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Ministerium für Energie­wende, Klimaschutz, Umwelt und Natur : Thema: Ministerien & Behörden

Tobias Goldschmidt

Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur

Die Energiewende in Schleswig-Holstein 2025: Auf Kurs für die Ausbauziele 2030

Energieminister Tobias Goldschmidt: „In diesem Jahr ist Schleswig-Holstein eindeutig in die zweite Halbzeit der Energiewende gestartet. Neben einem ungebrochen starken Zubau der Erneuerbaren Energien und der Stromnetze boomen nun auch die Speicher – und die Nachfrage auf Verbrauchsseite steigt. Die Energiewende ist ein Schleswig-Holstein-Projekt.“

Letzte Aktualisierung: 30.12.2025

KIEL. Gute Nachrichten zum Jahresende: Schleswig-Holstein erreicht auch 2025 bei der Energiewende neue Rekorde. Der Zubau der Erneuerbaren Energien hat weiter deutlich an Fahrt aufgenommen. So wurden in diesem Jahr Windenergieanlagen an Land mit einer Bruttoleistung von 781 Megawatt errichtet. Abzüglich abgebauter Anlagen (Repowering) ergibt sich daraus eine zusätzliche Leistung von 633 Megawatt. Bei den Photovoltaik-Anlagen kam eine Bruttoleistung von über 850 Megawatt hinzu (Stand Ende Dezember 2025). In Summe kamen damit ca. 1,5 Gigawatt an zusätzlicher Leistung hinzu. Schleswig-Holstein ist damit auf gutem Weg, das Ausbauziel von mindestens 45 Terawattstunden Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien an Land bis 2030 zu erreichen.

„Auch 2025 war energiepolitisch ein starkes Jahr für unser Land: Der Zubau bei der Wind- und Solarenergie ist weiterhin stark, wir haben Milliardeninvestitionen im ländlichen Raum durch die Energiewende, große Fortschritte beim Netzausbau und einen Boom bei den Batteriespeichern,“ sagte Umweltminister Tobias Goldschmidt. „Dazu sind die Strompreise dank stark gesunkener Netzentgelte für die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner spürbar gesunken. Dieser Trend wird sich 2026 noch weiter fortsetzen. Die Energiewende macht sich gleich doppelt bezahlt für den Echten Norden“, sagte Goldschmidt.

Parallel zum erfreulichen weiteren Zubau von Erneuerbare-Energien-Anlagen machte der Netzausbau deutliche Fortschritte, weshalb mehr Grünstrom abtransportiert und weniger abgeregelt werden musste. Auf nunmehr 828 Gigawattstunden (GWh) sank die abgeregelte Strommenge aus Erneuerbaren-Anlagen an Land (Wind, Photovoltaik und Biogas) im Gesamtjahr 2024 in Schleswig-Holstein. Zum Vergleich: Das ist rund ein Viertel des Höchststands der Abregelungen von Anlagen an Land im Jahr 2019 von rund 3.350 GWh. Der Trend geringer werdender Abregelungen von EE-Anlagen an Land setzte sich auch im ersten Halbjahr 2025 fort.

Tobias Goldschmidt: „In diesem Jahr ist Schleswig-Holstein eindeutig in die zweite Halbzeit der Energiewende gestartet. Neben einem ungebrochen starken Zubau der Erneuerbaren Energien und der Stromnetze boomen nun auch die Speicher, dazu kommen Netzanschlussfragen von Unternehmen und Rechenzentren. Damit verbrauchen wir künftig deutlich mehr Grünstrom hier bei uns im Land. Die Energiewende wird immer mehr zum Standortvorteil.“
 
Wind und Solar – der echte Norden sichert sich eine starke Position beim Ausbau
Stand Ende Dezember des Jahres gab es in Schleswig-Holstein über 3.600 Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 9,614 Gigawatt. Damit nimmt Schleswig-Holstein erstmals den zweiten Platz bei der insgesamt installierten Leistung von Windenergie an Land ein, beim Zubau von Leistung trotz Aufholeffekten bei den anderen Ländern noch immer den dritten Platz. Bei der pro Quadratkilometer installierten Leistung hat Schleswig-Holstein als erstes Land die Schallmauer von 600 kW durchbrochen und liegt mit deutlichem Abstand vor dem zweiten Flächenland Brandenburg mit 320 kW/km². Darüber hinaus sind weitere etwa 475 Anlagen mit einer Leistung von knapp 2,6 Gigawatt genehmigt. Damit ist der Weg für den weiteren Ausbau geebnet. 2025 wurden in Schleswig-Holstein bis Ende Oktober 182 Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen an Land mit einer Leistung von über 1 GW abgeschlossen. Darunter 106 Neugenehmigungen (§ 4 BImSchG) mit einer Leistung von 578 MW, 11 Repowering-Genehmigungen (§ 16 Abs. 1 BimSchG) mit einer Leistung von 49 MW und 65 Typen-Änderungs-Genehmigungen (§ 16b Abs. 7 BimSchG) mit einer Leistung von 394 MW.
 
