Landesamt für
Denkmalpflege: Thema: Ministerien & Behörden
Verstärkung für den Denkmalschutz
Projekt zur Erfassung der Rendsburger Altstadt läuft an
Letzte Aktualisierung: 01.04.2026
Seit Kurzem verstärkt die Kunsthistorikerin Finja Helena Zander das Dezernat Inventarisation des Landesamtes für Denkmalpflege im Rahmen des Projekts „Nacherfassung Altstadt und Neuwerk von Rendsburg“. Das Projekt steht unter der Leitung von Gebietsdezernent Axel Deuer und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des baukulturellen Erbes der Stadt Rendsburg.
Finja Zander, gebürtig aus Eckernförde, bringt ihre fachliche Expertise derzeit bereits in ihr erstes Objekt ein. Sie beschäftigt sich mit dem Altstädter Markt. Dieser Bereich zeichnet sich durch eine besondere Vielfalt an Haustypen aus – von Fachwerk über Ziegel bis hin zu verputzten Fassaden. Unterschiedliche Zeitschichten der Stadtgeschichte werden hier sichtbar und machen die historische Entwicklung Rendsburgs bis heute erlebbar.
„Beim Einschätzen der Gebäude möchte ich ihre architektonische Sprache verstehen“, beschreibt Finja Zander ihre Herangehensweise. Aktuell ist sie regelmäßig vor Ort, um den Baubestand fotografisch von der Straße aus zu dokumentieren. Zu den zentralen Aufgaben des Projekts zählen die Nacherfassung und Neubewertung von Kulturdenkmalen in der Altstadt und im Stadtteil Neuwerk auf Grundlage der bereits in der Denkmaltopographie der Stadt vorhandenen Daten. Die vorhandenen Unterlagen zu den Gebäuden werden verständlich ergänzt und fachlich eingeordnet. Die neu gewonnenen Informationen und Fotos werden anschließend in digitalen Systemen gesammelt und aufbereitet, sodass sie in offiziellen Übersichten wie der Denkmalliste, der Denkmalkarte und der Denkmaldatenbank für die Öffentlichkeit und Verwaltung verfügbar sind.
Der Leiter des Landesamtes, Dr. Philip Seifert, betont die Bedeutung des Projekts: "Obwohl Schleswig-Holstein als eines der ersten Bundesländer bereits seit 1958 über ein Landesdenkmalschutzgesetz verfügt, sind bedeutende historische Stadtkerne des Landes, wie der in Rendsburg, noch immer nicht in der Denkmalliste verzeichnet. Das wird der Bedeutung der Stadtstruktur der ehemaligen Festungsstadt und der jahrhundertealten Bausubstanz nicht gerecht." Mit der Nacherfassung werde die fachliche Grundlage geschaffen, um diese Werte sichtbar zu machen, zu bewahren und verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. Denkmalschutz sei kein Selbstzweck, sondern ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft.
Auch Janet Sönnichsen, Bürgermeisterin der Stadt Rendsburg, unterstreicht den Mehrwert:„Die Altstadt von Rendsburg ist ein echter Schatz, der nicht nur von Geschichte erzählt, sondern auch das Herz unserer Stadt bildet. Jeder Stein, jedes Gebäude trägt die Spuren unserer Vergangenheit und verbindet sie mit der Gegenwart. Der Denkmalschutz stärkt in dem Sinne die Identität unserer Stadt, erhöht ihre Attraktivität und verbindet Geschichte mit Gegenwart. Erhaltenswerte Gebäude prägen das Stadtbild und kommen nicht nur dem kulturellen Erbe, sondern auch kommenden Generationen zugute.“
Neben dem ideellen und kulturellen Wert bietet der Denkmalschutz auch konkrete Vorteile für Eigentümerinnen und Eigentümer. Für den Erhalt und die Sanierung von Denkmalen bestehen ganz erhebliche steuerliche Erleichterungen, die Investitionen in historische Gebäude attraktiv machen.
Das Projekt „Nacherfassung Altstadt und Neuwerk von Rendsburg“ macht deutlich, dass Rendsburg eine Vielzahl erhaltenswerter Gebäude besitzt. „Die sorgfältige Dokumentation und Bewertung trägt dazu bei, Geschichte lebendig zu halten – heute und in Zukunft“, betonen Sönnichsen und Seifert abschließend.
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