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Landesamt für
Denkmalpflege
: Thema: Ministerien & Behörden

Ausstellung studentischer Arbeiten im Kieler Kulturspeicher

„Historische Stadtkerne in Schleswig-Holstein – damals und heute –“

Letzte Aktualisierung: 17.04.2026

Städte sind mehr als eine zufällige Ansammlung von baulichen Anlagen und Straßen. Sie erzählen Geschichten, bewahren Erinnerungen und prägen als Identitätsstifter unser tägliches Leben. Wer lernen möchte, diese Geschichten zu lesen, ist in der Ausstellung „Historische Stadtkerne in Schleswig-Holstein – damals und heute –“ genau richtig. Die Ausstellung ist Teil des Themenjahres „Städtebauliche Denkmalpflege“, das im Rahmen des Jubiläums „50 Jahre Stadtkernatlas Schleswig-Holstein“ vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein ausgerufen wurde. „Ziel ist es, historische Stadtkerne als wertvolles kulturelles Erbe und gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken“, sagt Stephanie Röming, Dezernentin für Städtebauliche Denkmalpflege, mit Blick auf die Ausstellungseröffnung.

Entstanden sind die Arbeiten im Wintersemester 2025/26 im fünften Fachsemester des Architekturstudiengangs der Hochschule 21 in Buxtehude. Studierende haben sich intensiv mit zehn Städten in Schleswig-Holstein auseinandergesetzt: Lübeck, Bad Segeberg, Itzehoe, Flensburg, Plön, Glückstadt, Friedrichstadt, Ratzeburg, Kiel und Helgoland. Im Fokus standen jeweils präzis ausgewählte Ausschnitte der historischen Innenstädte (500 m x 500 m), die mit unterschiedlichen Methoden der städtebaulichen Analyse untersucht worden sind. Dem gegenüber wird die historische Ortsentwicklung anhand historischer Kartenabbildungen und Fotoaufnahmen aufgezeigt und verständlich erläutert.

Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung in drei zentralen Planwerken sowie einem ergänzenden Modell pro Stadt. Für Besucherinnen und Besucher ergibt sich die Möglichkeit nachzuvollziehen, wie sich historische Stadtstrukturen lesen und verstehen lassen. Von Nutzungs- und Strukturplänen, die Funktionen und Bewegungen sichtbar machen, über Schwarzpläne, die den baulichen „Fußabdruck“ der Stadt offenlegen, bis hin zum Rotblauplan, der eindrücklich zwischen offenen und gefassten Stadträumen unterscheidet. Ergänzt werden diese zweidimensionalen Analysen durch dreidimensionale Modelle im Maßstab 1:1000, die das räumliche Gefüge und die topografischen Besonderheiten der Städte erfahrbar machen.

Dabei wird deutlich, dass Städtebau ist kein abstraktes Konzept ist, sondern ein lebendiger Prozess. Die Analysen zeigen, wie sich die historischen Stadtkerne über Jahrhunderte entwickelt haben und liefern zugleich wertvolle Impulse für aktuelle Fragen der Stadtentwicklung. Gerade vor dem Hintergrund nachhaltiger Planungserfordernisse gewinnt das Verständnis und die Einbindung historisch gewachsener Strukturen zunehmend an Bedeutung.

Ein besonderer Einblick erwartet die Besucherinnen und Besucher am Ende der Ausstellung. Ein Entwurfsprojekt zur Weiterentwicklung der Stadt Ahrensburg veranschaulicht, wie auf Grundlage historischer Analysen neue städtebauliche Planungsideen entstehen können.

„Historische Stadtkerne in Schleswig-Holstein – damals und heute –“ ist vom 22. April bis zum 31. Mai 2026 im Erdgeschoss des Kulturspeichers, Wall 47/51, in Kiel zu sehen. Die Ausstellung ist während der regulären Öffnungszeiten zugänglich. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung richtet sich an alle, die Städte in Schleswig-Holstein mit anderen Augen sehen möchten – fachkundig, neugierig oder einfach aus Freude an Architektur und Geschichte.

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