BRUNSBÜTTEL/KIEL. Im abgeschalteten Kernkraftwerk Brunsbüttel ist unbeabsichtigt ein Notstromdiesel gestartet worden. Wie die zuständige Reaktorsicherheitsbehörde heute (6. Juni 2014) mitteilte, hatte ein Mitarbeiter bei routinemäßigen Wartungsarbeiten in der Schaltanlage des Unabhängigen Notstandssystems den Not-Aus-Taster eines Transformators betätigt, der sich in der Nähe befand. Da sich der Transformator abschaltete, wurde das Notstromaggregat gestartet und stellte damit die Versorgung der Schaltanlage sicher. Nach diesem unbeabsichtigten Lauf wurde der normale Schaltzustand wieder hergestellt. Die Vattenfall-Betreibergesellschaft hat Schulungsmaßnahmen angekündigt, damit in Zukunft eine unbeabsichtigte Schalterbetätigung vermieden wird.
Die Betreibergesellschaft hat das Ereignis der Meldekategorie N (Normalmeldung) zugeordnet. Die Behörde hat zur Bewertung des Ereignisses Sachverständige des TÜV NORD hinzugezogen.
Hintergrund:
Orientiert an sicherheitstechnischer Bedeutung und Eilbedürftigkeit von Abhilfemaßnahmen werden Meldepflichtige Ereignisse in Deutschland in drei Kategorien eingeteilt: Normalmeldung (N) = Meldefrist fünf Arbeitstage, Eilmeldung (E) = Meldefrist 24 Stunden und Sofortmeldung (S).Das Kernkraftwerk Brunsbüttel ist bereits seit 2007 dauerhaft abgeschaltet und befindet sich im Nachbetrieb. Die Stilllegung wird vorbereitet. Vattenfall hat am 05.05.2012 den Antrag auf Aufbewahrung radioaktiver Abfälle in einem separaten Lager gestellt und darüber am 03.06.2014 die Öffentlichkeit informiert. Dieser Antrag wird zurzeit von der Reaktorsicherheitsbehörde geprüft.
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