Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH): Thema: Ministerien & Behörden
50 Jahre danach: Die schwere Sturmflut vom 3. Januar 1976
Mit einem Zeitzeugen-Film und einer Sonderausstellung im Dithmarscher Landesmuseum erinnert der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) an die dramatischen Ereignisse.
Letzte Aktualisierung: 30.12.2025
Schwerste Sturmflut in Schleswig-Holstein
Auch 50 Jahre nach der bislang schwersten Sturmflut an der schleswig-holsteinischen Westküste sind vielen Zeitzeugen die Ereignisse noch allgegenwärtig. Als das Orkantief „Capella“ in den frühen Morgenstunden des 3. Januar 1976 von Südnorwegen kommend plötzlich dramatisch an Stärke gewann, wurde vielerorts Alarm ausgelöst. Krisenstäbe traten zusammen, die Bundeswehr wurde in Marsch gesetzt. Die Windgeschwindigkeiten waren so extrem hoch, dass das Morgenhochwasser teils gar nicht erst abgelaufen war. Die Pegel stiegen weiter und weiter - mit dem Nachmittagshochwasser wurden schließlich Rekordwerte erreicht, die seither nicht mehr übertroffen worden sind.
Besonders hart erwischte es die Haseldorfer Marsch, wo der Deich gleich an mehreren Stellen brach. Viele Landwirte konnten ihr Vieh nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen. Große Flächen, Straßen und Häuser wurden überflutet, ein Vorankommen war nur noch mit Booten möglich. Bilder, die sich bei vielen tief im Gedächtnis eingebrannt haben. „Ich persönlich rechne jeden Winter damit, dass so eine Situation wieder passieren könnte. Und bin immer froh, wenn der März kommt und nichts passiert ist“, berichtet Hans-Peter Stegert, der die Katastrophe als 15-jähriger Helfer auf dem Hof des Oberdeichgrafen Diedrich Früchtenicht in Moorege miterlebt hatte.
Auch im Christianskoog in Dithmarschen hielt der Deich dem Druck der Wassermassen nicht stand. „Er wurde überspült und dann von der Binnenseite regelrecht weggefressen“, erinnert sich Landwirt Henning Thießen, der nur wenige Hundert Meter von der Bruchstelle entfernt aufgewachsen ist. „Das war schon angsteinflößend."
Deichverstärkung war bereits in Arbeit
Die schwere Sturmflut vom 3. Januar 1976 hatte Schleswig-Holstein nicht völlig unvorbereitet getroffen. Nach der verheerenden Sturmflut vom Februar 1962, die in Hamburg mehr als 300 Menschen das Leben gekostet und große Schäden verursacht hatte, war Ende 1963 der erste Generalplan Küstenschutz in Schleswig-Holstein in Kraft getreten. Das Ziel: massive Investitionen, Deichverstärkungen und Deichverkürzungen. „Aber man hat eben nicht das gesamte Programm bis 1976 geschafft. Und die Deiche, die dann gebrochen sind, waren Deiche, die noch nicht verstärkt waren. Also in der Haseldorfer Marsch und in Christianskoog“, erklärt Birgit Matelski, Direktorin des LKN.SH.
Sonderausstellung in Meldorf
Im Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf dokumentiert eine Sonderausstellung vom LKN.SH und dem Verein für Dithmarscher Landeskunde e.V. noch bis Mitte April 2026 die Erinnerungen von Zeitzeugen. Sie zeigt zudem anschaulich, was sich seither im Küstenschutz in Schleswig-Holstein getan hat. Ein eigens für die Ausstellung produzierter Film lässt Betroffene zu Wort kommen und beeindruckt mit historischen Aufnahmen von damals. Die Öffnungszeiten und weitere Informationen zur Ausstellung sind auf dem Internetauftritt des Museums zu finden: www.landesmuseum-dithmarschen.de.
Zeitzeugen erinnern sich im Film
DIE VERGESSENE KATASTROPHE: Erinnerungen an die Sturmflut vom 3. Januar 1976
Ein Film von Maik Vukan (LKN.SH), Denise Friedrich und Claas Wiese (beide: Staatskanzlei SH).
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