Ein Spukhaus, zwei monströse Katzen und ein misanthropischer Hausherr: „Bulemanns Haus“ gehört zu den eindringlichsten Gespensternovellen Theodor Storms (1817–1888). Die 1864 entstandene Erzählung gilt als wichtiges Vorläuferstück des späteren „Schimmelreiters“ und zeigt den Autor von seiner düsteren Seite.
Die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek hat nun das Originalmanuskript dieser Novelle erwerben können: 34 Seiten, signiert, mit Beilagen, durchzogen von Streichungen und Überarbeitungen. Originalmanuskripte Storms sind äußerst selten; dieses lange in Privatbesitz befindliche Stück konnte über den Autografenhandel gesichert werden – ein Gewinn für die Forschung und für das Land. Die Neuerwerbung ergänzt den Storm-Nachlass der Landesbibliothek und ist bereits digitalisiert und online zugänglich.
Kulturministerin Dorit Stenke ist erfreut: „Der Storm-Nachlass in der Landesbibliothek zählt zu den bedeutendsten literarischen Nachlasslandschaften Norddeutschlands. Ich freue mich sehr, dass mit „Bulemanns Haus“ nun ein lange verschollenes Manuskript für die Forschung und die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.“
Maike Manske, Leiterin der Sammlungen, sagt: „Mit der Neuerwerbung schließt sich eine Lücke im umfangreichen Storm-Bestand der Landesbibliothek. Weil der Dichter viele Handschriften verschenkte, war sein Nachlass lange zerstreut. Heute sind nahezu alle bedeutenden Novellenmanuskripte an einem Ort vereint, für die Zukunft bewahrt und für die Öffentlichkeit zugänglich – darunter „Immensee“, „Aquis submersus“, „Ein Fest auf Haderslevhuus“ und das Druckmanuskript des „Schimmelreiters“.
Das Manuskript steht ab sofort hierzum Download bereit.