KIEL/MELDORF. Die Sturmflut am 3. Januar 1976 war ein Jahrhundertereignis, mit dem höchsten bis dahin gemessenen Wasserstand an der schleswig-holsteinischen Westküste. Durch die Kraft des Wassers brachen damals unter anderem die Deiche in Christianskoog (Kreis Dithmarschen) und der Haseldorfer Marsch (Kreis Pinneberg). Seitdem kam es an der Westküste und der Elbe zu keinen weiteren Deichbrüchen und vergleichbaren Sturmflutschäden.
Anlässlich des 50. Jahrestages der Sturmflut erinnert das Land Schleswig-Holstein gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Kommunen, Katastrophenschutzorganisationen sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in Meldorf im Kreis Dithmarschen an die verheerende Flut und zeigt welche Lehren für den Küstenschutz aus dieser gezogen werden konnten.
„Katastrophen wie die Sturmflut im Jahr 1976 zeigen uns immer wieder wie wichtig Solidarität und Mitmenschlichkeit sind. Ohne das Engagement füreinander, ohne Hilfe, Kraft und Ausdauer lassen sich Sturmfluten und deren Folgen nicht bewältigen. Das hat damals vorbildlich funktioniert“
, sagte Küstenschutzminister Tobias Goldschmidt in Meldorf.
Die Erkenntnisse aus der Sturmflut vom 3. Januar 1976 flossen unter anderem in die Fortschreibung des Generalplans Küstenschutz von 1977 ein. Das Konzept eines integrierten Küstenschutzes wurde erarbeitet – die Verknüpfung der Deiche mit naturschonenden Schutzmaßnahmen und regelmäßigen Prüfungen. Heute arbeitet das Land zielstrebig daran, Deiche zu verstärken, Siele und Sperrwerke zu modernisieren und das Wattenmeer als natürlichen Puffer zu schützen. „Gerade jetzt, wo uns der Klimawandel vor bisher ungekannte Herausforderungen stellt, müssen wir neue Antworten finden und werden in unseren Anstrengungen für ein nachhaltiges Wassermanagement und den Schutz unserer Küsten nicht nachlassen“
, so der Minister.
„Schleswig-Holstein war im Verhältnis gut aufgestellt, was die Sturmflut angeht. Die große Hollandflut von 1953, wo in den Niederlanden viele Menschen ums Leben gekommen sind, war der erste Weckruf, nach dem man in Schleswig-Holstein begonnen hat, die Deiche zu verstärken. Und nach der schweren Sturmflut vom Februar 1962 wurde dann ja Ende 1963 auch der erste Generalplan Küstenschutz in Schleswig-Holstein aufgelegt. Damals noch mit dem Titel `Deichverstärkung, Deichverkürzung und Küstenschutz`. Aber man hat eben nicht das gesamte Programm bis 1976 geschafft. Und die Deiche, die dann am 3. Januar 1976 gebrochen sind, waren Deiche, die noch nicht verstärkt waren: in der Haseldorfer Marsch und im Christianskoog in Dithmarschen“
, so Birgit Matelski, Direktorin des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN.SH).
„Die Januarsturmflut vor 50 Jahren und die Lehren aus dieser haben für einen Impuls gesorgt, den Küstenschutz im Land zwischen den Meeren entscheidend zu modernisieren. Unsere Küsten sind dadurch mit der Zeit nicht nur sicherer geworden, sondern der Schutz erfolgt heute auch viel stärker im Einklang mit der Natur. Denn heute ist klar: Wattenmeer-Schutz ist auch Küstenschutz. Der Blick zurück auf 1976 führt uns vor Augen, dass wir dem Schutz unserer Küsten auch weiterhin Priorität einräumen müssen - insbesondere in Zeiten eines steigenden Meeresspiegels“
, sagte Goldschmidt im Rahmen der Gedenkveranstaltung.
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