Auch beim Ausbau der Photovoltaik ist für 2025 ein erfreulicher Zuwachs zu verzeichnen. So stieg die installierte Bruttoleistung bis Ende Dezember des Jahres auf 4,57 Gigawatt. Das entspricht einem Zuwachs von rund 23 Prozent. Damit ist der Zubau der Bruttoleistung aus dem Jahr 2024 deutlich überschritten.

Ausbau der Stromnetze
Auch beim Stromnetzausbau geht es weiter gut voran. Bei der Umsetzung von Höchstspannungsleitung nach dem Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) hat Schleswig-Holstein mehr als ein Viertel der onshore Leitungskilometer in Landeszuständigkeit genehmigt (532 Kilometer von insgesamt 2.312 km). Um noch mehr Offshore-Windstrom anzulanden, hieß es Baustart an der Westküste – und zwar für das Seekabel im Küstenmeer und das Landkabel der Offshorenetzanbindungsleitung NOR-7-2 (BorWin6) zwischen Büsum und Büttel. Damit wird der Offshore-Windpark Nordlicht angeschlossen. Diese Leitung soll Ende 2027 in Betrieb gehen.
 
Besonders viel hat sich 2025 bei der Ostküstenleitung getan: Die neue 380-kV-Leitung zwischen Henstedt-Ulzburg, Lübeck und Göhl in Holstein ist nun auf allen drei Abschnitten in Bau und soll im Jahr 2027 komplett in Betrieb gehen. Die Elbe-Lübeck-Leitung ist auf beiden Bauabschnitten im Planfeststellungsverfahren, und für den Abschnitt Sahms-Lübeck wurde am 4. Dezember 2025 der vorzeitige Baubeginn genehmigt. Die Netzausbauprojekte in Schleswig-Holstein leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur Stromversorgung und Versorgungssicherheit in ganz Deutschland.

Geringere Netzentgelte für Stromkunden in Schleswig-Holstein
Gleichzeitig sind die Netzentgelte in Schleswig-Holstein um rund 4,5 Cent pro Kilowattstunde gesunken für alle Endverbraucherinnen und -verbraucher. Denn die Netzausbau-Mehrkosten werden seit dem Jahresbeginn bundesweit endlich fairer verteilt. Bei einem Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3.383 kW/h (nach statistischem Bundesamt) bedeutet das eine Entlastung von 152 Euro im Jahr. 2026 werden die Netzentgelte laut aktuellen Prognosen der Netzbetreiber in Schleswig-Holstein sogar noch weiter sinken. Nach jahrelangem gemeinsamem Einsatz vom Land und vielen weiteren Akteurinnen und Akteuren konnten wir in diesem Jahr diesen wichtigen Erfolg verbuchen.
 
Biogas und Bioenergie: Flexibel und systemdienlich im Energiemix
Auch die Bioenergie bleibt ein wichtiger Baustein der Energie­wende in Schleswig-Holstein. Mit rund 1.471 Biogasanlagen und einer installierten Stromleistung von 600 Megawatt (Stand November 2025) trägt sie weiterhin verlässlich zur erneuerbaren Stromerzeugung bei. Die Landesregierung arbeitet gemeinsam mit der Branche daran, die Anlagen zunehmend zu flexibilisieren und stärker in das Gesamt­system einzubinden. Denn Biogas kann dann einspringen, wenn Sonne und Wind wenig Energie produzieren – und damit das Stromsystem stabilisieren und die Versorgungssicherheit stärken.
 
„Biogas ist ein wichtiger Baustein einer erneuerbaren Energieversorgung in Schleswig-Holstein. Wenn es flexibel dann Strom einspeist, wenn Wind und Sonne ausfallen, ist Biogas ein Lückenfüller im besten Sinne für eine klimaneutrale Zukunft. Wir unterstützen deshalb die Flexibilisierung, Wärmenutzung und Effizienzsteigerung von Biogasanlagen“, sagte Goldschmidt.
 
Der Speicher-Boom
Bei der Energiewende sind Speicher, die flexibel den Strom abgeben können, ein wichtiger Baustein. In Schleswig-Holstein wurden 2025 mehrere große Batteriespeicher (über 1 Megawatt) in Betrieb genommen. Aktuell sind Speicher mit einer Leistung von 230 Megawatt in Betrieb, weitere 337 Megawatt sind in konkreter Umsetzung. Zusammen kommen sie auf eine Kapazität von 1,1 Gigawattstunden. Rein rechnerisch lassen sich damit über 270.000 Einwohner einen Tag lang versorgen (bei einem Ta­gesverbrauch von rund 4 Kilowattstunden pro Person). Hinzu kommen mehrere Gigawatt an konkreten Projekten, die sich in Planung befinden.
 
Trend setzt sich fort 
„Auch wenn aus Berlin inzwischen teils gemischte Signale kommen: Die Energiewende ist und bleibt die Zukunft. Denn wir machen uns damit unabhängig von immer teurer werdenden fossilen Energieimporten aus Ländern wie Russland, von denen wir nicht abhängig sein wollen. 2025 hat gezeigt: Wir kommen mit Goliath-Schritten voran. Und werden auch in 2026 dranbleiben“, so Minister Goldschmidt.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Clara van Biezen, Carolin Wahnbaeck, Jonas Hippel, | Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7044 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: | Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.mekun.schleswig-holstein.de

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