Landesamt für
Denkmalpflege: Thema: Ministerien & Behörden
Denkmal des Monats
Neue Denkmale entdecken
Letzte Aktualisierung: 17.04.2026
Jeden Tag entdecken und erfassen wir zahlreiche historische Bauwerke, die unsere Kulturgeschichte lebendig machen. Die Arbeit der Inventarisierung ist dabei von unschätzbarem Wert. Sie bildet die Grundlage für den Schutz und die Erhaltung unserer Denkmale. Nur durch die sorgfältige Dokumentation können wir sicherstellen, dass diese Zeugnisse vergangener Zeiten nicht in Vergessenheit geraten und erhalten werden können.
Mit unserer Aktion „Denkmal des Monats“ möchten wir Ihnen jeden Monat ein Denkmal vorstellen, das wir neu in die Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein aufgenommen haben. Die Auswahl treffen die Mitarbeitenden des Landesamtes für Denkmalpflege – Menschen, die mit Herz und Expertise unsere Bau- und Kulturgeschichte bewahren. So geben wir Ihnen spannende Einblicke in die Vielfalt und Bedeutung unserer Denkmale und zeigen, warum sie es verdienen, geschützt und geschätzt zu werden.
Diesen Monat steht das Objekt 16958 als "Denkmal des Monats" im Fokus.
Lassen Sie sich von den Schätzen unserer Denkmalpflege begeistern und begleiten Sie uns auf einer Entdeckungsreise durch die faszinierende Welt der Denkmale – jeden Monat neu!
Denkmal des Monats
Das Gebäude wurde 1924-25 von Peter Jürgensen und Hermann Rohwer als Wohnhaus für Hermann P. Koth errichtet. Es handelt sich um einen eingeschossigen giebelständigen roten Ziegelbau in Ecklage mit einem hohen Satteldach und steilen, kleinteilig gestuften Treppengiebeln. Das Gebäude ruht auf einem Granitsockel. An der östlichen Traufseite befinden sich ein polygonaler Standerker und ein rechtwinkeliger Vorbau unter einem steilem Walmdach. Dazwischen liegt der Hauseingang mit sternförmig detaillierter Holzfüllungstür in einem zweifach gestuftem, von einem Zackenband umfassten Rundbogenportal hinter einer leicht geschwungenen Außentreppe. Die westliche Traufwand zu An der Bleiche ist durch Ziegelmotive verziert (Ähren, Windmühle). In der südlichen Giebelfront befinden sich zwei flach vortretende Standerker, ehemals gerahmt von breiten Streifen qualitätvoller Rankenmalerei. Darüber befindet sich im oberen Giebel eine markante gestaffelte Vierfenstergruppe mit eingefasster Sandsteintafel und Inschrift "BKP / IT GAH VNS/ WOL VP VNSE/ OLEN DAGE". 1933 wurde das Gebäude nach einem Brand in Teilen erneuert, das Innere wurde mehrfach umgebaut. Die charakteristische, das Erscheinungsbild prägende Durchfensterung mit kleinteiligen Sprossenfenstern wurde großflächig modernisiert und 2007 nachempfunden wiederhergestellt. Die frühere Grundstücksmauer an der Eingangsseite mit hölzerner Balustrade und Gartentor ist nicht mehr vorhanden.
Im Zuge der Ruseschen Festungserweiterung 1669-1673 wurde die mittelalterliche Schiffsanlegestelle, die Schiffbrücke, in ein in die Festungsanlagen eingeschlossenes Hafenbecken umgewandelt. Der Mühlengraben und der entlang der heutigen Wallanlagen umgeleitete Stegengraben mündeten in das Becken, die Zufahrt von der Untereider war durch einen westlich vorgelagerten Ravelin gedeckt.Nach 1893, nachdem beide Gräben im Zuge des Kanalbaus trockengefallen waren, würde das Hafenbecken vollends zugeschüttet und zu einer Platzanlage ausgebaut. Heute erinnert der Name an den alten Rendsburger Handelshafen. Die geraden Baufluchten im Norden und Osten folgen den Kailinien des barocken Hafenbeckens. Sie sind erst nach 1690 entstanden. Heute grenzt die viel befahrene Altstadttangente An der Bleiche an den Straßenraum. Dort befindet sich das Gewerkschaftshaus.
Das ehemalige Wohnhaus ist ein eindrucksvolles Beispiel für die regionale Ausprägung des Backsteinexpressionismus im Zusammenspiel mit Elementen der Heimatschutzarchitektur. Es prägt das Straßenbild an der Ecke Schiffbrückenplatz/An der Bleiche mit seinen steilen, hoch aufragenden Giebeln auf markante Weise. Zudem setzen die figürlichen Ziermotive im Ziegelverband visuelle Akzente.
Die vorliegenden besonderen geschichtlichen (bau-, stadt- und sozialgeschichtlichen), städtebaulichen und baukünstlerischen Denkmalwerte begründen ein öffentliches Interesse an der Erhaltung und Erforschung des Objektes.
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