2026 ist für uns ein besonderes Jahr: Die Katasterverwaltung in Schleswig-Holstein feiert ihr 150-jähriges Bestehen. Seit ihrer Einführung im Jahr 1876 prägt sie maßgeblich die Entwicklung des Vermessungs- und Geoinformationswesens im Land. Damals wurden 22 Katasterämter eingerichtet – der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die bis heute fortwirkt.
Dabei reicht die Tradition des Vermessungswesens in Schleswig-Holstein noch weiter zurück. Bereits im 19. Jahrhundert wurde deutlich, dass eine einheitliche Kartengrundlage notwendig war, um neue gesetzliche Regelungen umzusetzen. Hintergrund war das preußische Gesetz zur Regelung der Grund- und Gebäudesteuer aus dem Jahr 1861, das ab 1867 auch in Schleswig-Holstein gelten sollte. Voraussetzung dafür war eine umfassende Neuvermessung des Landes.
Zusätzlich machten technische Fortschritte in der Vermessung und Kartographie eine Aktualisierung erforderlich. Am 1. Januar 1875 wurde daher im Großen Generalstab die Stelle des Chefs der Landesaufnahme neu eingerichtet. Die Königlich Preußische Landesaufnahme übernahm als Behörde die Verantwortung für diese Aufgabe. Bis 1878 erfolgte die vollständige Neuvermessung Schleswig-Holsteins sowie die erstmalige Aufstellung des Liegenschaftskatasters – die sogenannte Urvermessung.
Um das neu geschaffene Kataster fortzuführen und weitere Vermessungen zu ermöglichen, wurde 1876 offiziell die Katasterverwaltung in Schleswig-Holstein eingeführt. Die 22 Katasterämter wurden später für den neu geschaffenen Kreis Herzogtum Lauenburg um das Katasteramt Ratzeburg ergänzt und bestanden über viele Jahrzehnte hinweg. Noch 1998 gab es neben dem Landesvermessungsamt – der seit 1950 zuständigen Oberbehörde für geodätische Grundlagen, Landesaufnahme und topographische Karten – insgesamt 17 Katasterämter im Land.
Mit veränderten Rahmenbedingungen begann Ende der 1990er-Jahre eine Phase der Neuausrichtung. Aus Gründen der Haushaltskonsolidierung beschloss das Land Schleswig-Holstein 1998, die Anzahl der Katasterämter zu reduzieren. Es folgten mehrere Jahre intensiver Umstrukturierung. Ein wichtiger Meilenstein war schließlich die Gründung des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein zum 1. Januar 2011. Das Landesamt startete mit sieben Abteilungen an sechs Standorten. Ergänzt wurde die Behördenleitung zunächst durch zwei Stabsstellen als abteilungsfreie Dezernate, wobei eines der Dezernate später in der heutigen Abteilung 8 aufgegangen ist.
Heute sorgen rund 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an unseren Standorten in Kiel, Lübeck, Flensburg, Husum und Elmshorn mit ihrer täglichen Arbeit für Orientierung – im wahrsten Sinne des Wortes. Wir führen das Liegenschaftskataster, erheben, pflegen und bereiten die topographischen Daten Schleswig-Holsteins auf. Diese bilden die Grundlage für Landkarten, Navigationssysteme und moderne Online-Kartendienste.
150 Jahre Katasterverwaltung stehen für Verlässlichkeit, Fachkompetenz und kontinuierlichen Wandel – und für unseren Anspruch, auch in Zukunft präzise Geodaten für Schleswig-Holstein bereitzustellen.
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