KIEL. Heute haben Forstministerin Cornelia Schmachtenberg und Naturschutzminister Tobias Goldschmidt gemeinsam das Grotmoor im Kreis Segeberg besucht. In der größten Moorfläche Schleswig-Holsteins werden derzeit weitere 96 Hektar Moor wiedervernässt, für weitere 73 Hektar sind die Arbeiten bereits abgeschlossen. Dafür sind Spezialbagger im Einsatz, um die Flächen so umzubauen, dass das Wasser künftig im Moor gehalten wird. Dabei werden die Drainagen entfernt, die Gräben zugeschüttet und Wälle gebaut, um das Wasser am Ablaufen zu hindern.
Durch die Wiedervernässung dieser 96 Hektar werden rund 1.200 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr eingespart und die nötigen Voraussetzungen zur Wiederansiedlung moortypischer Tiere und Pflanzen geschaffen. Das Grotmoor ist zudem Teil des MoorFutures-Projekts, das die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein (SNSH) und die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) gemeinsam umsetzen. Während die Landesforsten die Fläche und ihr ortsspezifisches Wissen einbringen, verantwortet das Moor-Team der Stiftung Naturschutz die Umsetzung des ressortübergreifenden Projekts.
„Teamwork zahlt sich immer aus – das gilt auch für den Moorschutz. Durch die gute Zusammenarbeit der Stiftung Naturschutz und der Landesforsten kann derzeit ein zweiter Teil des Grotmoors vernässt werden. Dieses Projekt zeigt, dass wir etwas tun können – für das Klima, für den Landschaftswasserhaushalt und für seltene Arten wie Moorfrosch, Kreuzotter oder den Sonnentau. Wenn wir es schaffen, unsere Gewässer sauber und unsere Moore nass zu bekommen, dann ist das ein großer Gewinn für unsere natürlichen Lebensgrundlagen“
, sagte Naturschutzminister Tobias Goldschmidt.
Forstministerin Cornelia Schmachtenberg sagte: „Unsere Wälder sind zentrale Klimaschützer – nicht nur durch den im Holz gebunden Kohlenstoff, sondern auch durch ihre Böden und Moore. Im Grotmoor verbinden wir naturnahe Waldwirtschaft und Moorschutz konsequent miteinander. Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten bringen hier als Flächeneigentümer ihre Verantwortung für rund 300 Hektar Kernfläche ein - und entwickeln diese gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein weiter. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie biologischer Klimaschutz in Schleswig-Holstein funktioniert: durch Wiedervernässung von Mooren, stabile und klimaresiliente Wälder sowie innovative Finanzierungsmodelle wie MoorFutures. Entscheidend ist dabei die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten auf Augenhöhe. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, können solche Projekte langfristig erfolgreich sein: Wir stärken damit dauerhaft die Kohlenstoffspeicherfunktion unserer Wald- und Moorstandorte und leisten einen messbaren Beitrag zu den Klimazielen des Landes.“
„Wir schützen und entwickeln unsere Wälder und das reiche Landschaftsmosaik, in das sie eingebettet sind – für uns und kommende Generationen. Nachhaltigkeit und naturnahe Waldwirtschaft sind der Kern der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Mit aktivem Kohlenstoffmanagement wie im Grotmoor produzieren wir einen zusätzlichen Beitrag für Klimaschutz und Biodiversität. Für uns ist das ein weiteres Arbeitsfeld mit Zukunft“
, sagte Dr. Chris Freise, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.
„Seit mehr als 40 Jahren vernässt die Stiftung Naturschutz Moore und verwandelt sie in naturnahe Lebensräume und aktive Kohlenstoffspeicher. Damit verbinden wir zwei zentrale Themen: Klimaschutz und Artenvielfalt. Mit unseren MoorFutures können jetzt alle mitmachen und hier, vor der eigenen Haustür, einen wesentlichen Beitrag für unsere klimaneutrale Zukunft leisten"
, sagte Ute Ojowski, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.
Das Grotmoor hat nicht nur durch seine Größe eine besondere Bedeutung für den Klimaschutz. Hier hat die Stiftung Naturschutz das sogenannte „MoorFutures-Projekt“ gestartet: Die Maßnahmen für die Wiedervernässung werden durch den Verkauf von CO2-Zertifikaten refinanziert – in Form von sogenannten MoorFutures®. Ein MoorFutures® entspricht dabei einer vermiedenen Tonne CO2-Äquivalent, die nicht mehr in die Atmosphäre gelangt. So können Unternehmen oder Privatpersonen einen freiwilligen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die dadurch erzielten Einnahmen refinanzieren die Vernässungsmaßnahme, die Nachsorge und das Monitoring des wiedervernässten Grotmoors über die nächsten 50 Jahre.
Weitere Informationen zu MoorFutures®
MoorFutures® sind CO₂-Zertifikate für den freiwilligen Kohlenstoffmarkt. Alle Maßnahmen und die berechneten CO2 Einsparung der MoorFutures®-Projekte werden von wissenschaftlichen Einrichtungen geprüft und nach dem strengen MoorFutures®-Standard zertifiziert, derCO2 Einsparung und das Fortbestehen der Projekte garantiert. Weitere Informationen zu MoorFutures® finden Sie unter: www.moorfutures-sh.de
Weitere Informationen zum Grotmoor
Das Grotmoor ist ein rund 650 ha großes Hochmoor in der Gemeinde Heidmoor im Kreis Segeberg. Der Großteil des Moores wird derzeit entwässert und als Grünland genutzt.
Bereits im Winter 2022/2023 wurden die ersten rund 73 ha des Grotmoors vernässt. Dadurch werden Treibhausgas-Emissionen von mehr als 700 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr vermieden. Es sind sogar schon einige moortypische Arten zurückgekehrt. Der zweite Bauabschnitt soll im Frühjahr 2026 abgeschlossen werden. Weitere Informationen finden Sie unter: Klimamoor Projekte | Stiftung Naturschutz
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