Menschen, die wir so gut wie möglich schützen.“
 
Die interdisziplinäre Forschungsgruppe „FOR 5837 | Times of Rise and Failure (TORF)“ nahm im letzten Monat ihre Arbeit auf. Im Fokus stehen zentrale historische und archäologische Fragen: Wie beeinflusste der Mensch durch Besiedelung, Kultivierung und Landnutzung seine Umwelt? Welche Rolle spielten Extremereignisse wie Sturmfluten? Und wie war die Gesellschaft sozial, politisch, kirchlich und wirtschaftlich organisiert? Durch die Beantwortung dieser Fragen soll ein vertieftes Verständnis der Mensch-Umwelt-Interaktionen sowie des kulturellen Erbes der Region gewonnen und zugleich das Bewusstsein für die Risiken der Küstenräume geschärft werden. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und ist zunächst auf vier Jahre angelegt.
 
Anlässlich der Entdeckung der mutmaßlichen Hauptkirche von Rungholt wurde die Vorstellung des Projekts mit einer Andacht für die Opfer der „Grote Mandränke“ verbunden. Die Andacht wurde durch das Erzbistum Hamburg ausgerichtet und erinnert an die vielen Menschen, die 1362 in den Fluten ums Leben kamen. Historisch war Rungholt durch den katholischen Glauben geprägt.
 
Der Besuch war nur durch eine Ausnahme möglich: Die Hallig Südfall und die umliegenden Gebiete liegen in der streng geschützten Zone I des Nationalparks und sind normalerweise nicht frei zugänglich. Neben der wissenschaftlichen Bedeutung stand daher auch die besondere Schutzwürdigkeit dieser einzigartigen Landschaft im Vordergrund.
 
Weitere Informationen:
Das nordfriesische Wattenmeer, Teil des UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer, ist nicht nur ein weltweit einzigartiges Ökosystem und eine großartige Naturlandschaft. Es zeigt zugleich bis heute Relikte einer einstigen Kulturlandschaft. Große Teile dieser Landschaft, die seit dem 12. Jahrhundert kultiviert wurde, gingen während der verheerenden Sturmflut von 1362 unter. Das heutige Watt bewahrt seither wie eine Zeitkapsel wertvolle archäologische Spuren.

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